Gute Böden für Entwicklung
Entwicklungszusammenarbeit gegen Wüstenbildung
Wien, 15. Juni 2010 - Ein gesunder Boden ist die Grundlage für die Qualität und die Quantität der Nahrungsmittel. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partnerländer im Kampf gegen Wüstenbildung und Versteppung.
"Für die weitaus größte Zahl der Menschen in Entwicklungsländern ist der Boden die Basis für ihr Überleben und ihre Entwicklung. Eine nachhaltige Armutsminderung und Ernährungssicherung kann nur mit dem Erhalt und der Stärkung der Ressourcenbasis, also des Bodens, einhergehen", betont Irene Freudenschuss-Reichl, Leiterin der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium anlässlich des Weltwüstentages am 17. Juni. In Zeiten des Klimawandels und der Ernährungskrisen sei der Einsatz für eine Entwicklung, die der Wüstenbildung vorbeugt und die landwirtschaftliche Produktion stärkt, wichtiger als je zuvor, so Freudenschuss-Reichl.
Wüstenbildung - eine Bedrohung für Mensch und Ökosysteme
Wüstenbildung stellt eine große Bedrohung für Mensch und Ökosysteme in verschiedenen Regionen der Welt dar. Jahr für Jahr gehen dadurch wertvolle Ackerböden und Weideflächen und damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung verloren. Fast drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in den trockeneren Gebieten Afrikas sind bereits degradiert. Dabei sind gerade hier 75 Prozent der Bevölkerung direkt von Landwirtschaft abhängig. Nachhaltige Landnutzungssysteme helfen einerseits den Boden zu erhalten und der Desertifikation vorzubeugen und verbessern andererseits die Lebensbedingungen der Bäuerinnen und Bauern durch erhöhte Erträge.
Bodenfruchtbarkeit verbessern - Ernteerträge erhöhen
In Partnerländern wie Burkina Faso, Äthiopien und Mosambik legt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit bei Projekten landwirtschaftlicher Entwicklung daher stets Wert auf Verhinderung von Erosion. „Darüber hinaus versuchen wir die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern, die biologische Vielfalt an Kulturpflanzen zu gewährleisten und in weiterer Folge die Ernteerträge zu erhöhen", sagt Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.
Viele Gemeinden Burkina Fasos leiden immer wieder unter Dürren, zunehmender Bodenerosion und Desertifikation. Österreich unterstützt hier nachhaltig die ländliche Entwicklung durch einen Fonds. Das Geld wird unter anderem für Aufforstungen oder Saatgut verwendet. Durch finanzielle und technische Unterstützung können so natürliche Ressourcen gesichert und die Wüstenbildung eingedämmt werden.
Kampf gegen Wüstenbildung
1994 beschloss die UNO in einer Konvention den Kampf gegen die Desertifikation aufzunehmen. Derzeit hat Österreich die Vizepräsidentschaft der Konvention, die von Argentinien angeführt wird, inne. Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten sorgt dafür, dass Österreich als Unterzeichner der so genannten Wüstenkonvention diese auch umsetzt. Gemeinsam mit den anderen 192 UN-Staaten, die sich zur Bekämpfung der Wüstenbildung bekennen, wurde eine Zehnjahresstrategie ausgearbeitet, die der Umsetzung der UN-Konvention zum Durchbruch verhelfen soll.
Termintipp:
Dem Kampf gegen Wüstenbildung widmet sich auch die Veranstaltung "World Day to Combat Desertification" am Mittwoch, 16.06.2010, im Seminarraum 6 der BOKU Wien. Ab 18.00 Uhr diskutieren Experten auf Einladung der Austrian Development Agency, des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und des Centers for Development Research die Herausforderungen der Desertifikation.
Ort: BOKU, Schwackhöferhaus, Seminarraum 6, Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency
Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
heidi.liedler-frank@ada.gv.at






