Mit Umweltschutz und Tourismus gegen Hunger
Nord-Gondar in der äthiopischen Provinz Amhara zählt aufgrund seiner einzigartigen Natur-, Pflanzen- und Tierwelt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit fördert mit 2,87 Millionen Euro die nachhaltige Entwicklung der Region zum Schutz von Mensch, Natur und Klima.
Wien, 12. April 2011 – Eine unberührte Landschaft, unbekannte Pflanzen und seltene Tiere locken jährlich rund 13.000 Trekking-TouristInnen ins UNESCO-Weltkulturerbe der Simien und Alatish Nationalparks in Nord-Gondar im Norden Äthiopiens. Das Naturparadies hat aber auch seine Schattenseiten: ausgelaugte Böden, überweidete Landstriche und immer wiederkehrende Nahrungsmittelknappheit. Einiges konnte bereits ins Positive gewendet werden, aber es gibt immer noch viel zu tun.
Ressourcen schonen
"Seit 2008 unterstützen wir die Menschen in Nord-Gondar, einer der ärmsten Provinzen Äthiopiens, mit einem Programm für nachhaltiges Ressourcenmanagement. Wir wollen für sie gemeinsam mit ihnen eine autonome Lebensgrundlage im Einklang mit der Natur erarbeiten. Wenn sich die BäuerInnen und HandwerkerInnen als UnternehmerInnen begreifen und natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen und gezielt schützen, profitiert die gesamte Region. Mit der aktuellen Förderzusage in der Höhe von 2,87 Millionen Euro können wir die Erfolge des Programms weiter ausbauen und vertiefen", begrüßt Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, die finanzielle Absicherung des Programms.
Ernährung sichern
Seit Projektstart vor drei Jahren konnte die Qualität der Böden in Nord-Gondar durch biologischen Landbau und die Einschränkung von Weidezonen bereits verbessert werden. Robustere Getreide- und Obstsorten sowie moderne Viehzuchtmethoden wurden erfolgreich eingeführt. Der Ausbau der Infrastruktur ermöglicht den BäuerInnen Einnahmen aus sanftem Tourismus sowie die Vermarktung von biologischen Produkten und Ernteerträgen zu fairen Bedingungen. Der Besitz von eigenem Land, Schulungen und laufender Know-how-Transfer macht aus BäuerInnen KleinunternehmerInnen, denen es gelingt, die Nahrungsversorgung im Falle von Engpässen durch eigenes Grundkapital abzusichern.
Um natürliche Ressourcen weiterhin wohl überlegt zu nutzen und das neue Gleichgewicht zu erhalten, müssen in der ökologisch sensiblen Region von Nord-Gondar auch in der zweiten Projektphase alle an einem Strang ziehen: ExpertInnen unterstützen die BewohnerInnen beim Ausbau eines nachhaltigen Wasser- und Gewässermanagements. Erosion und Verödung werden so verhindert.
In Sachen Energieversorgung herrscht ebenfalls Weitblick: Um die intensive Schlägerung der Wälder zur Brennholzgewinnung unter Kontrolle zu bekommen und die Nutzung von wertvollem Kuhmist als Brennstoff zu reduzieren, werden energiesparende Öfen aus lokaler Produktion eingesetzt. Treibhausgasemissionen können so reduziert werden. Darüberhinaus wird das Landnutzungsmanagement verbessert. Durch Aufforstung degradierter Flächen wird negativen klimatischen und ökologischen Veränderungen entgegengewirkt. Insgesamt also eine gute Perspektive für das Leben im Einklang mit der Natur in Nord-Gondar.
In Sachen Energieversorgung herrscht ebenfalls Weitblick: Statt der extensiven Schlägerung der Wälder zur Brennholzgewinnung werden in Zukunft Photovoltaik-Anlagen die notwendige Energie liefern. Dadurch wird negativen klimatischen und ökologischen Veränderungen vorgebeugt und die lokalen Treibhausgasemissionen können reduziert werden. Insgesamt also eine gute Perspektive für das Leben im Einklang mit der Natur in Nord-Gondar.
Bei der Planung, Implementierung und dem Monitoring des Programms "Sustainable Resource Management in North Gondar" kooperiert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit eng mit lokalen Partnern wie dem Bureau of Finance and Economic Development in Bahr Dar, dem Amhara Agricultural Research Institute sowie weiteren lokalen Institutionen und ExpertInnen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Kultur und Tourismus. Der Förderrahmenvertrag beläuft sich inklusive der aktuellen Fördersumme von 2,87 Millionen Euro für den Zeitraum 2008 bis 2012 auf insgesamt 8,2 Millionen Euro.
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika, Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
heidi.liedler-frank@ada.gv.at
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