
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.
Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development AgencySie investieren in die Märkte der Zukunft?
Wir fördern Unternehmergeist und Ideen.
20. April 2012 - Im Brennpunkt der in zwei Monaten stattfindenden RIO+20 Konferenz steht Green Economy: Ein Weg, um rund um den Globus nachhaltig, gerecht und profitabel zu wirtschaften. Österreichische Unternehmen gehen diesen Weg bereits heute. Sie investieren in Entwicklungs- und Schwellenländern in faire Geschäftsmodelle, Energieeffizienz, intelligenten Ressourcenschutz oder ökologische Landwirtschaft. Die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, fördert solche Geschäftsideen in Kooperation mit der Oesterreichischen Entwicklungsbank (OeEB) - mit Know-how, guten Kontakten und bis zu 200.000 Euro. Denn Unternehmen sind wichtige Partner für nachhaltige Entwicklung.
Chronische Armut ist die zentrale Herausforderung von Entwicklungsländern. Darüber hinaus sind die Menschen in diesen Ländern besonders hart von den Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung betroffen. Sie leiden unter Bodenerosion, Dürren und Wasserverschmutzung. Green Economy ist eine Wirtschaftsweise, die diesen Problemen mit innovativen Lösungen begegnet. Dazu gehören Unternehmen, die in den Ländern des Südens und Ostens profitabel wirtschaften und gleichzeitig auf Ressourcenschutz und faire Arbeitsbedingungen achten. Diese Unternehmen schaffen eine ökonomische Basis für die Menschen vor Ort und helfen die Lebensbedingungen zu verbessern. Österreichische Firmen, die sich im Bereich Green Economy engagieren, erhalten über das Programm Wirtschaftspartnerschaften der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Unterstützung: So wurden in den vergangenen sechs Jahren bereits 69 Unternehmensprojekte mit entwicklungspolitischem Mehrwert mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert.
"Wir interessieren uns für Geschäftsideen, die einen Gewinn für alle bringen: Für die Unternehmen, die Umwelt und die Menschen vor Ort. Viele erfolgreiche Wirtschaftspartnerschaften sind dafür ein starkes Signal und laden zum Nachahmen ein", betont Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency.
Das Büro für Wirtschaftspartnerschaften in der ADA bietet Unternehmen mit Fokus auf Green Economy kompetente Beratung, gute Kontakte und Zuschüsse in der Höhe von maximal 200.000 Euro, in besonderen Fällen sogar bis 500.000 Euro. Erfolgreiche Wirtschaftspartnerschaften in Usbekistan, Mazedonien und Ägypten zeigen, dass sich unternehmerisches Engagement für nachhaltige Entwicklung lohnt.
MARAP Handels GmbH konserviert die süßesten Früchte mit CO2-neutraler Solar- und Biomasse-Trocknungsanlage in Usbekistan.
Vitaminbomben wie getrocknete Süß- und Sauerkirschen der Marap Handels GmbH stammen großteils aus Bio-Anbau in Usbekistan. Jetzt werden die gesunden Snacks mit einer Innovation der oberösterreichischen Technikfirma Cona auch umweltfreundlich konserviert. In der Gegend rund um die Stadt Samarkand wurde mit Unterstützung des Programms Wirtschaftspartnerschaften der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit eine CO2-neutrale Solar- und Biomasse-Trocknungsanlage errichtet. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft werden damit Verarbeitungsabfälle, wie Schalen oder Kirschkerne, als Biomasse genutzt. Seit Jahren forciert Marap den Anbau von Bio-Obst in der fruchtbaren, aber armen Region an der Seidenstraße - mit der Tochterfirma DP Silk Road Organic Foods und über 150 KleinbäuerInnen. Die neuartige Verarbeitungstechnologie bedeutet Unabhängigkeit der Landwirtschaft von der instabilen Energieversorgung. Als Vorreiter ermöglicht das Projekt mit der Qualifizierung zweier Installateur-Betriebe darüber hinaus Folgeaufträge in ganz Zentralasien. Mit Vorteilen für alle: Die Lieferkette mit Bio- und Fairtrade-Produkten wird im wachsenden Markt gesichert. Es werden Arbeit und ein sicheres Einkommen für die Menschen vor Ort geschaffen und die Umwelt geschont.
Sto Ges.m.b.H. forciert energieeffiziente Bauweise in Mazedonien.
Auf dem Gebiet der Wärmedämmung ist die Kärntner Sto GmbH, Tochter der deutschen Sto AG, Weltmarktführer. Seit 2007 bietet der mittelständische Erfolgsbetrieb als Wirtschaftspartner der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sein Know-how über energieeffizientes Bauen, Wärmeschutz und Passivhausbau auch in Mazedonien an. Erfolge gibt es bereits: Für rund 2.000 ProfessionistInnen der Baubranche stehen durch die Wirtschaftspartnerschaft weitgehend EU-konforme, mazedonische Projektierungs- und Verarbeitungsrichtlinien für Wärmeverbundsysteme zur Verfügung - herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität in Skopje und der mazedonischen Kammer der Architekten und Bautechniker. Fachberatungen bringen energieeffiziente Lösungen an ein breites Publikum. Wirtschaftliche Anreize verdeutlicht ein Computerprogramm (in mazedonischer, albanischer und serbischer Sprache): Per Mausklick können BauunternehmerInnen und HäuslbauerInnen attraktive Energiesparpotenziale durch energieeffiziente Fassadendämmungen auf Basis der Klimadaten Mazedoniens berechnen.
Österreichische Solar-Spezialisten - Sekem Energy GmbH und Pink GmbH - bauen Solarthermie in Ägypten aus.
Sonnenreiche Länder wie Ägypten könnten in Zukunft ihren Energiebedarf ohne große Investitionen mit Solarthermie decken. Noch mangelt es aber an Know-how, geschulten Fachleuten und Bewusstsein für die umweltschonende Energieform. Bisherige Pilotversuche mit Solaranlagen sind im 2.300 Kilometer entfernten Wüstenstaat oft gescheitert. Denn Sandstürme und der hohe Salzgehalt der Luft machen empfindliche Kollektoren ohne fachgerechte Wartung in kürzester Zeit funktionsuntüchtig. Das soll sich ändern: Im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit werden europäische Solarsysteme bis 2014 an ägyptische Verhältnisse angepasst und zu erschwinglichen Preisen verfügbar sein. In Zusammenarbeit mit den österreichischen Solar-Spezialisten Sekem Energy GmbH und Pink GmbH aus der Steiermark, GREENoneTEC GmbH aus Kärnten sowie den ägyptischen Partnern SEKEM, E-Green und EcoEnergy stellen ExpertInnen ihr gebündeltes Know-how für Bildungsinstitutionen und Firmen vor Ort zur Verfügung. Fachkräfte werden geschult - damit künftig professionell installierte und gut gewartete Sonnenkollektoren ausreichend saubere Energie liefern. In Kooperationen mit lokalen Firmen soll darüber hinaus die Produktion und der Vertrieb von Komponenten für Qualitäts-Solaranlagen in Ägypten aufgebaut werden. Die Wirtschaftspartner haben also gute Karten, im Land am Nil ein offenes Klima für erneuerbare Energie, zukunftsträchtige Green Jobs und nachhaltige Entwicklung zu schaffen.
Mit mehr als 7.000 teilnehmenden Unternehmen ist der UN Global Compact heute die weltweit größte Plattform für unternehmerische Verantwortung. Das österreichische Global Compact Netzwerk wird unter anderem von der Austrian Development Agency unterstützt und von respACT - austrian business council for sustainable development koordiniert. Rund um "Rio+20" wird auch hier 2012 der Schwerpunkt auf der Förderung von Green Economy gesetzt. Renommierte Unternehmen in Österreich - von OMV, Novartis oder den Wiener Stadtwerken (www.unglobalcompact.at) - sind bereits Global Compact Teilnehmer.
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Claudia Gruber
Tel.: +43 (0)1 90399-2420
claudia.gruber(at)ada.gv.at