Sanfter Tourismus im Land der Glückseligkeit
Alpines Tourismus-Know-how für den Himalaya: Bhutans erste Tourismusschule eröffnet.
Wien, 2. November 2010 - Mit 23 Millionen Euro ist der Tourismus die zweitgrößte Einnahmequelle Bhutans. Jetzt wurde in der bhutanischen Hauptstadt Thimphu mit österreichischer Unterstützung die erste Tourismusschule des Landes eröffnet. 25 Männer und 25 Frauen haben ihr Studium bereits begonnen.
"Das ‚Royal Institute for Tourism and Hospitality' in Thimphu wird eine wichtige Rolle bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze spielen und die Wirtschaft Bhutans beleben", gab sich die bhutanische Königsmutter Ashi Dorji Wangmo Wangchuk bei der Eröffnung der Tourismusschule überzeugt.
Erst vor 20 Jahren wurde die Tourismuswirtschaft in Bhutan privatisiert. Dabei verfolgt das buddhistische Königreich im Himalaya das ehrgeizige Ziel, den Tourismus umweltfreundlich und sozial sowie kulturell akzeptierbar zu gestalten. "Wir wollen Bhutan mit der Ausbildung von Fachkräften dabei unterstützen, die Brücke von einer beeindruckenden Kultur und Tradition zu modernem Tourismus zu schlagen", sagt Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.
Moderne Schule mit Weiterentwicklungspotenzial
Die im Oktober eröffnete Tourismusausbildungsstätte - das "Royal Institute for Tourism and Hospitality" - soll die nachhaltige Weiterentwicklung des bhutanischen Tourismus qualitativ und quantitativ gewährleisten. Bhutan finanzierte den Bau der Schule selbst. Aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit wurde die notwendige, moderne Technik bereitgestellt: Gerätschaften und Maschinen für die Küche, IT-Technologie und energiesparende Komponenten für Lüftung, Heizung, Warm-und Abwasser. Know-how- und Technologietransfer verhelfen so Tourismus und Bauwesen zu einem Modernisierungsschub. Das Institut ist als Kompetenzzentrum für Tourismus für die gesamte Region angedacht und kann in Zukunft in Kooperation mit der Royal University of Bhutan weiterentwickelt werden.
Die Tourismusschule in Kleßheim sowie die FH Salzburg berieten die bhutanischen ExpertInnen bei der Lehrplanentwicklung für den zweijährigen Diplomkurs für Hotel- und Tourismusmanagement und beim Weiterbildungsplan für Personen, die bereits im Tourismussektor tätig sind. Darüber hinaus finanziert die Austrian Development Agency aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit jährlich vier Stipendien für BhutanerInnen am Kolleg für Tourismus in Kleßheim. Diese bringen nach ihrer Rückkehr das erworbene Wissen in die Entwicklung des bhutanischen Tourismusbereichs ein. Eine Studie aus 2007 bestätigt den positiven Effekt des Wissenstransfers auf den bhutanischen Tourismussektor.
Hotels nach internationalen Standards
Grundvoraussetzung für die Entwicklung von nachhaltigem Tourismus sind Hotelstandardisierung und -klassifizierung nach internationalen Maßstäben. Ein österreichischer Experte unterstützte den bhutanischen Tourismusrat bei der Entwicklung der notwendigen Kriterien und der Standardisierung von Unterkünften für TouristInnen.
Von Österreich bis zum Dach der Welt
Während ihres Besuches in Bhutan unterzeichnete ADA-Geschäftsführerin Brigitte Öppinger-Walchshofer mit Daw Penjo vom bhutanischen Außenministerium die Landesstrategie Bhutan der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Die Strategie für den Zeitraum 2010 bis 2013 wurde mit dem 10. Fünf-Jahresplan Bhutans abgestimmt und baut auf der bisherigen Zusammenarbeit zwischen der Alpenrepublik und dem Königreich im Himalaya auf. Die Schwerpunkte der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mit Bhutan liegen in den Bereichen Energie, Tourismus und Rechtsstaatlichkeit.
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
heidi.liedler-frank@ada.gv.at






