Ohne Ernährungssicherheit keine Entwicklung
Welternährungstag 2008: OEZA legt Hintergrundbericht vor
Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Anlass für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), die Situation rund um das Thema Ernährung und Entwicklung zu analysieren und eine Zwischenbilanz zu ziehen. Auch eine Veranstaltung befasst sich mit dem Thema.
Die Verringerung von Armut und Hunger ist das erste von acht Millenniumsentwicklungszielen. Doch die bisherigen Resultate sind ernüchternd. Der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln steigt ständig, nicht zuletzt aufgrund von geändertem Konsumverhalten und raschem Bevölkerungswachstum. Das Angebot hingegen wird geringer, verursacht durch die geringe Produktivität in vielen Entwicklungsländern, Ernteausfälle, sowie abnehmende Produktion infolge von Klimawandel und höheren Kosten in der Landwirtschaft.
Die in den Jahren 2007 und 2008 stark gestiegenen Preise haben zu einer globalen Krise geführt: Derzeit hungern weltweit über 923 Millionen Menschen, der überwiegende Teil davon in den Entwicklungsländern.
Problem Landwirtschaft
Die Ursachen des Mangels sind zumeist strukturelle Faktoren, die eine nachhaltige und eigenständige landwirtschaftliche Produktion in den Entwicklungsländern erschweren: etwa geringe öffentliche Investitionen in die Landwirtschaft und die Konzentration der landwirtschaftlichen Produktion auf den Export. Weiters werden die Strukturen der kleinbäuerlichen Betriebe und ungeklärte Land- oder Besitzrechte zu wenig berücksichtigt.
Hinzu kommt die Verschlechterung der Produktionsbasis durch zunehmende Umweltzerstörungen, wie abnehmende Bodenfruchtbarkeit und vermehrte Wüstenbildung. Zusätzlich bereiten zu geringe Kapazitäten sowie zunehmende regionale und soziale Unterschiede vermehrt Probleme. Zumeist ist der Zugang zu natürlichen Ressourcen - vor allem Land -, Kapital, Technologie und Information und nicht zuletzt auch Nahrungsmitteln extrem ungleich verteilt.
OEZA: Know-how und Nachhaltigkeit
Ernährungssicherheit in den Partnerländern zu schaffen ist für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) eines der zentralen Ziele, vor allem in Zusammenhang mit der Gestaltung einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung. Die OEZA fördert kleinbäuerliche Familienbetriebe, ökologische Landwirtschaft und den Zugang zu lokalen und regionalen Märkten. Dabei gilt es, wichtige Anliegen, wie gleichberechtigten Zugang zu Land - vor allem für Frauen - zu erreichen und die Maßnahmen in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren umzusetzen.
Erfahrungen und Projekte der OEZA
Mit zahlreichen Programmen und Projekten unterstützt die OEZA die Ernährungssicherheit in ihren Partnerländern:
- In Äthiopien wird seit 1995 mit einem umfassenden Programm mit Schwerpunkt auf die Verbesserung der Viehwirtschaft und die Sicherung der Selbstversorgung, der chronischen Abhängigkeit von externer Nothilfe entgegengewirkt.
- In Mosambik werden in Zusammenarbeit mit Bäuerinnen und Bauern alternative Anbaumethoden getestet, kommerzielle organische Landwirtschaft aufgebaut und die Vermarktung der Produkte auf lokalen, regionalen und internationalen Märkten ermöglicht.
- In Nicaragua liegt der Schwerpunkt auf einer Diversifizierung der Produktion. Durch Beratung in ökologisch verträglichem Anbau und nachhaltige Weidewirtschaft wird die Produktivität der Landwirtschaft erhöht und damit Zusatzeinkommen geschaffen.
Die Erfahrungen der OEZA belegen, dass die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung mit begleitenden Maßnahmen einhergehen muss, und zwar sowohl auf politischer als auch institutioneller Ebene. Zentral dabei: eine besseren Koordinierung zwischen den einzelnen staatlichen Institutionen und eine bessere Zusammenarbeit von staatlichen und privaten Organisationen sowie die Einbindung der zivilen Gesellschaft. Nur so wird Selbstbestimmung möglich.
Der OEZA-Bericht "Fokus: Ernährungssicherheit - International vereinbartes Ziel und Menschenrecht" ist unter Themen/Ländliche Entwicklung verfügbar.
Veranstaltung anlässlich des Welternährungstages 2008
"Klimawandel und Bioenergie als Herausforderungen für die weltweite Ernährungssicherung" ist das Thema der Veranstaltung anlässlich des Welternährungstages 2008 der Vereinten Nationen. Am Podium: Barbara Ekwall (FAO), Stefan Schleicher (WIFO), Johann Marihart (AGRANA) und Michael Obersteiner (IIASA). Mit dieser Veranstaltung wollen das Lebensministerium, die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), FIAN (Food First Information und Action Network) und das Ökosoziale Forum Österreich auf die brisante weltweite Ernährungssituation hinweisen und eine thematische Brücke zwischen der Außen- und Landwirtschaftspolitik schlagen. Die erste gemeinsame Veranstaltung zum Welternährungstag fand 2003 statt, im Vorjahr konnte als zusätzliche Partnerin die NGO FIAN gewonnen werden, die vor allem zum Thema Recht auf Nahrung arbeitet.
Einladung Welternährungstag - pdf
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Rückfragehinweis:
Informationsbüro der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Austrian Development Agency
Mag. Heidi Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
E-Mail: heidi.frank@ada.gv.at






