Wirtschaft und Entwicklung - ein Gewinn für alle
Die Austrian Development Agency (ADA) und die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ fördern unternehmerisches Engagement in Entwicklungsländern.
23. November 2010 - Heute präsentierten die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, und die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ ihre Strategien zur Stärkung österreichischer Unternehmen, Geschäftsideen in Entwicklungs- und Schwellenländern umzusetzen. Projekte mit entwicklungspolitischem Mehrwert werden gezielt gefördert.
Wirtschaft als Motor für Entwicklung
Entwicklungs- und Schwellenländer haben großes wirtschaftliches Potenzial. Trotz globaler Krise verzeichnen sie beständiges Wachstum. Sie sind die Märkte der Zukunft sowohl für Investitionen als auch für den Absatz von Produkten. Gleichzeitig geht es weiter darum, die Lebensbedingungen in diesen Ländern zu verbessern.
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit zielt mit ihrem Schwerpunkt "Wirtschaft und Entwicklung" auf den Aufbau eines leistungsfähigen Privatsektors in ihren Partnerländern. Dazu gehört die Förderung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen durch die Sicherung der Rechtsstaatlichkeit ebenso wie etwa der Aufbau einer verlässlichen Infrastruktur. Außerdem wird privates Kapital sowie die Kraft und Expertise der Wirtschaft auch für Entwicklung genützt.
Gemeinsam mehr zusammenbringen
Eine Maßnahme ist das Programm "Wirtschaftspartnerschaften", mit dem die Austrian Development Agency auf die Kraft österreichischer Unternehmen setzt. Mit Unternehmergeist, Innovationen, Know-How und dem Einsatz von Managementkapazitäten - den Schlüsselfaktoren für ökonomischen Erfolg - festigen österreichische Firmen in Partnerländern in Lateinamerika, Afrika, Asien und Südosteuropa den lokalen, privaten Sektor. Sie erschließen damit für sich neue Absatz-und Beschaffungsmärkte, schaffen und sichern aber zugleich Arbeitsplätze und Einkommen sowie Steuereinnahmen als solide wirtschaftliche und gesellschaftliche Basis für die Bevölkerung im Partnerland. Um noch mehr dieser Synergien zu schaffen, gibt es attraktive Förderungen.
"Wir bieten Unternehmen Beratung, gute Kontakte und finanzielle Unterstützung für Projekte mit entwicklungspolitischem Zusatznutzen in der Höhe von bis zu 200.000 Euro", sagt Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der ADA. In den letzten fünf Jahren entstanden mit einer Förderung von 13 Millionen Euro 73 Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt knapp 40 Millionen Euro.
Mehr Nutzen, weniger Risiko
Damit werden Vorhaben österreichischer Unternehmen gezielt gefördert, die nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen gesellschaftlichen Nutzen haben. "Gerade in Zeiten knapper Budgets müssen öffentliche Gelder effizient in Verwendung gebracht werden. Die künstliche Trennung zwischen Entwicklungszusammenarbeit, die sich am Gemeinwohl der Partnerländer orientiert und Wirtschaft, die sich an Gewinnen orientiert, muss überwunden werden. Es geht uns um die einander ergänzende Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft - für eine nachhaltig wirksame Win-win Situation", unterstreicht Öppinger-Walchshofer.
Unternehmerische Gewinnchancen in neuen Märkten können durch die Förderungen mit geringerem Risiko wahrgenommen werden. Gleichzeitig werden die Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort verbessert. Die Wirtschaftskammer ist hier ein wichtiger Partner der ADA.
"Als AWO bekennen wir uns grundsätzlich zur Entwicklungszusammenarbeit als Teil der Wirtschaftspolitik. Gemeinsam mit der ADA bauen wir den Bereich Wirtschaft und Entwicklung aus", betont Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Als aktiven Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit von Seiten der Wirtschaft hat die AWO das "Netzwerk Projekte International NPI" ins Leben gerufen. Koren: "Ziel ist, österreichischen Unternehmen den Weg zu europäischen und internationalen Entwicklungsprogrammen zu zeigen und heimische Unternehmen zu betreuen, die an Aufbau-Projekten in Emerging Markets interessiert sind." Das Gros der Vorhaben mit dem Ziel der Armutslinderung, die von der EU oder internationalen Finanzierungsinstitutionen wie Weltbank oder EBRD gefördert werden, hat einen Fokus auf "Wirtschaft und Entwicklung" und zielt auf Verbesserung der Infrastruktur ab - Transport-, Energie-, Gesundheits-, Bildungs- und Umweltsektor. "Das sind genau die Bereiche, wo österreichische Unternehmen dank ihres Know-hows viel bieten können. Darauf weisen wir mit unserem Auslandsnetzwerk von über 100 Stützpunkten weltweit und unseren Experten im Inland hin und führen die Unternehmen direkt zu den Projekten", so Koren.
Investitionen die sich auszahlen
Vom Programm "Wirtschaftspartnerschaften" hat beispielsweise der österreichische Obstbaubetrieb von Werner Retter profitiert. Ihm ist es gelungen, in Bosnien den Anbau der lokalen Traditionsfrucht Granatapfel zu forcieren, heimischen Kleinbäuerinnen und -bauern eine wirtschaftliche Grundlage zu schaffen und sein Sortiment für Obstsäfte mit einem hochwertigen Bioprodukt zu erweitern. Erfolgreich ist auch der steirische Drahthersteller Joh. Pengg. Er hat im Nordosten Indiens eine Produktionswerkstätte errichtet und sich gleichzeitig für die Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung engagiert. Die Investitionen zahlen sich nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten aus. Der Unternehmer erhält auch große Anerkennung durch motivierte, loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch die Bevölkerung vor Ort. "Der ökonomische und ideelle Erfolg gibt diesen Unternehmern ebenso wie vielen anderen Wirtschaftspartnern Recht. Wir freuen uns über diese Erfolgsgeschichten. Mit der WKO arbeiten wir an der Weiterentwicklung von Strategien, damit noch mehr Unternehmen optimal von den Programmen profitieren" sagt Öppinger-Walchshofer abschließend.
Die Austrian Development Agency (ADA) ist die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Im Auftrag des Bundes plant, finanziert und begleitet sie Programme und Projekte zur Unterstützung der Länder in Afrika, Asien und Zentralamerika sowie Südosteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.
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Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
heidi.liedler-frank@ada.gv.at
Mag. Bernhard Salzer
Wirtschaftskammer Österreich
stv. Abteilungsleiter Stabsabteilung Presse
Tel: +43 (0) 590900-4464
bernhard.salzer@wko.at
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