Caregivers in Simbabwe
Nikola Fahrbach arbeitet seit April 2008 als Entwicklungshelferin im Süden Simbabwes, in Chiredzi. Die Wirtschaftswissenschafterin berät dort die Organisation SEVACA - Sesithule Vamanani Caring Association. Im Jahr 2000 von Shangaan-Hlengwe Frauen gegründet, bekämpft SEVACA die Auswirkungen der HIV/AIDS Epidemie in den umliegenden Dörfern. Rund 850 Caregivers - freiwillige PflegerInnen - werden in speziellen Trainings vorbereitet und mit einer Basisausrüstung ausgestattet. Darüber hinaus unterstützt SEVACA "Kinderfamilien" und Jugendliche durch Schulgeld, Lebensmittel und einem Weiterbildungs- und Freizeitprogramm.
Turnschuhe als Bezahlung

- © by: HORIZONT3000
”Kinderfamilie”
Die Ausstattung eines Caregivers, das "Home-Based-Care-Kit", beinhaltet etwas Seife, einen Eimer, Handschuhe, ein Handtuch und - soweit verfügbar - auch Basislebensmittel und Medikamente, hauptsächlich Schmerzmittel. Damit gehen die frischgebackenen PflegerInnen in die Dörfer, wo sie an AIDS erkrankte Menschen versorgen. Bezahlung gibt es dafür keine. Sie erhalten lediglich zweimal jährlich eine Fortbildung. Nach einem Jahr gibt es jedoch ein Paar Turnschuhe und eine Art Uniform als Dankeschön: "Beides wird mit Stolz getragen," erzählt Nikola Fahrbach, "damit sind Caregiver schon von weitem zu erkennen."
Perspektiven für Kinder

- © by: HORIZONT3000
Boas, Field Officer
SEVACA kümmert sich auch um AIDS-Waisen und Kinder, die einen Großteil ihrer Familienangehörigen verloren und sich in "Kinderfamilien" zusammen geschlossen haben. Geld gibt es nicht für die Arbeit mit den Jugendlichen. "Unsere Field Officer sind aber auch ohne Bezahlung sehr aktiv mit den Youngsters," berichtet Nikola Fahrbach. Boas in Chikombedzi ist einer dieser engagierten Field Officer. Als Sechzehnjähriger wurde er Vollwaise und lebte bei immer anderen Verwandten. Er konnte seine Schulausbildung dennoch abschließen und studiert heute. Die Jugendlichen sind begeistert von ihm! Er schafft es beispielsweise immer wieder für seine Schützlinge Ausbildungsplätze als Tischler oder Näherin zu organisieren.
Ermutigung zum Weitermachen

- © by: HORIZONT3000
Kindermalgruppe
Die MitarbeiterInnen von SEVACA schätzen es, wenn Nikola Fahrbach sie auf ihren Touren in die Dörfer begleitet. "So bekomme ich einen direkten Eindruck vom täglichen Leben, Leiden, Sterben, von Hunger und Not. Und den Menschen bedeutet es unheimlich viel, dass man von ihrem Schicksal erzählt." Nachdenklich fügt sie hinzu: "Meine vielleicht wichtigste Aufgabe in all diesen Programmen ist es, allen so viel Aufmerksamkeit zu schenken wie möglich, sie zu ermutigen, weiter zu machen und ihnen zu versprechen, dass ich wiederkomme."
Der Einsatz von Nikola Fahrbach wird im Rahmen des Personalprogramms von HORIZONT3000 mit 70% der Gesamtkosten von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.






