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Wo bin ich?


"Going home." Norduganda - hoffen auf Frieden

Ein Reisebericht von Johanna Mang

"Erst wenn wirklich Frieden herrscht, werden meine Familie und ich wieder zurück in unser Dorf ziehen". Jakson’s Familie bewohnt seit über fünf Jahren im Lager Alim im Distrikt Pader im Norden Ugandas eine kleine Lehmziegelhütte. Die provisorische Türe besteht aus alten amerikanischen Öldosen und gibt zumindest Sichtschutz vor den knapp gelegenen nächsten Hütten. Absperren lässt sie sich nicht. Die Habseligkeiten der Familie beschränken sich auf den Kochtopf, die Schlafmatten und ein paar Kleider.

 

Tür aus Öldosen
© by: ADA/J. Mang

Eine Tür aus Öldosen - ärmste Verhältnisse in Norduganda.

Freiwillig wohnt hier niemand. Im Zuge der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Rebellen der Lord Resistance Army und dem Militär wurde die Zivilbevölkerung gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen und in Camps zu ziehen; aus Schutz vor den Unruhen aber auch zur Überwachung, sodass die Rebellen keinen Unterschlupf und keine Verpflegung mehr von der Bevölkerung erhalten konnten. An die 1,5 Millionen Menschen leben noch heute in solchen Camps. Dicht gedrängt und von zahlreichen internationalen humanitären Organisationen mit dem Notwendigsten versorgt.

 

Bewohner des IDP-Camps Alim
© by: Ada/J. Mang

Das Rote Kreuz verteilt Werkzeug um die Bewohner bei der Kultivierung des Bodens zu unterstützen.

Im Camp Alim ist Jakson der Information Officer. Er führt die Vertreterin des Internationalen Roten Kreuzes und mich durch das Camp, in dem wir vor allem Kinder und ältere Leute antreffen. Die Jungen haben sich in weiter weg gelegene Camps aufgemacht, um von dort aus die Felder um die Dörfer wieder zu bestellen, die Jahre lang brach gelegen sind. Zu ihrer Kultivierung hat das Rote Kreuz in Alim Saatgut und Werkzeuge verteilt. Damit sollen die Menschen einen Schritt näher in Richtung Selbstversorgung gelangen. Die wirkliche Rücksiedlung aber steht noch bevor – noch reicht die Ernte für das Durchkommen der Familie nicht aus; in den ehemaligen Dörfern gibt es keine funktionierenden Brunnen, keine Gesundheitsversorgung, keine Schulen. Und der Frieden wird derzeit zwischen den Rebellen und der Regierung unter internationaler Leitung verhandelt.

 

Über die NRO-Kofinanzierung unterstützt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit mit 400.000 Euro die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes in den Flüchtlingslagern Nordugandas.