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In Würde altern

© Neoumanist Association
Ein Leben in Würde, in jedem Alter – Ausgangspunkt des Projekts.
Eine Frau verteilt Blumen an alte Menschen.

Grigore und Eudochia Gudz gehören zu den etwa 40 alten Menschen, die täglich das Tagesbetreuungszentrum "Rasarit" (Sonnenaufgang) in der Kleinstadt Straseni, 25 Kilometer nördlich von Chisinau, besuchen. Die beiden leben in einem kleinen Häuschen mit nur einer Küche und einem Zimmer und haben schwere gesundheitliche Probleme. Zusammen bekommen sie eine staatliche Alterspension von umgerechnet 65 Euro im Monat; das ist auch in Moldau, dem ärmsten Land Europas, nicht genug zum Leben.

Armut im Alter

So wie Grigore und Eudochia Gudz geht es vielen kranken, behinderten oder alleinstehenden, alten Menschen in Moldau. Beinahe 20 Prozent der Bevölkerung sind PensionistInnen; mehr als 100.000 von ihnen leiden an Behinderungen. Ein großes Problem in Moldau ist zudem die häufige Auswanderung erwerbsfähiger Personen, wodurch Kinder und Alte zurückbleiben und auf sich allein gestellt sind.

Gemeinsam durch den Winter

© Neoumanist Association
Sehr beliebt sind Spiele, Gymnastik-, Musik- und Tanzgruppen.
Menschen beim Malen.

Genau hier setzt "Rasarit" an: Alte Menschen werden bei der Bewältigung ihrer täglichen Bedürfnisse unterstützt. "Rasarit" stellt bedürftigen alten Menschen Mahlzeiten, eine Waschküche sowie Duschen zur Verfügung und ermöglicht ihnen die Teilnahme an sozialen Aktivitäten. Besonders im Winter ist das Zentrum gut besucht, denn viele alte Menschen haben keine Heizung oder können sich keine Heizmaterialien leisten. Sie finden in "Rasarit" eine Zuflucht vor der oft klirrenden Kälte des moldawischen Winters und auch vor dem Alleinsein.

Die Austrian Development Agency unterstützte die moldawische Nichtregierungsorganisation (NRO) "Neoumanist Association" in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Verein AMINA aktiv für Menschen in Not Austria beim Aufbau des Tagesbetreuungszentrums "Rasarit".

Armut sichtbar machen

© Neoumanist Association
Einsamkeit war für viele alte Menschen ein Problem.
Gemeinsames Essen.

Das Team von "Rasarit" bezieht die Gemeinden, aus denen die BesucherInnen stammen, in das Projekt mit ein, um die Probleme dieser Bevölkerungsgruppe sichtbar zu machen und etwas dagegen zu unternehmen. Auch staatliche Akteure werden nicht aus ihrer Verantwortung entlassen; sie werden zu einer schrittweisen Beteiligung am Projekt angehalten. Ebenso werden lokale Behörden und NROs angesprochen, um weitere Projekte dieser Art in ganz Moldau zu fördern. Insgesamt sollen die Bedürfnisse alter Menschen im Land besser wahrgenommen und die Qualität in der Altenbetreuung verbessert werden.

Veronica Timbalari, die Leiterin des Projekts "Rasarit", ist mit ganzem Herzen bei ihrer Aufgabe. Sie bedauert die Zustände in ihrem Heimatland, vor allem die Desintegration der Familien durch die Notwendigkeit zur Auswanderung. "In meiner Familie", sagt die junge Frau, "leben die Generationen noch zusammen, aber das ist in Moldau leider zur Ausnahme geworden".