Betroffene bestimmen mit
Für den Beitritt zur Europäischen Union (EU) muss Mazedonien auch wirkungsvoll die Armut im Land mindern. Wer aber weiß, was arme Menschen wirklich brauchen? In Mazedonien werden sie im Rahmen eines Pilotprojektes direkt befragt. Erstmals wird der Menschenrechtsansatz bei der Erarbeitung von Strategien zur Armutsreduktion praktisch angewendet. In Mazedonien startete vor zwei Jahren ein Pilotprojekt, das vom Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) durchgeführt und von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) finanziert wird. Dabei lernen lokale Verwaltungen, potenziell benachteiligte und arme Bevölkerungsgruppen in die Ausarbeitung ihrer Entwicklungspläne einzubeziehen. Auf diese Weise sollen die Betroffenen mit all ihren Problemen und Bedürfnissen auch wirklich gehört werden.
Zuerst zuhören, dann handeln
In sieben ausgewählten, mehrheitlich multi-ethnischen Gemeinden wurden für die Befragung zunächst sozial benachteiligte Gruppen identifiziert. Die Projektpartner organisierten Diskussionsrunden, um Behörden und Betroffene zu sensibilisieren. Bereits ein Jahr später hatten fünf Gemeinden ihre Entwicklungspläne erfolgreich fertig gestellt und konnten mit deren Umsetzung beginnen.
Soziale Lücken aufgespürt
Eine umfangreiche Strategie zur Armutsminderung sowie zur Bekämpfung sozialer Ausgrenzung ist eine wichtige Bedingung für den EU-Beitritt. Das BIM unterstützt das zuständige mazedonische Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik bei der Ausarbeitung. Derzeit werden in acht Regionen zivilgesellschaftliche Organisationen über ihre Anliegen und etwaige "Löcher" in der Sozialpolitik und -gesetzgebung befragt. Die Ergebnisse fließen in die nationale Strategie ein. Diese Vorgangsweise ist bisher einzigartig in einem EU-Beitrittsprozess.
Projektpartner der OEZA: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM); Ministerium für Arbeit und Soziales, Mazedonien; UNDP







