MIRIAM steht für Bildung und Frauenförderung
Mit ihrem Studium der Sozialarbeit gehört Luisa Genoveva Velásquez Reynosos in Guatemala zu jenen zwei Prozent Frauen, die es schaffen ein Studium abzuschließen. "Mehr als 98 Prozent der indigenen Frauen in Guatemala erreichen keinen Universitätsabschluss", berichtet die geprüfte Sozialarbeiterin. Ihr Studium konnte sie mithilfe eines MIRIAM-Stipendiums absolvieren. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Arbeit von MIRIAM in Guatemala und in Nicaragua.
Bildung öffnet Wege
"Ohne Stipendium hätte ich keinen akademischen Abschluss machen können, geschweige denn eine Arbeit in der Qualität bekommen, wie ich sie jetzt ausübe", ist Luisa Genoveva Velásquez Reynosos überzeugt. Als Beraterin der staatlichen guatemaltekischen Raumplan-ungsbehörde setzt sie sich heute selbst für die Rechte der Maya und Frauen ein. Aktives gesellschaftliches Engagement, wie etwa freiwillige Arbeit in einer Jugend-, Frauen-, Menschenrechts- oder Gesundheitsorganisation, war Voraussetzung für ihr Stipendium. Qualifizierte Ausbildung soll so mit sozialer Verantwortung verbunden werden.
Wie Luisa Genoveva Velásquez Reynosos hat MIRIAM insgesamt 324 Frauen aus Nicaragua und Guatemala ein Universitätsstudium bzw. eine höhere Fachausbildung ermöglicht. Alle Stipendiatinnen sind in ein Netzwerk eingebunden, in dem sie nicht nur materielle, sondern auch psychologische und rechtliche Unterstützung erhalten.
Estelí: Gender, Empowerment und Mitbestimmung
Die "Escuela MIRIAM", ein Grundschulprojekt mit berufsbildenden Kursen, zeugt vom Engagement der Stipendiatinnen. Die Schule in der Stadt Estelí im Nordosten Nicaraguas entstand 2001 aus einer Bildungsinitiative ehemaliger Stipendiatinnen. In der "Escuela MIRIAM" schließen jährlich rund 300 Mädchen und Frauen die Grundschule im zweiten Bildungsweg oder berufsbildende Kurse ab. Wählen können sie dabei zwischen den Bereichen Schneiderei, Frisieren mit Hand- und Fußpflege, Kunsthandwerk und Informatik. Die Ausbildung und die eigene ökonomische Unabhängigkeit verbessern die wirtschaftliche aber auch soziale Situation der Frauen und Mädchen nachhaltig.
Das Netzwerk und die Sensibilität wachsen
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und sozialpolitische Maßnahmen für Gleichberechtigung und Frauenrechte sind ebenso wesentliche Aufgaben-bereiche des Vereins. In Estelí bildet MIRIAM deshalb etwa Promotorinnen von 26 Stadtteilkomitees aus. In Netzwerken der Zivilgesellschaft ist der Verein genauso vertreten wie in öffentlichen Gremien auf regionaler und nationaler Ebene.
Um gesellschaftliche Verankerung bemüht sich MIRIAM auch mittels der Durchführung von Workshops zu rechtlichen und psychologischen Themen. Ein wichtiger Bereich ist die Prävention von innerfamiliärer und sexueller Gewalt. Sowohl Frauen und Jugendgruppen, als auch LehrerInnen, Personal im Gesundheitswesen, Mitglieder von Stadteilkomitees, ländlichen Basisorganisationen und Gemeindeverwaltungen sowie BeamtInnen der Polizei und des Heeres besuchen die Workshops.









