Schneiderwerkstatt in Niger
Ein Bericht von Astrid Hynek
Das Dorf Aouderas, im Norden des Staates Niger, zählt seit nunmehr sieben Jahren zu meinen Lieblingsreisezielen. Die Armut der Bevölkerung und die schwierigen Lebensumstände haben mich über die Jahre sehr bewegt. Als Mitglied der Initiative Eine Welt Braunau bat ich daher unseren Verein, ein Projekt für das Dorf zu initiieren.
Schwindende Lebensgrundlage
In Aoudera leben vor allem Tuaregs. Frauen tragen hier die Verantwortung für ihre Familien und die Hauptlast der Arbeit. Die Männer sind den Großteil des Jahres mit Kamelkarawanen unterwegs oder suchen in anderen Regionen nach Arbeit. Die Familien müssen mit einem mageren Einkommen überleben, pro Person steht lediglich ein Euro pro Tag zur Verfügung.
Im Dorf gibt es keinen Strom, keine geteerten Straßen und auch kein Radio. Die nächste Provinzstadt Agadez liegt eine Tagesreise entfernt. Die frühere Lebensgrundlage, der Transport der Ware mit Karawanen, ist fast zum Erliegen gekommen. Lastkraftwagen haben Kamelen den Rang abgelaufen.
Immer wieder gibt es politische Unruhen und Ausfstände, die von der Regierung jedoch weitgehend unbeachtet bleiben. Die versprochenen Neuwahlen lassen auf sich warten.
Erfolgreich mit Nadel und Faden
Diese Tatsachen bewogen mich dazu etwas zu unternehmen. Wir entschlossen uns eine kleine Schneiderwerkstatt bauen zu lassen, um so die Lebenssituation einiger Familien zu verbessern. Mit Hilfe der Austrian Development Agency errichteten wir ein Haus und ermöglichten den Frauen zehn Nähmaschinen zu kaufen. Eine Nählehrerin aus der Provinzhauptstadt Agadez und auch eine Stricklehrerin brachten den Frauen ihre Fertigkeiten bei.
Bei meinem Niger-Besuch im Februar 2010 fand ich die Frauen emsig strickend und nähend vor. Sie erzählten mir begeistert, dass sich ihre angefertigten Sachen im Dorf und auch in den angrenzenden Siedlungen gut verkaufen. Sie geben ihre Näh- und Strickkünste auch an andere Frauen weiter, damit weitere Familien davon profitieren.









