Vom Kompost zum Gemüse
Die Oberösterreicherin Maria Hageneder zeigt Frauen auf Sansibar wie biologische Landwirtschaft funktionieren kann. Die Austrian Development Agency unterstützt das Frauenprojekt "Imarisha" mit einer Mirkofinanzierung.
An der Ostküste Sansibars in Tansania binden die moslemischen Frauen alle paar Monate Seegras auf Stöcke, ernten dieses nach ein paar Monaten und trocknen es für den Verkauf an eine chinesische Firma. Das Seegras wird exportiert um daraus Kleber und Kosmetikartikel herzustellen. Leider sank der Preis und die mühsame Arbeit zahlte sich bald nicht mehr aus. Da hatte Maria Hageneder die Idee, aus Seegras Kompost herzustellen und so den Boden für Gemüseanbau fruchtbar zu machen. 2009 wurde der Projektantrag von Frau Hageneder von der Austrian Development Agency (ADA) genehmigt und das Frauenprojekt "Imarisha" im Dorf Bwejuu an der Ostküste Sansibars konnte starten.
Salat – etwas für Ziegen?
Zwölf Frauen unterschiedlichen Alters fermentieren zuerst Seegras mit effektiven Mikroorganismen (Teruo Higa), die die Firma Multikraft aus Oberösterreich sponserte. Zusätzlich wurden die Küchenabfälle von zwei kleinen Hotels in großen Fässern gesammelt. Auf dem im Sand vergrabenen Seegras und den fermentierten Küchenabfällen sowie Kuhdung gelang es den Frauen schließlich Gemüse wie Spinat, Okra, Melanzani, Tomaten, Wassermelonen und Rucula anzupflanzen. "Salat wird zwar von der lokalen Bevölkerung verschmäht. Das ist etwas für Ziegen, heißt es. Aber die Frauen konnten ihn an Hotels verkaufen, da Salat bei den Touristen sehr begehrt ist", erzählt Maria Hageneder, die den Frauen auf Sansibar so zu einem zusätzlichen Einkommen verhalf.
Auf Eigeninitiative setzen
"Natürlich stellte sich der Erfolg erst mit der Zeit und nach harter Arbeit ein", so Hageneder: "Aber mittlerweile sind die Frauen sehr stolz auf ihr eigenes Projekt." Auf Einladung von Partnern konnten die Frauen "Imarisha" auf der Landwirtschaftsmesse "Nane Nane" in Morogoro am Festland präsentieren. Die jungen Frauen waren von der Reise und all den damit verbundenen Eindrücken begeistert. "Sie waren überrascht als sie das erste Mal Berge sahen und kehrten mit gestärktem Selbstbewusstsein und vielen neuen Erfahrungen in ihr Dorf zurück", erzählt Hageneder. Mit neuem Elan begannen die Frauen Sackgärten zu bauen, wie sie es bei ihren Kollegen kennengelernt haben. Die Gärten rücken so in die unmittelbare Nähe der Küche. Mit dem Projekt wurde die Basis für eine bessere Gesundheit und Versorgung der lokalen Bevölkerung gelegt. Außerdem gewannen Frauen die Möglichkeit auf ein eigenes Einkommen. Darüber hinaus wurde auf Sansibar das erste Mal Mülltrennung und der Wert von Küchenabfällen der Hotels thematisiert.









