Wasser für die grünen Berge Osttimors
Im ärmsten Land Südostasiens läuft ein von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) finanziertes, beispielhaftes Projekt des Roten Kreuzes: Hilfe als "integrierter Ansatz".
Der 20-jährige Kampf um die Unabhängigkeit von Indonesien hat zahllose Leben geprägt. "Wer nicht kämpfte, war damals auf der Flucht", erinnert sich Mariano da Costa Soares. "Mir hat das Rote Kreuz damals das Leben gerettet." Nach seiner Ausbildung zum Wassertechniker begann Mariano für das Internationale Rote Kreuz (IKRK) zu arbeiten. "Als die Wasserprojekte 1998 starteten, hatte nur ein Viertel der Menschen hier Zugang zu sauberem Trinkwasser. Seither haben wir fast 70 Dörfer mit Wassersystemen versorgt." Die Probleme im ärmsten Land Südostasiens hat der 42-jährige Wassertechniker zu seinen gemacht. "Die Gesundheitssituation ist sehr schlecht. Viele Menschen sterben an Infektionen, Diarrhö und Cholera. Verschmutztes Trinkwasser ist die Haupttodesursache bei Kindern unter fünf Jahren, auch die Müttersterblichkeit ist sehr hoch", schildert er.
Langer Weg zum Wasser
"Es gibt zwar Wasser", erklärt Mariano. "aber die Bewohner, vor allem Frauen und Kinder, müssen weite Wege zu den Quellen zurücklegen, und die offenen Wasserstellen sind durch Tierkadaver verschmutzt." Eine Kombination, die neben den gesundheitlichen auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Denn wer täglich Stunden damit verbringt, Trinkwasser zu organisieren, dem fehlt die Zeit für Schule und Feldarbeit. "Wir sind sehr glücklich über das Wasser", erzählt Isabel Aronsan Desesus, Bewohnerin des kleinen Bergdorfs Aramehun. "Jetzt können wir auch unsere Gemüsegärten bewässern und ein wenig dazuverdienen." Isabels Dorf ist eines von 38 in den Bezirken Ermera, Liquiça und Bobonaro, die mit Unterstützung des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten.
Arbeitsteilung im Dorf
Finanziert wird das 1,5-Millionen-Euro-Projekt von Mitteln der Europäischen Union und der OEZA, sowie den Firmen Pipelife und Vöslauer. Die Arbeitsteilung in den Dörfern beschreibt Mariano so: "Wir Wassertechniker liefern Fachwissen und Material, die Dorfbewohner leisten die Bautätigkeit." Das Rote Kreuz verfolgt einen "integrierten Ansatz". Das bedeutet, "dass Wasser alleine noch nicht gesund macht". Deshalb haben die Rotkreuzler auch das Wissen um Hygiene, den richtigen Umgang mit Lebensmitteln, Ernährung und Basis-Gesundheitsinfos mit im Gepäck.
Ziele in Sichtweite
Das übergeordnete Ziel des Vierjahresprojekts ist die Verbesserung der Gesundheit in den Projektgebieten. Damit rücken im ärmsten Land Südostasiens zumindest zwei der hochgesteckten UN-Millenniums-Entwicklungsziele in Sichtweite: Ziel eins, der Auslöschung extremer Armut, und Ziel vier, der Senkung der hohen Kindersterblichkeit, wäre Osttimor einen Schritt näher, wenn durch verschmutztes Wasser und schlechte Hygiene verursachte Krankheiten verschwinden würden. Zehn Jahre steht Mariano da Costa Soares nun im Dienst der Rotkreuz-Wasserprojekte. Er nähert sich tagtäglich seinem persönlichen Ziel, das Leben in seinem Heimatland für so viele Menschen wie möglich besser zu machen.









