Don´t forget! Aufbau von demenzgerechten Strukturen in zwei Modellregionen in Bosnien und Herzegowina



Projektträger: Österreichische Caritaszentrale (ÖCZ) Land: Bosnia and Herzegovina Fördersumme: € 250.000,00 Beginn: 01.10.2018 Ende: 30.09.2021

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen durch innovative betroffenenzentrierte Modellangebote und demenzgerechte Strukturen. (Beitrag zu SDG 3, Beitrag zu GAP II Thematic Priority 10: Physical and Psychological Integrity)


Erwartete Ergebnisse


1) Fachkräfte in der Pflege werden zu Demenz-ExpertInnen ausgebildet, wenden ihre Kenntnisse von innovativen Methoden in der Betreuung von Menschen mit Demenz im Pflegealltag an und geben ihr Wissen weiter. Das Thema Demenz ist in bestehende Ausbildungsangebote für Pflege in das Curriculum integriert.

2) Die lokalen Organisationen und Einrichtungen verfügen über demenzgerechte stationäre und mobile Angebote und Ausstattung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

3) Ein „Netzwerk Demenz“ ist aufgebaut, trifft sich regelmäßig, sichert Wissensvermittlung rund um das Thema und tritt anwaltschaftlich für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen ein.

4) Das Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie innerhalb der Altenpflege zum Thema Prävention von Demenz und Betreuung von Menschen mit Demenz ist gestärkt.


Zielgruppe


Zielgruppe sind insgesamt ca. 1000 Personen in den Regionen Banja Luka und Mostar:

370 Menschen mit Demenz, 220 pflegende Angehörige, 120 Fachkräfte (Pflegefachkräfte, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen), 30 MultiplikatorInnen und Freiwillige, 160 ÄrztInnen, LeiterInnen anderer Einrichtungen, NGOs und Ausbildungseinrichtungen, 50 EntscheidungsträgerInnen auf lokaler und regionaler Ebene.


Maßnahmen


Aufbau von Know How durch Study Visits, Ausbildungslehrgängen zum Thema Demenz, Erarbeitung entsprechender Curricula und eines Handbuchs, Organisation von Supervision und Intervisionsgruppen. Demenzgerechte Adaptierung von Stationen in bestehenden Einrichtungen (inkl. demenzgerechte Beschäftigungsangebote), Aufbau von drei Tageszentren für Menschen mit Demenz, Aufbau von drei Kompetenzzentren für die Beratung und Unterstützung pflegender Angehöriger, Informationsmaterialien für pflegende Angehörige, Unterstützung bei der demenzgerechten Gestaltung von Wohnraum, demenzgerechte Gestaltung der mobilen Heimhilfe.

Gründung eines „Netzwerks Demenz“ und Erarbeitung regionaler Demenzstrategien, Veranstaltung von Fachsymposien, Information für politische EntscheidungsträgerInnen und die breitere Öffentlichkeit. Information über Prävention, Ausbildung von MultiplikatorInnen für Präventionsarbeit und niedrigschwellige Angebote, vor allem in ländlichen Gebieten.


Hintergrundinformation


In Bosnien und Herzegowina sind 14,1 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, aufgrund steigender Lebenserwartung und Migration junger Menschen wird ein schnelles Ansteigen des Anteils an alten Menschen prognostiziert. 40 Prozent der alten Menschen leben in extremer Armut (weniger als 105 EUR Monatseinkommen), etwa 80 Prozent der PensionsbezieherInnen leben mit einem Einkommen unter der relativen Armutsgrenze (Durchschnittspension: 188 EUR Armutsgrenze: 213 EUR). Besonders betroffen sind alte Menschen ohne Ausbildung und im ländlichen Raum. Es gibt in den Regionen Banja Luka und Mostar keine Angebote für Menschen mit Demenz. Zum Thema Demenz und dem Umgang mit Menschen mit Demenz gibt es wenig Wissen bei Fachkräften und in der Öffentlichkeit. Die Pflege älterer Menschen wird fast zur Gänze von Angehörigen (meist Frauen) geleistet, die aufgrund des Mangels an Unterstützungsangeboten oft völlig überfordert sind. Es ist ein Anstieg bei Gewaltdelikten gegenüber älteren Menschen, auch gegenüber Eltern, zu verzeichnen. Frauen sind von Altersarmut besonders betroffen. Ebenfalls von Armut und vor allem von sozialer Ausgrenzung betroffen sind pflegende Angehörige, die meist weiblich sind. Durch ihre Betreuungsaufgaben können sie nicht zum Familieneinkommen beitragen, aufgrund der Überlastung steigt das Risiko von physischen und psychischen Erkrankungen. Fachkräfte im Pflegebereich sind durch Überlastung und niedrige Bezahlung besonders von Krankheiten und sozialer Ausgrenzung betroffen.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 50 Prozent.

Projektnummer 8108-07/2018
Mittelherkunft OEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied 0
Modalität Project-type interventions
Marker Gender: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.