Globale Landwirtschaft – eine kritische Auseinandersetzung in Theorie und Praxis



Projektträger: Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) - Centre for Development Research Land: Austria Fördersumme: € 46.800,00 Beginn: 01.10.2015 Ende: 30.11.2016

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel ist die Aufbereitung existierender wissenschaftlicher Erkenntnisse zu kritischen landwirtschaftlichen Entwicklungen in drei zentralen Praxisfeldern: Ressourcenverknappung und soziale Konflikte, Veränderungen von Landnutzung und Besitzverhältnissen sowie Methoden zur Steuerung kritischer Entwicklungen in der Landwirtschaft.

Das Projektziel trägt zum langfristigen Anliegen bei, eine Schnittstelle zwischen Entwicklungsforschung und der Entwicklungszusammenarbeit einzurichten. Im Fokus stehen die für die Nachhaltigkeitsziele relevanten österreichischen Strategie- und Politikprozesse.

 


Erwartete Ergebnisse


Resultate:

1) Erfassung von impliziten und expliziten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Entwicklungsforschung zu kritischen Entwicklungen.

2) Diskurs zu "brennenden Themen" (kritische Entwicklungen in der globalen Landwirtschaft) inklusive Vor- und Nachbereitung.

3) Inputs in den laufenden Strategie- und Politikdiskurs der OEZA sowie öffentlichkeitswirksame Information zu kritischen Entwicklungen.

 


Zielgruppe


Die unmittelbare Zielgruppe umfasst die mit der Strategie- und Politikentwicklung sowie der praktischen Umsetzung von landwirtschaftlichen Entwicklungsprogrammen befassten AkteurInnen und ExpertInnen in Österreich, die durch einen gezielten Austausch und gemeinsamen Lernen profitieren. In weiterer Folge umfasst die Zielgruppe auch die Öffentlichkeit, die von kritischen landwirtschaftlichen Entwicklungen direkt oder indirekt betroffen sind. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Erkenntnisse in den Strategien und Politiken wie auch in der operativen Zusammenarbeit wird mittelfristig auch die ländliche Bevölkerung in den Partnerländern der OEZA profitieren.


Maßnahmen


Aktivitäten:

1) Vorbereitende Gespräche mit ThemenführerInnen und Spezifizierung zentraler Politikprozesse, zu denen das Projekt beiträgt.

2) Abhaltung von themenspezifischen Veranstaltungen zwecks Ableitung von Handlungsempfehlungen, mit anschließender Validierung durch die TeilnehmerInnen.

3) Kommunikation zentraler Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen durch zwei öffentliche Veranstaltungen und gegebenenfalls Pressearbeit.

 


Hintergrundinformation


Zunehmende Ressourcenknappheit, Klimawandel, Bevölkerungswachstum, veränderte Konsummuster sowie unfairer Handel sind zentrale Problemstellungen, zu deren nachhaltigen Lösungen ein Kurswechsel in den Landwirtschaft- und Ernährungssystemen unabdingbar ist. Aufgabe von Entwicklungsforschung ist es unter anderem, jenes Wissen zu generieren, welches im Sinn der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ermöglicht, notwendige Reformschritte einzuleiten und einen Kurswechsel in der Landwirtschaft einzuleiten. Kritische agrarische Entwicklungen auf globaler Ebene – d.h. entscheidende Weichenstellungen lokaler und globaler Akteure – beeinflussen den Kurswechsel in negativer und positiver Weise. Beispiele dafür sind Agrarinvestitionen in Äthiopien, die Ausweitung des Kohletagbaus in Mozambique oder agrar- und energiepolitische Entscheidungen der Europäischen Union. Wissen zu kritischen Entwicklungen in den globalen Landwirtschaft und Ernährungssystemen ist zentral für die Formulierung von Kurswechselstrategien.


Das vorliegende Kooperationsprojekt zwischen der Universität für Bodenkultur Wien und der Austrian Development Agency hat das Ziel, kritische agrarische Entwicklungen zu erfassen und durch einen verbesserten Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erfahrungen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in den Partnerländern und Forschungskooperationen der Universität für Bodenkultur Wien bieten hierfür den Bezugsrahmen.

Projektnummer 2706-00/2015
Mittelherkunft OEZA
Sektor Landwirtschaft
Tied 46800
Modalität Project-type interventions
Marker Environment: 2, Biodiversity: 1, Desertification: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.