Sozio-ökonomische Stärkung und Inklusion von vulnerablen Familien in Srebrenica



Projektträger: SOS-Kinderdorf Land: Bosnia and Herzegovina Fördersumme: € 150.000,00 Beginn: 01.01.2018 Ende: 31.12.2020

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Projektes in Srebrenica ist es, die Lebensbedingungen von sozial benachteiligten Kindern und ihren Familien in sozialer und ökonomischer Hinsicht zu verbessern und dadurch im Einklang mit der Entwicklungsstrategie der Gemeinde Srebrenica 2015-2019 zur Reduktion von Armut und Ungleichheit von Kindern und ihren Familien beizutragen.


Erwartete Ergebnisse


1. Familien aus ländlichen Gebieten werden durch kleine Familienbetriebe, Beitritt zu Kooperativen und verbesserten Marktzugang wirtschaftlich gestärkt und bessern ihr Haushaltseinkommen auf.

2. Bessere Vermittelbarkeit von Familienmitgliedern (Frauen, Männer, Jugendliche) auf dem Arbeitsmarkt durch spezifische Weiterbildungsmaßnahmen.

3. Betroffene Kinder haben Zugang zu notwendigen Unterstützungsangeboten und Serviceeinrichtungen vor Ort und wahren somit ihre grundlegenden Rechte (Schutz, Entwicklung und Teilhabe).

4. Eltern und andere relevante Akteure haben verbesserte Kompetenzen und Kenntnisse zum Schutz und zur Betreuung von Kindern.

5. Stärkung des ‚Socio-Protection and Inclusion‘ Netzwerks (SPIN) und lokaler Gemeindegruppen zur Förderung der besseren Umsetzung von Kinderrechten.


Zielgruppe


Hauptzielgruppe des Projektes sind mindestens 100 Familien in Krisensituationen, darunter ca. 170 Kinder (0-18 Jahre), ca. 30 junge Erwachsene (18-25 Jahre, mindestens 50 % davon weiblich) und ca. 191 Elternteile (über 18 Jahre, mindestens 50 % davon weiblich). Die Kinder, die in diesen Familien leben, sind von Vernachlässigung bedroht und in weiterer Folge gefährdet nicht mehr in ihrer Familie betreut werden zu können. Die Auswahl der Zielgruppe erfolgt durch eine Gefährdungsanalyse anhand von Risikofaktoren wie z.B. häusliche Gewalt, Alkohol/Drogenprobleme, Armutsgefährdung etc. Von den ca. 100 Familien sind mindestens 50 % ehemalige Binnenflüchtlinge/RückkehrerInnen, etwa 5 % Kinder/Erwachsene mit Behinderung und mindestens 20 Personen ethnische/religiöse Minderheiten.

Darüber hinaus sollen mindestens 300 Stakeholder (mindestens 160 Frauen) als direkt Begünstigte Trainings über Kinderschutzrichtlinien und Kinderrechte erhalten und darin unterstützt werden, sich für die Stärkung und Umsetzung von Kinderrechten durch aktive Teilnahme im ‚Socio-Protection and Inclusion‘ Netzwerk und in lokalen Interessensgruppen einzusetzen.

Indirekt sollen die Projektaktivitäten 11.698 Personen (EinwohnerInnen von Srebrenica) zugutekommen. Durch zahlreiche Advocacy-Initiativen, Gemeinwesenarbeit und Kooperation mit Medien werden relevante Stakeholder gestärkt und die Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht verbessert.


Maßnahmen


1: Bereitstellung von Werkzeug und Geräten, rechtliche Beratung und Unterstützung zur Registrierung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben, Trainings im Bereich Landwirtschaft und Marketing, Zusammenarbeit mit Kooperativen.

2: Unterstützung von beruflicher Fachausbildung (VET), Weiterbildungs- und Requalifikations-Maßnahmen für 40 Erwachsene (Fokus auf Frauen), Beratung und Unterstützung bei der Jobsuche.

3: Für Kinder: Angebot von psychosozialer Unterstützung, Logopädie, diverse Gruppenaktivitäten (sportlich, kulturell, sozial, Exkursionen), inklusive regelmäßiger Hausbesuche durch das mobile SOS Team. Ein spezieller Fokus wird dabei auf die Förderung von Bildung gelegt, z.B. durch Nachhilfeangebote.

4: Verbesserung von Erziehungskompetenz und Förderung eines funktionierenden familiären Umfelds durch psychosoziale Unterstützung (individuell und in Gruppen), Exkursionen, verschiedene Gemeinschaftsaktivitäten zur Kontaktaufnahme und Austausch, Trainings zu positiver Elternschaft (positive parenting), Trainings für das SOS Team und Fachleute in den Modulen ‚Starke Eltern – Starke Kinder‘, und ‚Kinderschutzrichtlinien‘.

5: Aktivitäten zur Mobilisierung der lokalen Bevölkerung; Analyse der Kinderrechtssituation, diverse Advocacy-Aktivitäten durch das ‚Socio-Protection and Inclusion‘ Netzwerk (SPIN) basierend auf den Ergebnissen der Kinderrechtsanalyse.


Hintergrundinformation


Die Region Srebrenica ist geprägt von einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, generell hoher Arbeitslosigkeit, einem schlecht entwickelten Sozialsystem und unzureichender sozialer Absicherung, speziell in marginalisierten Gruppen. Frauen sind besonders häufig von Arbeitslosigkeit und anderen Formen von Diskriminierung betroffen. Dies führt häufig zu sozialer Ausgrenzung der ganzen Familie, begrenzten Zugang zu grundlegengenden Sozialleistungen, einem erhöhten Armutsrisiko und einem größeren Risiko für familiäre Krisensituationen.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 50 Prozent.

Projektnummer 8108-01/2018
Mittelherkunft OEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied 0
Modalität Project-type interventions
Marker Gender: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.