Step by Step – Towards a Better Future (Phase II)



Projektträger: HILFSWERK INTERNATIONAL (HWI) (ehemals: Hilfswerk Austria) Land: Georgia Fördersumme: € 44.400,00 Beginn: 01.02.2017 Ende: 31.07.2020

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Projekt leistet einen Beitrag zur Rehabilitierung und Resozialisierung von Haftinsassen, Haftentlassenen und Personen auf Bewährung in Georgien.

Der Fokus des Projektes liegt auf der Erweiterung von Möglichkeiten zu facheinschlägigen und arbeitsmarktorientierten Ausbildungsprogrammen für ehemalige Häftlinge und Personen auf Bewährung in den georgischen Regionen Shida Kartli, Imereti und Samegrelo, indem eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen staatlichen Ausbildungsstätten, staatlichen Bewährungs- und Präventionseinrichtungen und Unterstützungsangeboten aus dem zivilgesellschaftlichen Sektor gefördert wird. Zusätzlich werden komplementäre Resozialisierungsmaßnahmen angeboten (psycho-soziale Unterstützung, Berufs- und Beschäftigungsberatung, Mentoring, geförderte Kleinprojekte).


Erwartete Ergebnisse


1. Ein Kooperationsmodell zwischen öffentlichen Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) zur integrativer Berufsausbildung und komplementären Dienstleistungen wurde ausgearbeitet.

2. Mind. 400 ehemalige Häftlinge, Personen auf Bewährung und deren Familienmitglieder (davon min. 20 % Frauen) absolvierten erfolgreich ein integratives Ausbildungsprogramm in am lokalen Arbeitsmarkt nachgefragten Berufen.

3. Mind. 30 Lehrende an öffentlichen Bildungseinrichtungen sind für die Bedürfnisse der Zielgruppen (ehemalige Häftlinge und Personen auf Bewährung) sensibilisiert.

4. Mind. 350 Absolventen wurden bei der lokalen Jobvermittlungsagentur „Worknet“ registriert.

5. Mind. 120 Absolventen haben sich zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Kleinunternehmertum angeeignet.

6. Mind. 50 Kleinprojekte im Umfang von je bis zu EUR 5.000 wurden gefördert.

7. Mind. 150 Absolventen des integrativen Ausbildungsprogramm wurden in ein Arbeitsverhältnis vermittelt oder gehen einer selbständigen Beschäftigung nach.

8. Mind. 70 ehemalige Haftinsassen, Personen auf Bewährung und deren Familienmitglieder haben ein gefördertes Praktikum absolviert.

9. Mind. 90 Freiwillige sind als MentorInnen für ehemalige Häftlinge und Personen auf Bewährung tätig.

10. Mind. 60 Haftinsassen im Gefängnis Nr. 15 in Ksani (Region Mtskheta-Mtianeti) haben ein praktisches Ausbildungsprogramm erfolgreich absolviert (Pilotprogramm).

11. Konkrete Reformvorschläge zur Verbesserung von Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in georgischen Haftanstalten wurden basierend auf diesem Pilotprogramm und int. Best Practice-Beispielen ausgearbeitet und mit verschiedenen Entscheidungsträgern erörtert.


Zielgruppe


• Mind. 400 Haftentlassene, Personen auf Bewährung und deren Familienangehörige.

• Mind. 70 Häftlinge.

• Mind. 90 Freiwillige (georgische StaatsbürgerInnen, die als Mentoren und Mentorinnen Unterstützungsleistungen anbieten).


Maßnahmen


• Zwei- bzw. dreimonatige Berufsausbildung in verschiedenen Sparten (z.B. Tischler, Automechaniker, Koch) im Integrationszentrum in Gori bzw. in Zusammenarbeit mit den Colleges / Universitäten in Kutaisi und Zugdidi.

• Komplementäre psycho-soziale Unterstützung und Rechtsberatung.

• Unterstützung bei der Arbeitssuche (z.B. Berufsberatung, geförderte Praktika und Kleinprojekte).

• Resozialisierungsbegleitung durch ein MentorInnenprogramm.

• Öffentlichkeitsarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in der lokalen Bevölkerung.

• Pilotierung einer praktischen Berufsausbildung in einer Haftanstalt.

• Studienreise nach Österreich.

• Abstimmungstreffen mit politischen Entscheidungsträgern, VertreterInnen von Ausbildungsstätten und der Zivilgesellschaft.


Hintergrundinformation


In den letzten fünf Jahren hat die georgische Regierung grundlegende Reformen im Bereich des Justizwesens, mit umfangreicher Finanzierung und Unterstützung durch vielfältige Programme der Europäischen Union, durchgeführt und u.a. wesentliche Fortschritte im Bewährungshilfesystem und der Haftentlassenenhilfe erreicht. Dennoch fehlt es in Georgien nach wie vor an einer ausreichenden Zahl an komplementären Rehabilitierung- und Resozialisierungsangeboten, die es Haftentlassenen und Personen auf Bewährung ermöglichen, eine echte zweite Chance für ihren Weg zurück in die Gesellschaft und auf den Arbeitsmarkt zu erhalten. Ebenso mangelt es an Ausbildung- und Beschäftigungsangeboten in georgischen Haftanstalten, die den Insassen ermöglichen, die Haftzeit sinnvoll zu nutzen bzw. auf die Haftentlassung entsprechend vorzubereiten.

Im Zeitraum 2014 bis 2016 hat Hilfswerk Austria International gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation „IDP Women Association Consent“ ein integratives Berufsausbildungs- und Unterstützungsmodell zur Reintegration von ehemaligen Häftlingen und Personen auf Bewährung in der georgischen Region Shida Kartli eingeführt, im Zuge dessen mehr als die Hälfte der 150 im Projekt ausgebildeten Personen einen Job gefunden oder eine selbstständige Beschäftigung aufgenommen hat. Im Rahmen des neuen „EU4Justice“ Programms, das 2015 initiiert wurde, wird das erfolgreiche Modell in enger Zusammenarbeit mit der “National Probation Agency of Georgia”, das dem “Ministry of Corrections and Legal Assistance“ beigeordnet ist, dem „Center for Crime Prevention“, das dem Justizministerium beigeordnet ist, sowie dem Bildungsministerium und staatlichen Bildungseinrichtungen nun auch in weiteren Regionen Georgiens eingeführt, weiter verbessert und um zusätzliche Komponenten erweitert.

Projektnummer 2325-09/2017
Mittelherkunft OEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied 0
Modalität Project-type interventions
Marker
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.