
- © by: Konrad Edelbacher
Armutsminderung
Armut hat vielschichtige – soziale, wirtschaftliche, politische und strukturelle –Ursachen. Nur durch effiziente Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowie eine verbindliche Verpflichtung der nationalen Regierungen zur Umsetzung konkreter Strategien kann Armut weltweit gemindert werden. Die Mitglieder der Vereinten Nationen – unter anderem auch Österreich – haben das erkannt und daher im Jahr 2000 die Millenniumsentwicklungsziele verabschiedet. Unter anderem soll durch gemeinsame Anstrengungen der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, bis zum Jahr 2015 halbiert werden.
Globales Ziel: Armut überwinden
Eine große Herausforderung: Weltweit lebt noch immer rund eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Sie müssen ihren Alltag mit weniger als einem US-Dollar pro Tag bewältigen. Armut hat aber nicht nur mit Einkommen zu tun. Arm ist, wer nicht die Chance erhält, seine Rechte auf Nahrung, Bildung und Gesundheit wahrzunehmen. Arm zu sein bedeutet, weder politisch mitbestimmen noch sein eigenes Leben gestalten zu können, aber Krankheiten, Naturkatastrophen oder Gewalt schutzlos ausgeliefert zu sein.
Armutsminderung ist daher eines der drei Kernziele der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Viele Vorhaben und Beiträge Österreichs tragen zu Armutsminderung bei oder werden bestmöglich in diese Richtung optimiert. Besonders oft von Armut betroffen sind benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie etwa indigene Völker, Minderheiten oder soziale Randgruppen, Flüchtlinge, Vertriebene, Menschen mit Behinderungen sowie HIV/AIDS-Kranke. Als besonders gefährdet gelten auch Frauen und Kinder. Denn die Ursachen von Armut liegen nicht nur in der extrem ungleichen Verteilung von Lebensgrundlagen, wie etwa Land oder Einkommen, sondern vor allem auch in sozialen, ethnischen oder religiösen Diskriminierungen und politischer Vernachlässigung. Durch die aktive Integration von armen und benachteiligten Gruppen in Entscheidungsfindungsprozesse und den gleichberechtigten Zugang zu sozialen und wirtschaftlichen Dienstleistungen sollen Unterschiede abgebaut werden. Maßnahmen zur Armutsminderung gehen daher stets mit Bemühungen um die Erhaltung und gleichberechtigte Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie mit Demokratisierung und umfassender Partizipation, guter Regierungsführung auf nationaler und lokaler Ebene sowie der Beachtung der Menschenrechte einher.
Gemeinsam zum Erfolg
Armutsminderung funktioniert nur dann wirkungsvoll, wenn Ländern und Regionen und vor allem den betroffenen Menschen geholfen wird, ihr Entwicklungspotenzial selbstständig zu nutzen. Alle Programme, die zu Armutsminderung beitragen, werden daher von den Entwicklungspartnern gemeinsam mit den Beteiligten in den Partnerländern ausgearbeitet. Dabei bestimmen die jeweiligen Länder und Gemeinden selbst die Geschwindigkeit und Form ihres Entwicklungsprozesses.


