
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Südost- und Osteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung.
Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development AgencySie investieren in die Märkte der Zukunft?
Wir fördern Unternehmergeist und Ideen.

Armut hat sehr vielschichtige – soziale, wirtschaftliche, politische, institutionelle, ökologische und strukturelle –Ursachen. Nur durch effiziente Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowie eine verbindliche Verpflichtung der nationalen Regierungen zur Umsetzung konkreter Strategien kann Armut weltweit gemindert werden. Die Mitglieder der Vereinten Nationen – unter anderem auch Österreich – haben das erkannt und daher im Jahr 2000 die Millenniumsentwicklungsziele verabschiedet. Unter anderem soll durch gemeinsame Anstrengungen der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, bis zum Jahr 2015 halbiert werden.
Eine große Herausforderung: Weltweit lebt noch immer rund eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Sie müssen ihren Alltag mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag bewältigen. Armut hat aber nicht nur mit Einkommen zu tun. Arm ist, wer nicht die Chance erhält, seine Rechte auf Nahrung, Bildung und Gesundheit wahrzunehmen. Arm zu sein bedeutet, weder politisch mitbestimmen noch sein eigenes Leben gestalten zu können. Arm zu sein heißt, keine Widerstandskraft zu haben und gegenüber internen und externen Einflüssen – wie den Auswirkungen des Klimawandels, Nahrungsmittelkrisen oder Naturkatastrophen –schutzlos ausgeliefert zu sein.
Armutsminderung ist daher eines der drei Kernziele der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Besonders oft von Armut betroffen sind benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie etwa indigene Völker, Minderheiten oder soziale Randgruppen, Flüchtlinge, Vertriebene, Menschen mit Behinderungen sowie HIV/AIDS-Kranke. Als besonders gefährdet gelten auch Frauen und Kinder; Jugendliche sowie ältere Personen. Denn die Ursachen von Armut liegen nicht nur in der extrem ungleichen Verteilung von Lebensgrundlagen, wie etwa Land oder Einkommen, sondern vor allem auch in sozialen, ethnischen oder religiösen Diskriminierungen und politischer Benachteiligung. Durch die aktive Integration von armen, benachteiligten und schwachen Bevölkerungsgruppen in Entscheidungsfindungsprozesse und den gleichberechtigten Zugang zu sozialen und wirtschaftlichen Dienstleistungen sollen bestehende Benachteiligungen abgebaut werden. Maßnahmen zur Armutsminderung gehen daher stets mit Bemühungen um die Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie mit Demokratisierung und inklusiver Partizipation, gleichberechtigten Nutzen, guter Regierungsführung auf nationaler und lokaler Ebene sowie der Beachtung der Menschenrechte einher.
Armutsminderung funktioniert nur dann wirkungsvoll, wenn Ländern und Regionen und vor allem den betroffenen Menschen geholfen wird, ihr Entwicklungspotenzial selbstständig zu nutzen. Alle Programme, die zu Armutsminderung beitragen, werden daher von den Entwicklungspartnern gemeinsam mit den Beteiligten in den Partnerländern ausgearbeitet. Dabei bestimmen die jeweiligen Länder und Gemeinden selbst die Geschwindigkeit und Form ihres Entwicklungsprozesses.