Geschlechtergleichstellung und das Empowerment von Frauen und Mädchen wurde im September 2015 als fünftes Ziel in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert. Für die Umsetzung wird es wichtig sein, weiterhin die umfassenden Ziele und Maßnahmen der Pekinger Aktionsplattform von 1994 (die bis dato fortschrittlichste internationale Absichtserklärung zur Förderung von Frauenrechten) zu berücksichtigen. Die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen sind wichtige Voraussetzungen für Armutsminderung, Wirtschaftswachstum und soziale Entwicklung. Die Austrian Development Agency richtet daher alle Programme und Projekte so aus, dass diese einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter leisten.

Empowerment und Gleichstellung

Konkret bedeutet das, dass die ADA Maßnahmen setzt, die die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Männern sowie Mädchen und Buben in allen Projekten und Programmen sicherstellt. Diskriminierende gesellschaftliche und soziale Normen und Praktiken sollen verändert werden: Es muss gleichen Zugang zu Bildung und Ressourcen wie Land, Einkommen und Kapital für Frauen und Männer geben. Wesentlich dafür sind die bessere Anerkennung, Verringerung und Verteilung der unbezahlten Arbeit im Haushalt und im Pflegebereich (Unterziel 5.4 der nachhaltigen Entwicklungsziele). Ein Schwerpunkt der ADA-Genderarbeit liegt auf der Förderung der gleichberechtigten Teilnahme von Frauen und Männern am politischen und öffentlichen Leben – sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene. Die Eliminierung von sexueller und geschlechtsbasierter Gewalt sowie die Durchsetzung von reproduktiver und sexueller Gesundheit und Rechte ist dafür unerlässlich. Um nachhaltige und effektive Gleichstellungsresultate zu erzielen ist die Einbeziehung von Männern und Buben wichtig.

Gute Regierungsführung durch gerechte Budgetverteilung

Durch gezielte Förderung ökonomischer und sozialer Sektoren können mittels Budgethilfe die Grundsätze der Geschlechtergleichstellung verwirklicht werden. Durch Gender Budgeting wird die Teilnahme von Frauen und Männern an Budget-Entscheidungen vorangetrieben und das Gleichstellungsprinzip in der Verteilung öffentlicher Gelder besser durchgesetzt; Männer und Frauen sollen in der Ressourcenverteilung gleichgestellt sein. Durch die Verankerung von Gender Budgeting auf Verfassungsebene geht Österreich mit gutem Beispiel voran.

Frauen, Frieden und Sicherheit

In von Konflikt betroffenen Regionen und fragilen Staaten setzt sich die ADA weltweit für die Umsetzung der VN-Sicherheitsratsresolutionen 1325 und die sechs Folgeresolutionen zu Frauen, Frieden und Sicherheit ein. Österreich verfasste 2007 einen Nationalen Aktionsplan mit konkreten Vorgaben (2012 revidiert), der die ressortübergreifende Zusammenarbeit zu diesem Thema stärkt.  

Gender Mainstreaming als Strategie EU Aktionsplans für Gleichstellung II

Im Oktober 2015 wurden die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates zum EU-Aktionsplan für die Gleichstellung (2016-2020) verabschiedet. Die darin enthaltenen Ziele und Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung gelten verbindlich  für die internationale Zusammenarbeit der EU: Das betrifft die EU Mitgliedsländer, die EU Generaldirektionen für Entwicklung und für  Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen, das Europäische Amt für Humanitäre Hilfe und den Europäischen Auswertigen Dienst.  

Die internationale Zusammenarbeit leistet einen wertvollen Beitrag zur Beendigung von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und zur Durchsetzung der Rechte von Frauen und Mädchen. In Projekten und Programmen der ADA spielt Gender-Mainstreaming sowie die Definition von geschlechterspezifischen Resultate und Indikatoren eine wichtige Rolle.

Die grundlegende Ausrichtung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Genderarbeit wird durch die Leitlinie zu Geschlechtergleichstellung und dem Empowerment von Frauen definiert, die Einhaltung von Qualitätsstandards durch die ADA sichergestellt.