Förderung der politischen und sozioökonomischen Integration der Indigenen Embera Chami



Projektträger: Hilfswerk Austria International Land: Colombia Fördersumme: € 9.600,00 Beginn: 01.01.2009 Ende: 30.09.2011

Kurzbeschreibung:

Projektziel


In Kolumbien leben laut der letzten Volkszählung von 2006 rund 80 indigene Minderheiten. In der kolumbianischen Verfassung ist das Autonomierecht für indigene Völker niedergeschrieben (Ley 89 von 1890), welches die Mechanismen beschreibt, wie indigene Gruppen auf Provinzebene von einer indigenen Stabstelle (Consejos Regionales Indígenas) autonom regiert werden. Im Zuge einer international wachsenden indigenen Bewegung, vereint im Kampf um deren politische, kulturelle und vor allem Territorialrechte, kam es auch in Kolumbien in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem steten Wachstum indigener Organisationen. Die indigenen Emberá Chami mit einer Bevölkerungsanzahl von 65.984, bewohnen die Region Caldas im Zentrum Kolumbiens, wo die meisten in den Bezirken Riosucio, Risaralda und Supía registriert sind. Hinzu kommen weitere indigene Gruppen, vor allem in der Provinz Quindío die Pijaos, Ingas und Quichuas. Alle diese Minderheiten sind stark vom seit Jahren anhaltenden bewaffneten Konflikt betroffen. Berichten aus verschiedenen Quellen zufolge, wurden in den letzen zwei Jahrzehnten viele indigene Führer der Emberá Chami verfolgt und zum Teil auch ermordet.

Das Projekt hat zum Ziel, das Autonomiestreben und gleichzeitig die politische, organisatorische und sozioökonomische Integration dieser indigenen Minderheiten der Provinzen Caldas, Quindío und Risaralda zu fördern.

Das Projekt will speziell die folgenden drei Komponenten fördern:

(1) Unterstützung in landwirtschaftlichen Initiativen mit Schwerpunkt auf traditionelle indigene Anbaumethoden (zur Einkommensförderung v.a. für Frauen),

(2) Förderung der individuellen und kollektiven Rechte,

(3) Unterstützung in der Ausarbeitung und Implementierung partizipativer demokratischer Mechanismen auf lokaler und regionaler Ebene.

Direkte Zielgruppen:

64.000 Indigene Embera Chami der Caldas Provinz

25.000 Indigene Embera Chami der Risarald Provinz

900 Indigene Embera Chami, Pijaos, Ingas und Quichuas der Quindio Provinz

Projektnummer 2325-04/2009
Mittelherkunft OEZA
Sektor Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
Tied
Modalität
Marker
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.