
- © by: OEZA/Miguel Dieterich
Umwelt und natürliche Ressourcen
Eine intakte Umwelt mit fruchtbaren Böden, sauberem Wasser und sauberer Luft, dem Reichtum an pflanzlichen, tierischen und mineralischen Rohstoffen bildet unsere natürliche Lebensgrundlage. Diese hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings kontinuierlich verschlechtert:
- Mehr Waldflächen denn je gehen weltweit Jahr um Jahr verloren.
- Die Rate der aussterbenden Pflanzen- und Tierarten liegt gegenwärtig um das Tausendfache über dem erdgeschichtlichen Durchschnitt.
- Die Qualität von 70 Prozent des verfügbaren Weidelands in Lateinamerika hat sich drastisch verschlechtert. 60.000 Quadratkilometer Land, drei Viertel der Fläche Österreichs, veröden in Asien und Afrika jährlich.
Lebensgrundlagen sichern
Gerade die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt sind am meisten von Umweltzerstörung und dem Verlust natürlicher Ressourcen betroffen. Die Entwicklungszusammenarbeit ist daher mehr denn je gefordert, sich in den Dienst einer ausgewogenen Entwicklung zu stellen, die nicht auf Kosten natürlicher Lebensgrundlagen geht. Drei Viertel der armen Menschen weltweit leben in ländlichen Gebieten, meist von Landwirtschaft. Die Knappheit an Ressourcen wie Wasser, fruchtbarem Land oder Brennholz bedroht ihre Ernährungssicherheit und Einkommensmöglichkeiten. Arme Bevölkerungsschichten verfügen außerdem kaum über Reserven oder alternative Existenzmöglichkeiten und sind deshalb besonders verletzlich gegenüber Umweltveränderungen.
Ressourcen schützen
Umweltschutz und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zählt deshalb zu den Hauptzielen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist ein fundamentales Prinzip jeder Tätigkeit und Projektfinanzierung Österreichs. Rund ein Drittel der bilateralen Programm- und Projektmittel fließen in Vorhaben mit Umweltschutz-Zielen. Die OEZA fördert die nachhaltige Nutzung von Boden und Vegetation. Sie engagiert sich für den Ausbau erneuerbarer Energie, nachhaltiger Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Mit der Verbreitung moderner Technik in Industrie und Gewerbe unterstützt die OEZA umweltfreundliche Produktion.
Die Partnerschaft mit anderen Gebern, nationalen Institutionen und der Bevölkerung vor Ort wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit groß geschrieben. Denn eine umweltbewusste Politik und Zivilgesellschaft in den Partnerländern, die die lokale Entwicklung aktiv gestalten und steuern, sind die beste Garantie für die schonungsvolle Nutzung und den Erhalt der Lebensgrundlagen.
International zusammenarbeiten
Die globale Dimension der Umweltveränderungen macht eine weltweite Zusammenarbeit notwendig. Die Staatengemeinschaft hat eine Reihe von internationalen Umweltkonventionen verabschiedet, allen voran die drei so genannten Rio-Konventionen über den Erhalt der biologischen Vielfalt, den Klimawandel und den Kampf gegen Wüstenbildung. Sie zeugen vom gemeinsamen Willen, der Umweltzerstörung entgegen zu wirken, nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und international zusammenzuarbeiten.
Gutes Klima für Entwicklung
Eine der größten Herausforderungen weltweit ist zweifellos der vom Menschen verursachte Klimawandel. Verstärkte Trockenheit, Stürme und Überschwemmungen sind die absehbaren Folgen. Sie treffen die Entwicklungsländer am härtesten und drohen die bisher erzielten Erfolge der Armutsminderung zunichte zu machen. In Anlehnung an die internationalen Bemühungen und Initiativen schenkt die OEZA dem Klimaschutz im Rahmen ihrer Möglichkeiten und im Einklang mit den übrigen entwicklungspolitischen Zielsetzungen besondere Aufmerksamkeit.


