Trotz enormer Fortschritte in der Erreichung der Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) leben 736 Millionen Menschen in extremer Armut. Sie müssen mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen. Laut dem aktuellen Bericht der UN-Welternährungsorganisation (FAO) litten 2017 außerdem weltweit 831 Millionen Menschen an Hunger und Mangelernährung. Und das, obwohl global ausreichend Nahrungsmittel produziert werden. Insbesondere die ländliche Bevölkerung ist in vielen Teilen der Welt von Hunger und Unterernährung betroffen: Sie können sich keine Nahrungsmittel kaufen, verfügen häufig über keine Besitz- und Nutzungsrechte für Land und haben kaum Zugang zu Basisdienstleistungen oder politischen Entscheidungsprozessen. In der Landwirtschafts- und Ernährungssicherheitspolitik einzelner Länder werden Kleinbäuerinnen und -bauern merklich vernachlässigt.

Ernährungssicherheit ist eine Frage gerechter Verteilung von Ressourcen, Dienstleistungen und Gütern. Massive Ernteausfälle aufgrund von Klimakatastrophen - wie Dürre oder Überschwemmungen - soziale Konflikte und politische Unruhen verschärfen die Situation für die Betroffenen. Nahrungsmittel und Wasser werden knapp. Hungersnöte führen zum Verlust von Menschenleben und destabilisieren darüber hinaus ganze Regionen: Kriegerische Konflikte und Migration sind die Folgen.

In den letzten Jahren hat der Verkauf von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen an zumeist ausländische Investoren (land grabbing) zu zusätzlichen Herausforderungen in der Sicherung der Ernährung und Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung geführt. Im Sinne der globalen Ziele der Vereinten Nationen setzt sich die Austrian Development Agency (ADA) dafür ein, eine nachhaltige und inklusive Landnutzungsplanung umzusetzen, Besitz- und Nutzungsrechte der lokalen Bevölkerung zu gewährleisten sowie benachteiligte Bevölkerungsgruppen in ihren Rechten zu stärken und in Entscheidungsprozesse einzubinden. Die ADA unterstützt kleinbäuerliche Familienbetriebe, ökologisch nachhaltiger und ressourcenschonender zu produzieren sowie einen verbesserten Zugang zu lokalen und regionalen Märkten zu erhalten. Investitionen in die lokale Infrastruktur (wie die Verbesserung von Lagerhaltung und Weiterverarbeitung) sowie Beratungs- und Finanzdienstleistungen für Kleinbäuerinnen und -bauern und Vereinigungen von Produzentinnen und Produzenten tragen zur lokalen Wertschöpfung bei.