Armenien: Kleinbauern stärken

Mit effektiven Anbaumethoden und tiermedizinischer Unterstützung kämpfen die ADA und die armenische Regierung gegen Armut am Land.

Noch immer ist die Armutsrate im ländlichen Teil Armeniens hoch. Wirtschafts- und Beschäftigungsmöglichkeiten sind rar. Oft bleibt nur die Möglichkeit mit ein wenig Land als KleinbäuerIn ums Überleben zu kämpfen. Aber die Bedingungen sind schwierig: Die Wiesen sind überweidet, die Märkte, auf denen die BäuerInnen ihre Produkte verkaufen können, sind zu weit weg und Zuschüsse für LandwirtInnen gibt es nicht.

Futterrüben - gewusst wie

Das soll sich ändern: Denn die Verbesserung der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung gehören zu den Prioritäten der armenischen Regierung. Die ADA unterstützt sie dabei: Das Projekt "Livestock Development in Northern Armenia" soll KleinbäuerInnen und lokale Institutionen in Tavush und Gegharkunik stärken.

"Als ich erfuhr, dass in unserem Dorf ein Projekt zur Viehzucht umgesetzt wird, habe ich mich gleich gemeldet. Zuerst habe ich an einem Training zur Verbesserung der Milchqualität teilgenommen und dann an einem Kurs zu Futterpflanzenproduktion. Beide Fortbildungen waren sehr nützlich für meine Arbeit, denn ich lernte effektive und neue Anbaumethoden kennen," berichtet Bauer Vazgen aus Verin Karmiraghbyur und erzählt von seinem Erfolg beim Anbau von Futterrüben: "Ich habe versucht, die neuen Anbaumethoden auf einem kleinen Grundstück von 500 Quadratmetern anzuwenden und erhielt eine gute Ernte. Als ich die Rüben an meine Tiere verfütterte, gaben die Kühe mehr Milch. Ich konnte viele Liter an die Käserei in Berd verkaufen. Außerdem habe ich auch den Viehbestand erhöht." 

Vazgen hat durch die Fortbildung profitiert. Er hat die Produktivität seines Bauernhofs verbessert und hat so ein höheres Einkommen.

Tierarzt auf Abruf

Neben Wissen über nachhaltige Vieh- und Weidewirtschaft gibt das Projekt auch tiermedizinisches Know-how weiter und unterstützt den Aufbau von Tierarztpraxen, wie beispielsweise im nordarmenischen Vahan.

In nur fünf Monaten wurden hier 1.150 Besuche beim Tierarzt registriert. "Wir sind sehr dankbar, dass es nun einen Tierarzt in unserem Dorf gibt. Jetzt müssen wir nicht mehr so weit fahren, um die notwendigen Medikamente für unsere Rinder zu bekommen. Unser Tierarzt ist immer verfügbar und wir können ihn jederzeit anrufen, wenn es notwendig ist," sagt Arshaluys Poghosyan, einer der Landwirte aus Vahan.

Insgesamt unterstützt das Projekt der ADA bis zu 4.500 KleinbäuerInnen und ländliche Haushalte in 12 Gemeinden der Provinzen Tavush und Gegharkunik in Nordarmenien.