Not nachhaltig lindern: Österreich leistet Beitrag gegen Armut und Hunger

BMEIA und ADA zu Welternährungstag und zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut

Nach Jahren des Rückgangs sind die Zahlen jener Menschen, die Hunger leiden und in Armut leben müssen, wieder im Steigen begriffen. Alleine dieses Jahr sind bedingt durch die Folgen der COVID-19-Krise geschätzte 88 bis 115 Millionen Menschen in die Armut gerutscht. Nicht zuletzt mit der Verdoppelung des Auslandskatastrophenfonds hilft Österreich, Wege aus Armut und Hunger zu finden.

"Die nachhaltige Reduktion von Armut ist das wichtigste Ziel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Im Kampf gegen Hunger und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Konfliktgebieten leisten wir mit der Unterstützung von Hilfsprojekten im Nahen Osten oder Ostafrika einen wichtigen Beitrag", so Außenminister Alexander Schallenberg anlässlich des Welternährungstags und des Internationalen Tags für die Beseitigung von Armut. "Österreich wird auch in Zukunft in humanitären Notlagen zur Stelle sein und schutzbedürftigen Personen vor Ort zur Seite stehen."

Die Bewältigung von COVID-19 und seinen wirtschaftlichen Folgen stellt auch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit vor eine Mammutaufgabe. Sie reagiert mit einem flexiblen Mix aus maßgeschneiderten Förderinstrumenten und koppelt zunehmend Soforthilfe im Sinne der Nachhaltigkeit mit langfristigen Maßnahmen. Mit der im September beschlossenen Verdoppelung des Auslandskatastrophenfonds von 25 auf 50 Millionen Euro jährlich schafft Österreich wichtige Rahmenbedingungen für mehr Hilfe vor Ort. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll die Katastrophenhilfe auf jährlich insgesamt 60 Millionen Euro gesteigert werden.

Linderung von Leid in langanhaltenden Krisen

"Wir sehen, dass unsere Initiativen im Kampf gegen Hunger und Armut greifen. Aber viele Herausforderungen liegen noch vor uns. Aktuell fließen knapp 17 Millionen Euro in Projekte, die besonders betroffene Länder bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie unterstützen – von Palästina und dem Westbalkan angefangen bis hin zu Syrien, Jemen, Afghanistan und Westafrika. Weitere Unterstützung ist geplant", sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA).

In Äthiopien setzt sich die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit zum Beispiel in der Region Amhara dafür ein, die Ernährungssituation von Haushalten zu verbessern. Dazu werden unter anderem Wasserversorgungssysteme gebaut oder saniert und bestehende Bewässerungssysteme verbessert. Frauen, Mädchen, Jugendliche und andere marginalisierte Gruppen werden durch Workshops auf Dorfebene in unternehmerischen und einkommensfördernden Tätigkeiten geschult. Durch die Förderung lokaler Regierungen und Allianzen zum gegenseitigen Wissensaustausch zwischen LandwirtInnen, WissenschaftlerInnen und Regierungspersonal werden Verwaltungs- und Beratungsdienstleistungen verbessert.

Der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit stehen 2020 Mittel in Höhe von rund 166 Millionen Euro zur Verfügung. Sie alle fließen in Projekte und Programme, die Leid in langanhaltenden Krisen langfristig lindern und Perspektiven für die Zukunft schaffen.

Die aktuellen Zahlen internationaler Organisationen wie der Weltbank oder der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) zeigen auf, wie viele Menschen trotz wachsenden Wohlstands immer noch Hunger leiden oder pro Tag mit knapp unter 2 US-Dollar auskommen müssen. Im Vergleich zu 2014 zählt die Welt heute 60 Millionen mehr Hungernde – insgesamt sind es 690 Millionen Menschen. Neben Herausforderungen wie Klimawandel oder bewaffneten Konflikten, den bisherigen Hauptursachen von Armut, könnten die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bis 2021 weitere 150 Millionen Menschen an den Rand der Existenz treiben. 2030 könnte die Welt über 840 Millionen unterernährte Menschen zählen.

"Die Verleihung des Friedensnobelpreises an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Hunger gesetzt. Die deutliche Verschärfung von humanitären Notsituationen in den ohnehin schon ärmsten Regionen der Welt als Folge der COVID-19 Pandemie hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit der internationalen Staatengemeinschaft einmal mehr hervor", so Außenminister Schallenberg. "Österreich leistet auf internationaler Ebene und durch Hilfe vor Ort dazu einen wichtigen Beitrag."