Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen in Uganda

Gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern engagieren wir uns im Kampf gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Uganda.

Die Hälfte aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in Uganda erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt. Angesichts der COVID-19-Pandemie, die im ostafrikanischen Land zu einem dramatischen Anstieg von Fällen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) und Teenagerschwangerschaften geführt hat, verstärken wir unsere Bemühungen, gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, die Landrechte von Frauen zu stärken sowie die wirtschaftliche Selbstbestimmung von Frauen zu verbessern.

"Frauen und Mädchen in Konflikt- und Postkonfliktsituationen sowie in anderen Krisensituationen sind einem erhöhten Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt und benötigen dringend Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Den Mangel solcher Dienste zu beheben ist nicht nur eine notwendige humanitäre Reaktion, sondern eine grundlegende Menschenrechtsverpflichtung", sagt Roswitha Kremser, Leiterin unseres Auslandsbüros in Ugandas Hauptstadt Kampala.

Wir arbeiten mit lokalen und internationalen Partnern wie dem Uganda Women Network (UWONET), dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und UN Women Uganda zusammen, um soziale Normen zu ändern, SGBV und schädliche Praktiken zu verhindern und sexuelle und reproduktive Gesundheitsrechte (SRHR) zu fördern. Derzeit finanzieren wir drei Projekte, die speziell darauf abzielen, den Zugang zur Justiz zu verbessern und Frauen und Mädchen sozioökonomisch zu stärken, damit Uganda den Status eines Landes mittleren Einkommens erlangen kann.

Unsere Projekte zeigen Wirkung

Eines der kürzlich abgeschlossenen Projekte wurde von 2018 bis 2021 von UWONET durchgeführt. Unser Projektpartner konnte die lokalen Kapazitäten gegen SGBV stärken, steigerte die Geschlechtergerechtigkeit in der Wasserversorgung, verbesserte die Landrechte von Frauen und stärkte die wirtschaftliche Selbstbestimmung von Frauen in den Bezirken Lamwo, Agago, Pader und Kitgum im Norden Ugandas. Aciro Ritah, die Geschäftsführerin von UWONET, eine renommierte Menschenrechtsverteidigerin und Gewinnerin des EU Human Rights Defenders Award 2021, hebt die Bedeutung unserer Arbeit dabei hervor: "Die Unterstützung durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in Uganda hat sich für Frauen und Mädchen in Bezug auf den Zugang zur Justiz und die Stärkung der Handlungsfähigkeit und Stimme von Frauen positiv ausgewirkt." Die Sensibilisierungs- und Bewusstseinskampagnen von UWONET führen zu verringerter Toleranz gegenüber SGBV in den Partnergemeinden, während Frauen und Mädchen nun mehr Vertrauen haben, Fälle von Rechtsverletzungen bei Behörden, wie informellen Akteuren des Justizsektors, lokalen Gerichten und der Polizei anzuzeigen.

Ein anderer unserer Partner, UN Women, unterstützt ein spezialisiertes SGBV-Gericht in Uganda. Im Laufe des Jahres 2021 konnten über tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz ihre Fachkenntnisse und Fähigkeiten für SGBV-Fälle verbessern. In der zweiten Jahreshälfte 2021 organisierte das Gericht außerdem eine Fallerhebung in elf ausgewählten Obergerichts- und Magistratsbezirken. 2.890 SGBV-Strafakten und 328 SGBV-Zivilakten wurden in Folge vom spezialisierten Gericht behandelt. Die Erhebung zeigte außerdem, dass es sich bei den Fällen hauptsächlich um häusliche Gewalt, Landangelegenheiten, Vergewaltigung von Kindern und Mord im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt handelt.

In Norduganda führt unser Projektpartner UNFPA Uganda seit 2019 ein Projekt durch, das auf die Probleme der hohen Müttersterblichkeitsrate, der hohen Zahl von Teenagerschwangerschaften, der geringen Nutzung von Verhütungsmitteln sowie milder Reaktionen auf SGBV-Fälle reagiert. Das Projekt hat Frauen und Mädchen des Karamojong-Volkes durch Bildung befähigt, soziale Normen zu verändern, um SGBV und schädliche Praktiken zu verhindern und den Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten zu fördern. Mit unserer Unterstützung konnten über 1.107 Frauen und Mädchen durch die 110 dörflichen Gesundheitsteams in Karamoja und Norduganda empfängnisverhütende Maßnahmen in Anspruch nehmen. Durch das Projekt wurden auch die Kapazitäten von Justizbeamtinnen und -beamten, Polizistinnen und Polizisten, von Verwaltungsangestellten sowie des Gesundheitspersonals gestärkt, um qualitativ hochwertige SRHR- und SGBV-Dienste anzubieten. Sowohl 2020 als auch 2021 wurden im Rahmen des Projekts spezielle Gerichtssitzungen für SGBV-Opfer finanziert. Eine kürzlich durchgeführte Mission der ADA nach Karamoja und Norduganda bestätigte die positiven Auswirkungen des Projekts auf Mädchen im Teenageralter.

Die Projektaktivitäten unserer Partner zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, darunter die Einführung von SGBV-Gerichtshandbüchern, Ausrüstung für SGBV-Gerichte, und Diskussionsrunden mit Studentenexperten über Frauenrechte in Uganda, zeigen die positiven Auswirkungen unserer Unterstützung auf die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen in Uganda auf eindrucksvolle Weise.