Die Zukunft Kosovos sind seine Schulen

EU und ADA stärken moderne Berufsbildung und schließen die Lücken zwischen dem nationalen Bildungssystem und den Anforderungen der Wirtschaft.

In Kosovo drängen tausende Menschen auf den Arbeitsmarkt, rund 60 Prozent der 15- bis 24-Jährigen haben keinen Job. Die EU und die Austrian Development Agency (ADA) stärken moderne Berufsbildung und schließen die Lücken zwischen dem nationalen Bildungssystem und den Anforderungen der Wirtschaft – für mehr Beschäftigung und weniger Armut im Land.

Ohne Bildung keine nachhaltige Entwicklung: So einfach wie schwierig ist die Rechnung. Denn in Kosovo, einem der ärmsten Länder Europas, haben zwar immer mehr junge Menschen einen Universitätsabschluss und dennoch Schwierigkeiten, einen Job mit angemessener Bezahlung zu finden. Die jüngste Nation Europas kämpft mit veralteten Lehrplänen oder Ausbildungsstandards, die an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbeigehen. Eine Initiative der Europäischen Union und Österreichs ändert das schrittweise. Die ADA, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt das gemeinsame 8-Millionen-Euro-Projekt seit 2015 für die EU um.

Ausbildung an Erfordernisse der Wirtschaft anpassen

Das bis 2022 angelegte Vorhaben richtet Lehrpläne kosovarischer Universitäten und Berufsschulen an den konkreten Anforderungen von Unternehmen aus. Auch die Heranführung von Qualifikationskriterien an europäische Standards ist Ziel der Initiative. Dabei arbeitet die Austrian Development Agency direkt mit den Ministerien für Bildung und Arbeit, öffentlichen Universitäten, berufsbildenden Schulen und der nationalen Qualifikations- und Beschäftigungsagentur zusammen. 1,4 Millionen Euro steuert Österreich bei.

Wertvollste Ressource Mensch

Die wertvollste Ressource eines Staates sind seine Menschen. Wir setzen uns für qualitätsvolle Bildung für alle ein – nur so können wir bessere Lebensbedingungen weltweit erreichen. In Kosovo ist die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 Jahre, da gibt es enormes Potenzial. Die Zukunft Kosovos liegt ganz klar an seinen Schulen. Mit dem Projekt wollen wir auf institutioneller Ebene etwas voranbringen. Es freut uns sehr, dass die EU hier auf unsere Expertise setzt“, so ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter.

Kosovo: Bildung ist Zukunft

Bildung ist ein Menschenrecht und das Herzstück persönlicher wie gesellschaftlicher Entwicklung. Das hält auch das vierte der insgesamt 17 Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) fest. Gut ausgebildete Menschen haben bessere Chancen auf Beschäftigung und decken den Bedarf an qualifizierten Führungs- und Arbeitskräften. Neben dem Aufbau und der Sicherung von Qualität im Bildungssektor engagiert sich die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit für den gleichberechtigten Zugang zu Berufs- und Hochschulbildung. 2018 hat sie 18,5 Millionen Euro in Bildungsprojekte investiert.

Kosovo ist seit 1999 ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Wirtschaftlich entwickelt sich das Land mit relativ stabilen und starken Wachstumsraten. Es herrscht jedoch große Armut und hohe Arbeitslosigkeit, das durchschnittliche Einkommen liegt bei circa 450 Euro im Monat.  Laut Weltbank leben derzeit etwa 18 Prozent der Bevölkerung von weniger als 2 US-Dollar pro Tag. Seit 20 Jahren unterstützt Österreich sein Partnerland beim Aufbau eines modernen Bildungssystems.

Am 24. Jänner zeigt der Internationale Tag der Bildung das Potenzial und die Notwendigkeit von Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung von Armut auf.