We‘ll rise up: Starke Botschaft für den Frieden aus Wien

Global Women’s Forum for Peace and Humanitarian Action (GWF 2020) in Wien.

Rund 70 Aktivistinnen und Aktivisten aus fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen kamen am 19. und 20. Februar zum Global Women’s Forum for Peace and Humanitarian Action (GWF 2020) in Wien zusammen. Ihr gemeinsames Ziel war, ihre Prioritäten und Forderungen für das 20-jährige Jubiläum der Sicherheitsratsresolution 1325 der Vereinten Nationen (VN) zu Frauen, Frieden und Sicherheit und darüber hinaus voranzutreiben.

Das Forum wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit dem Women’s Peace and Humanitarian Fund (WPHF) und dem Global Network of Women Peacebuilders (GNWP) organisiert. Bis dato ist es ist die größte  Konferenz der Zivilgesellschaft im Rahmen der geplanten Jubiläumsfeiern im Jahr 2020.

Als besonderer Gast nahm die US-Schauspielerin Kristen Bell an dem Forum teil. Als "Global Advocate" für WPHF hob sie die Bedeutung der Arbeit von Frauen hervor, die sich weltweit für nachhaltigen und inklusiven Frieden einsetzen. "In diesem Forum geht es darum, die unbegrenzte Macht der Frauen zu feiern", sagte Bell am Rande des Forums. "Ich bin heute hier, um zuzuhören, ihre Botschaft zu stärken und ihre Prioritäten voranzutreiben."

Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen, das Wissen und die Expertise von Aktivistinnen und Aktivisten aus 17 Ländern in Afrika, Asien, Europa und dem Südkaukasus, dem Nahen Osten, der Pazifikregion sowie Lateinamerika. Das Forum gipfelte in der Ausarbeitung und Verabschiedung der "Vienna Declaration 2020". Die Deklaration beinhaltet eine breite Palette an Forderungen der Aktivistinnen und Aktivisten – sie rufen dazu auf, dass Frauen, die sich für den Frieden einsetzen, besseren Schutz erhalten, dass der Zugang von Frauen zu formellen und informellen Friedensverhandlungen gestärkt wird und dass Frauen in Maßnahmen zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nach Konflikten gleichberechtigt eingebunden werden. Vor allem fordern sie eine langfristige, höhere finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit zur Friedensbildung und in humanitären Krisen.

"Mit den diesjährigen Jubiläen der Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und der historischen Erklärung und Aktionsplattform von Peking ist das Jahr 2020 ein entscheidender Moment, um Finanzmittel für Friedensstifterinnen und humanitäre Helferinnen zu mobilisieren", so Ghita El Khyari, Leiterin des WPHF-Sekretariats. Derzeit gehen lediglich 0,2 Prozent der gesamten bilateralen Unterstützung für fragile und von Konflikten betroffene Regionen direkt an Frauenorganisationen.

"Die Empfehlungen und Forderungen der Wiener Deklaration müssen Einfluss auf die Diskussionen haben, die 2020 und in den kommenden Jahren stattfinden. Darüber hinaus sehen wir diese Erklärung als einflussreiches Instrument zur Stärkung der Umsetzung der Resolution 1325 des VN-Sicherheitsrates“, betonte Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA). Die "Vienna Declaration 2020" wird als starke Stimme der globalen Zivilgesellschaft die aktuellen Diskussionen im Jubiläumsjahr 2020 weltweit beeinflussen.

Österreich, Deutschland, die Europäische Union und andere Staaten kündigten neue Förderungen an, um Frauen zu unterstützen, die sich den lokalen Herausforderungen der von Konflikten betroffenen Gemeinschaften aktiv stellen.

"Für uns ist es so wichtig, Teil dieses Forums zu sein", sagte Margaret Unohwaye Taylor vom Women Empowerment Network in Liberia. "Wir teilen die Botschaften und Lehren aus unseren Gemeinden, damit sie in die Deklaration einfließen. Frauen, die sich für den Frieden einsetzen, müssen gehört werden. Heute schreiben wir Geschichte und gestalten das Schicksal unseres eigenen Lebens.“