Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom 12. April 2022 betrugen die öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (official development assistance, ODA) Österreichs 2021 rund 1,234 Milliarden Euro auf Zuschussäquivalent-Basis. Das entspricht einer ODA-Quote von 0,31 Prozent des österreichischen Bruttonationaleinkommens (BNE) und einer Steigerung von 117,0 Millionen Euro bzw. 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (nicht inflationsbereinigt; unter Berücksichtigung der Inflation beträgt die Steigerung 8,7 Prozent). Im Jahr 2020 betrug die österreichische ODA-Quote 0,30 Prozent des BNE.

Die ODA umfasst alle österreichischen öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen von Bund, Ländern und Gemeinden. Bei den Zahlen handelt es sich um vorläufige Daten. Bis zur finalen Meldung der OECD im Juni 2022 kann es daher noch zu Abweichungen kommen.

ENTWICKLUNG DER ÖSTERREICHISCHEN GESAMT-ODA

2021 leistete Österreich den vorläufigen OECD-Daten zufolge Beiträge in Höhe von 576,9 Millionen Euro für bilaterale und 657,5 Millionen Euro für multilaterale Entwicklungszusammenarbeit. Der Anstieg bilateraler ODA von 450,5 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 576,9 Millionen Euro im Jahr 2021 ist unter anderem auf gestiegene Beträge aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) zurückzuführen. Die erstmals gemeldeten ODA-fähigen Kosten für Impfstoffspenden in Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie belaufen sich auf 16,0 Millionen Euro.

Der Rückgang der multilateralen ODA von 666,9 Millionen Euro in 2020 auf 657,5 Millionen Euro im Jahr 2021 ergibt sich unter anderem aufgrund geringerer Beiträge an den Europäischen Entwicklungsfonds (EDF), den Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF), den Debt Relief Trust Fund sowie an die UN-Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze (UNDPO). Gleichzeitig stiegen die multilateralen Beiträge an die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA), die Internationale Finanz-Corporation (IFC), dem Katastrophenhilfefonds der Vereinten Nationen (CERF) sowie an die Europäische Kommission.

Kommunikationsbasis für Österreichs ODA-Zahlen

Alle Daten werden seit dem Berichtsjahr 2020 auf Zuschussäquivalent-Basis kommuniziert. Die ODA-Vorausmeldung berücksichtigt entsprechend den OECD-Kriterien ODA-fähige Kredite an den Privatsektor, welche unter den vorläufigen Berichtsdirektiven betreffend Privatsektorinstrumente (PSI) weiterhin auf Nettofluss-Basis gemeldet werden. Zudem umfasst sie erneut Auszahlungen zu konzessionellen Krediten an multilaterale Organisationen, welche gemäß regulärer Berichtsdirektiven unter das im Rahmen der ODA-Modernisierung eingeführte Zuschussäquivalent-System fallen.

Da das Zuschussäquivalent seitens OECD/DAC seit 2019 (für das Berichtsjahr 2018) als Standardmaß für die statistische Erfassung der ODA gilt und um eine Vergleichsbasis herzustellen, wird für die Berichtsjahre 2018 und 2019 regulär eine Rückrechnung auf Zuschussäquivalent-Basis vorgenommen, weshalb Daten für diese Jahre leicht von den veröffentlichten Daten abweichen.

BEKANNTGABE DER ENTWICKLUNGSHILFELEISTUNGEN

Auf Basis der statistischen Meldungen publiziert der Entwicklungshilfeausschuss (DAC) der OECD die jährlichen Ergebnisse im internationalen Vergleich: Erste Trends mit vorläufigen Daten werden im Frühjahr über das vergangene Berichtsjahr veröffentlicht. Zum Jahresende werden die detaillierten Endergebnisse der öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen der einzelnen Staaten in der OECD-Datenbank und im ODA-Bericht 2021 (Grafik- und Tabellenteil) zu den österreichischen Leistungen auf der ADA-Website publiziert.