Wasser: Menschenrecht und Lebensretter

In den ärmsten Ländern der Welt haben laut WHO knapp ein Viertel aller Gesundheitseinrichtungen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Welche katastrophalen Konsequenzen das nach sich zieht, offenbart nicht zuletzt die Corona-Pandemie. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit hilft, Wege aus der Wasserkrise zu finden.

30 Sekunden lang, gründlich und mit Seife: Dass regelmäßiges Händewaschen im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten kann, zeigen aktuell flächendeckend propagierte Hygienemaßnahmen rund um das Coronavirus. So sollen Ansteckungsrisiken gemindert und die global rasant nach oben schnellende COVID-19-Infektionsrate eingedämmt werden. #SafeHands, das ist auch das Motto des Weltwassertages 2020. Jedes Jahr machen die Vereinten Nationen am 22. März damit auf die Bedeutung von sauberem Wasser für nachhaltige Entwicklung aufmerksam.

Das betont auch die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, seit ihrer Gründung vor mittlerweile 16 Jahren. "Weltweit leben immer noch 785 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem, trinkbarem Wasser. Das ist mehr als jede zehnte Person, und das muss sich ändern. Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht. Die Ausbreitung des Coronavirus macht einmal mehr deutlich, welche verhängnisvollen Auswirkungen der mangelnde Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung vor allem in Entwicklungsländern nach sich ziehen kann. Wir setzen uns dafür ein, dass sich das ändert", so ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter.

Der sogenannte "WASH"-Sektor steht für "Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene". Aktuell fördert die ADA in diesem Bereich 24 Projekte mit insgesamt 26,3 Millionen Euro. Sie unterstützen unter anderem Flüchtlinge und Aufnahmegemeinden in Uganda und im Libanon. Neue Wassertanks, Latrinenblöcke und Hygieneschulungen helfen bei der Bewältigung der prekären sanitären Situationen vor Ort. 750.000 Euro investiert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in die Initiativen, über 17.000 Menschen profitieren davon. Projektpartner ist in beiden Fällen das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK).

Zusätzlich schafft eine strategische Partnerschaft zwischen der ADA und dem ÖRK mit knapp 3 Millionen Euro Raum für Innovationen, gestärktes Fachwissen und Kooperationen im WASH-Bereich in Ostafrika. Im Zeitraum von fünf Jahren entstehen insgesamt 30 weiterführende Wasser- und Sanitärprojekte in Äthiopien und Uganda. Bis 2023 verbessern diese die Lebensbedingungen von in etwa 12.000 Personen.

Am 22. März rückt der Weltwassertag das sechste der insgesamt 17 Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in den Fokus. Damit möchte die internationale Staatengemeinschaft bis 2030 universellen und gleichberechtigten Zugang zu sauberem Wasser erreichen. Die Zeit drängt: Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge wird bereits 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung in Regionen ohne sicheren Zugang zu Trinkwasser leben. Zusätzlich droht die Ausbreitung des Coronavirus die bereits grundlegend schwache Gesundheitsversorgung in den ärmsten Ländern der Welt zum Erliegen zu bringen. 22 Prozent der Gesundheitseinrichtungen in den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDCs) müssen ohne Wasser auskommen. Die Folgen für die Menschen vor Ort sind fatal.