Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen: „Noch nicht da, wo wir sein sollten.“

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit schafft die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben für alle.

Menschen mit Behinderungen stellen 15 Prozent der Weltbevölkerung. Von dieser rund einen Milliarde leben 80 Prozent in Entwicklungsländern. 80 bis 90 Prozent von ihnen sind arbeitslos, viele von Armut betroffen. Auch 13 Jahre nach der Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind diese Menschen in weiten Teilen der Welt weiterhin täglicher Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt.

Kreislauf aus Armut und Behinderung

„In Entwicklungsländern haben Menschen mit Behinderungen oft keinen Zugang zu Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen, vom Recht auf Beschäftigung ganz zu schweigen. Wir sind leider noch nicht da, wo wir sein sollten. Genau hier setzt unsere Arbeit an. Wir wollen diese Stigmatisierung aufbrechen und die Potenziale und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen in den Vordergrund stellen“, betont Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember.

Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit fördert Projekte und Programme zur Rehabilitation sowie Initiativen, die sich speziell an Menschen mit Behinderungen richten, Beschäftigung für Jugendliche schaffen oder höhere Bildung inklusiv gestalten.

Inklusion messbar machen

Im Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen direkt verankert. 2015 hat die ADA ein für alle internationalen Projekte und Programme verpflichtendes Sozialprüfungsverfahren mit Fragen zu Barrierefreiheit und Inklusion eingeführt. Seit Jänner 2019 wendet die Austrian Development Agency darüber hinaus den „Disability Marker“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an. Dieses Instrument macht Inklusion bei Entwicklungsinitiativen messbar. Damit setzt die ADA auch das Leitprinzip der Agenda 2030 um. Es lautet: „Leave No One Behind“ oder niemanden zurücklassen.

Äthiopien: Stopp der Diskriminierung

Viele Maßnahmen zeigen Erfolg – so etwa das EU-Flagship-Projekt „Bridging the Gap“, das die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in 5 Ländern stärkt. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich finanziell, die ADA setzt die Initiative für die Europäische Union in Äthiopien um.  

Dazu sagt Feleke Jember, Direktor der Abteilung für Sozialförderung im äthiopischen Arbeits- und Sozialministerium: „Es gibt noch nicht genug Bewusstsein dafür, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Beschäftigung haben. Trotz eines nationalen Gesetzes, das genau das vorschreibt. ‚Bridging the Gap‘ trägt durch inklusivere Programme und Dienstleistungen zur sozioökonomischen Inklusion und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen bei. Es soll keine Diskriminierung mehr geben.“ Nur dann können Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben für alle überall Realität werden.

Mehr zu diesem Thema gibt es online in den Weltnachrichten „Leave no one behind: Inklusion jetzt!“ zu lesen.