Auf in die Regionen! Gewerkschaftliches Bildungsprogramm für Arbeitsrechte in Georgien.



Projektträger: WUSA - weltumspannend arbeitenLand: Georgia Fördersumme: € 195.000,00Beginn: 01.09.2018Ende: 31.12.2021

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für georgische ArbeitnehmerInnen durch verstärkte Bildungsarbeit und gestärkte Gewerkschaften in Tiflis und den Regionen Adscharien und Imeretien.


Erwartete Ergebnisse


1) Das Modell der Gewerkschaftsschule ist im Ausbildungsprogramm des georgischen Gewerkschaftsbundes (Georgian Trade Union Confederation / GTUC) verankert und wird über das Projektende hinaus angeboten.

2) Die Kapazitäten des GTUC-Regionalbüro in Adscharien (Batumi) hinsichtlich Vorbereitung, Aufbau und Organisation einer Gewerkschaftsschule in der Region wurden gestärkt.

3) Ein neues GUTC-Regionalbüro wurde in Kutaisi (Imeretien) errichtet und stärkt die Kapazitäten des GTUC in der Region Imeretien.

4) ‚Organizing‘ (Vermittlung von Fähigkeiten zur Kampagnenarbeit und Mitgliedergewinnung) wird im GTUC als Standardinstrument für Kampagnenarbeit verwendet.

5) Das Bewusstsein gegenüber Geschlechtergerechtigkeit ist im GTUC und im Bildungsprogramm verankert.

6) Trainingsprogramme wurden kontinuierlich verbessert.


Zielgruppe


Direkt: Ca. 110 Personen:

50 GewerkschaftsaktivistInnen aus unterschiedlichen Branchen (voraussichtlich 21 Branchen), die an den Lehrgängen der Gewerkschaftsschulen teilnehmen;

6 Coaches;

Ca. 25 GewerkschaftsaktivistInnen, die an den ‚Train the Trainer‘ und ExpertInnen-Trainings für ‚Organizing‘ teilnehmen;

Ca. 15 lokale und internationale TrainerInnen und ExpertInnen;

Projektteam (ca. 10 Personen).

Indirekte Zielgruppen:

ArbeitnehmerInnen in Tbilisi und den Regionen Imertien und Adscharien, ihre Familien und ihr Umfeld.


Maßnahmen


Durchführung von Lehrgängen der Gewerkschaftsschule in Tbilisi;

Vorbereitung, Aufbau und Organisation einer Gewerkschaftsschule in Batumi (Adscharien);

Durchführung von Lehrgängen in Batumi;

Einrichtung eines neuen GTUC Regionalbüros in Kutaisi (Imeretien);

Durchführung von Lehrgängen in Kutaisi;

Ausweitung des Curriculums der Gewerkschaftsschulen (ArbeitnehmerInnen-Vertretung: rechtliche Grundlagen, Präsentation, Verhandlungsführung, Kennenlernen von Alternativen und Systemen; Auseinandersetzung mit Armutsbekämpfung und ökologischen und ökonomischen Grundlagen; Thema Gender – konkrete Auseinandersetzung mit der Diskriminierung von Frauen am Arbeitsmarkt; Sensibilisierung aller Beteiligten hinsichtlich weiterer Zielgruppen wie Menschen mit Behinderung, Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender / LGBTs, Internally Displaced People / IDPs,);

Durchführung von Trainings und Ausbildungsmodulen zum Thema „Organizing“;

„Train the Trainer“ Maßnahmen.


Hintergrundinformation


Seit 1991 wurden die ArbeitnehmerInnenrechte in Georgien zurückgefahren. Das 2006 geschaffene neue Arbeitsgesetz (mit einer Novelle aus 2013) ist auf Grund fehlender Kontrolle unwirksam. Zu den großen Herausforderungen zählt unter anderem das Fehlen von Arbeitsinspektoraten – Georgien ist ein Land mit vielen Verletzten und Toten am Arbeitsplatz. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für georgische ArbeitnehmerInnen und deren Empowerment sind auch Ungleichbehandlungen von Frauen gegenüber Männern am Arbeitsmarkt und am Arbeitsplatz ein wichtiges Anliegen der 21 Branchengewerkschaften, die sich im Dachverband, dem georgischen Gewerkschaftsbund GTUC (Georgian Trade Union Confederation) vereinen und im März 2018 eine Mitgliederzahl von 151.872 aufweisen (Vergleich 2016: 149.593).


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 65 Prozent.

Projektnummer8108-04/2018
MittelherkunftOEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Democracy: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.