Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung und Förderung sexueller und reproduktiver Gesundheit in der Region Boucle du Mouhoun (Phase II)



Projektträger: Privatstiftung Hilfe mit Plan ÖsterreichLand: Burkina Faso Fördersumme: € 300.000,00Beginn: 01.03.2022Ende: 31.08.2024

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel ist die Stärkung des sozialen, familiären, kommunalen und institutionellen Umfelds für einen offenen Dialog, der zur Abschaffung von Genitalverstümmelungen/Exzisionen (Mutilations Génitales Féminines/MGF; Excisions/E) und zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der damit verbundenen Rechte von Frauen und Mädchen in der Region Boucle du Mouhoun (Burkina Faso) beiträgt.


Erwartete Ergebnisse


Output 01: Die Jugendlichen (10-24 Jahre), insbesondere die Mädchen/Frauen in den Interventionsgemeinden, haben eine positive Einstellung zum Kampf gegen die Beschneidungspraxis und zur Förderung ihrer sexuellen und reproduktiven Rechte.

Output 02: Die Eltern der Kinder und die Gemeinden sind über die Auswirkungen der Beschneidung/MGF informiert und sind befähigt die sozialen Normen in Bezug auf die Praxis zu ändern.

Output 03: Die traditionellen und religiösen Verantwortlichen in den Projektgemeinden kennen die negativen Auswirkungen der Beschneidung/MGF und äußern ihre Ablehnung gegenüber dieser Praxis.

Output 04: Die Projektgemeinden verfügen über gestärkte und angepasste soziale und gesundheitliche Dienste zur Vorbeugung von MGF/E und im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.

Die Projekt- und Unterziele tragen zu SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung) 5 „Ge-schlechtergleichheit“ und 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ bei.

 


Zielgruppe


Die Aktivitäten der zweiten Projektphase richten sich primär an die Bevölkerung der 100 Dörfer, die im Verlauf der ersten Projektphase ausgewählt wurden. 2.000 junge Frauen und 2.000 junge Männer im Alter von 10-24 Jahren profitieren direkt von den Projektmaßnahmen. Weitere direkt Begünstigte sind Frauen und Männer im Alter von 25-50 Jahren, sowie circa 8.000 Familienväter und -mütter, 500 religiöse und traditionelle Autoritä-ten, 90 Mitarbeiter:innen der Gesundheitsdienste und Mitarbeiter:innen der sozialen Dienste. Die Verwaltungs- und Fachbehörden auf Lokal-, Department- und Nationalebene werden indirekt von den Projektmaßnahmen begünstigt.


Maßnahmen


Projektaktivitäten umfassen die Ausarbeitung und Vervielfältigung Sensibilisierungsmaterials, Gruppendiskussionen mit Jugendlichen, die Einrichtung und der Betrieb von Jugendclubs, Intergenerationale Dialoge, Hausbesuche, Dorfversammlungen, die Einrichtung und Kapazitätsentwicklung von Anlaufstellen (Focal Points) in den Gemeinden, Film und Theatervorstellungen mit anschließenden Diskussionen, Kapazitätenstärkung der sozialen und Gesundheitsdienste durch Ausbildung ihrer Mitarbeiter:innen und Mittelbereitstellung und halbjährliche Bilanzsitzungen mit den Verwaltungs- und Fachbehörden.


Hintergrundinformation


Trotz der nationalen Gesetzgebung zum Schutz von Frauen und Mädchen, die weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung unter Strafe stellt, bleibt die Prävalenz dieser in Burkina Faso hoch. Während im Landesdurchschnitt 67,6% der Frauen im Alter von 15-49 Jahren von Genitalverstümmelung/Beschneidung betroffen sind, liegt der Anteil in der Projektregion Boucle du Mouhoun bei 74,1% (Enquête Multisectorielle Continue/EMC, 2015) . Die weiterhin hohe Prävalenz ist in Traditionen und sozialen Normen begründet. Betroffene Frauen und Mädchen sind gesundheitlich und sozial von den Folgen betroffen, da diese oftmals Komplikationen bei Geburten, in sexuellen Beziehungen und eine Beeinträchtigung des allgemeinen Gesundheitszustands nach sich ziehen. Die zweite Phase des Projekts führt den partizipativen und gemeindebasierten Ansatz der ersten, von 2018-2021 implementierten Projektphase für weitere zweieinhalb Jahre fort.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 66,67 Prozent der Gesamtkosten.

Projektnummer2833-00/2022
MittelherkunftOEZA
Sektor Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 2, Reproductive health: 2, Democracy: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.