Dialog zur Deeskalation von Wasserkonflikten in Libyen



Projektträger: ÖSFK (ASPR) - Österreichisches Studienzentrum für Frieden und KonfliktlösungLand: Libya Fördersumme: € 504.195,00Beginn: 01.09.2021Ende: 31.08.2023

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Projekt trägt zum Aufbau eines nachhaltigen und konstruktiven Dialogprozesses zwischen Akteur*innen in Westlibyen bei mit dem Ziel stark beeinträchtigte essenzielle Infrastruktur zu stärken, mit besonderem Fokus auf der Wasserinfrastruktur des „Man-Made Rivers“ (MMR).


Erwartete Ergebnisse


Resultat 1: Schaffung einer Interessensgemeinschaft von relevanten Akteur*innen, die sich mit der Unterstützung lokaler Insider Mediatoren*innen mit Lösungssuche in Bezug auf die Wasserinfrastruktur des MMR und ähnlichen Fragen auseinandersetzen (SDG 16). Der Teilnahme und Perspektive von Frauen wird besonderes Augenmerk geschenkt (EU Gender Action Plan II objectives).

Resultat 2: Entwicklung konstruktiver Kommunikationslinien zwischen Gemeinschaften in Süd- und Nordlybien, sowie mit Behörden in Tripolis in Bezug auf die Wasserinfrastruktur des MMR und ähnliche Fragen (SDG 16 and SDG 6). Der Teilnahme und Perspektive von Frauen wird besonderes Augenmerk geschenkt (EU Gender Action Plan II objectives).

Resultat 3: Die Ergebnisse der Dialogaktivitäten werden mit relevanten Vertretern auf lokalem, nationalem und internationalem Niveau geteilt und werden dort als relevant und nützlich gesehen.

 


Zielgruppe


Die Zielgruppen des Projekts sind relevante Vertreter*innen süd- und nordlibyscher Gemeinden, sowie Behörden in Tripolis (besonders Wasserbehörden). Das Projekt richtet sich an etwa 200 direkt Begünstigte aus den Zielgruppen, sowie weitere 200 Personen durch die Aktivitäten der Insider Mediator*innen. Weitere 20-30 Begünstigte werden sich bei Vertreter*innen der internationalen Gemeinschaft sowie der libyschen Nationalregierung finden. Indirekt Begünstigte sind jene Bevölkerungsgruppen in Nord- und Südlibyen die entweder unter Wasserknappheit oder anderen Problemen leiden.


Maßnahmen


Die Aktivitäten beinhalten Dialogtreffen zur Auslotung von Perspektiven um die Wasserproblematik und damit zusammenhängende Konflikte. Diese werden sowohl auf lokaler, lokal-zentraler Ebene stattfinden, und auch die internationale Ebene miteinbeziehen. Für die Nachhaltigkeit der Projektarbeit werden außerdem Insider-Mediator*innen trainiert und in die Projektarbeit einbezogen. Eine Forschungsstudie über soziopolitische Aspekte aus den Ergebnissen des Dialogs wird das Projekt begleiten und für Verbreitung dieser Ergebnisse dienen.


Hintergrundinformation


Die komplexe Konfliktsituation in Libyen seit dem Fall des Gaddafi-regimes und die fragmentierte Regierungsführung des Landes seitdem haben die Entwicklung der Infrastruktur erheblich erschwert und damit einhergehende soziale Konflikte verschärft. Die Wasserinfrastruktur ist zentral in Libyen, mit dem Potential zur Einigung oder Spaltung des Landes. Die beiden westlichen Provinzen Libyens des bevölkerungsreichen Tripolitaniens und die vernachlässigten Wüstengebiete Fezzans sind durch das Wasserinfrastrukturprojekts des „Man-Made Rivers“ verbunden, welches Wasser aus den südlichen Reservoirs nach Norden in die Hauptstadt Tripolis leitet. Während der letzten Dekade wurde diese essentielle Lebenslinie durch Kampfhandlungen, Diebstahl, Sabotage und Vernachlässigung untergraben, was teilweise ein Ausdruck großer Frustration der südlichen Gemeinschaften und anderer ungelöster Konflikte sind.

Projektnummer2667-01/2021
MittelherkunftOEZA
Sektor Frieden und Sicherheit
Tied
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Democracy: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.