Einkommensverbesserung und -sicherung für Jungbäuerinnen in Nicaragua



Projektträger: HORIZONT3000 - Österreichische Organisation für EntwicklungszusammenarbeitLand: Nicaragua Fördersumme: € 49.400,00Beginn: 01.01.2019Ende: 30.06.2021

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Projektziel: Stärkung der technisch-produktiven und organisatorischen, innovativen Kapazitäten junger Bäuerinnen des Corredor Seco im Norden von Nicaragua zur Gründung von landwirtschaftlichen Kleinunternehmungen. (Beitrag zu SDGs 1.1 und 2.3).


Erwartete Ergebnisse


Durch die Etablierung von landwirtschaftlichen Kleinunternehmungen und die Vernetzung über Kooperativen werden lokale Strukturen und produktive Prozesse gestärkt.

Resultat 1: Junge Bäuerinnen verfügen über die Fähigkeiten landwirtschaftliche Kleinunternehmungen zu führen, durch Weiterverarbeitung der Produktion ihrer Höfe Wertschöpfung zu erzielen und ihre Produkte am Markt anzubieten.

Resultat 2: Die Produktion und Vermarktung von Kaffee, Honig und Hibiskus in 7 Frauenkooperativen, welche in der zentralen Kooperative „Las Diosas“ vereinigt sind, ist gestärkt und nachhaltig verankert.


Zielgruppe


Direkte Zielgruppe: 600 Frauen, 70% im Alter von unter 30 Jahren, zum Teil Mitglieder von 7 Kooperativen, welche die Partnerorganisation Fundación entre Mujeres (FEM) in Ausbildungsprozessen begleitet. Indirekt werden in 5 Munizipien des Corredor Seco (Departements Estelí, Matagalpa und Jinotega) 2.465 Familien der 21 Gemeinden des Projektgebietes erreicht. Der Großteil sind KleinbäuerInnen, ein kleiner Teil übt zusätzlich Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich oder im Handel aus.


Maßnahmen


Weiterbildungen und Beratung der Bäuerinnen im Bereich landwirtschaftliche Produktion/ Weiterverarbeitung der Produkte/ Verkauf von Kleinvieh sowie im Bereich Administration und Management von landwirtschaftlichen Kleinunternehmungen/ Stärkung bestehender Unternehmungen; Unterstützung bei der Gründung von Kleinunternehmungen und Stärkung bestehender Unternehmungen; Etablierung und Stärkung von agroökologischen Lerngruppen; Ausstattung der 7 Frauenkooperativen und ihrer Zentrale mit Infrastruktur und Mitteln zur Verarbeitung und Kommerzialisierung von Kaffee, Honig und Hibiskus; Stärkung der administrativen und operativen Kapazitäten der zentralen Kooperative im Hinblick auf die Vermarktung von Kaffee, Honig und Hibiskus; Begleitung und Beratung der jungen Bäuerinnen bei Registrierungen und Zertifizierungen wie Fair Trade oder Bio-Siegel für Kaffee; Aktualisierung von Businessplänen und Produktionsplänen der zentralen Kooperative; Teilnahme an (Bauern-)Märkten und Grünmärkten.


Hintergrundinformation


Die Lebensbedingungen der Bevölkerung in der Projektregion im Norden Nicaraguas, dem sogenannten Corredor Seco, sind von Armut und Mangelernährung gekennzeichnet. Die kleinbäuerlichen Familien produzieren zu 50-70% für den Eigenkonsum, wobei durch extreme Umweltsituationen, vor allem Dürren, die Ernährungssicherheit stark gefährdet ist. Aus Verzweiflung sind viele Frauen und Männer bereits in die Städte abgewandert um dort Arbeit zu finden. Junge Frauen sind besonders benachteiligt, da sich der ländliche Sektor in Männerhand befindet. Die Partnerorganisation FEM arbeitet daher daran, die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen abzubauen, unter anderem durch die Etablierung eines alternativen Modells der ländlichen Entwicklung welches den Frauen Zugang und Kontrolle der Produktionsmittel garantiert.

Seit April 2018 befindet sich Nicaragua in einer sozio-politischen Krise, welche auch die ländliche Bevölkerung im Corredor Seco betrifft und verunsichert. Besonders die jungen Menschen wurden in ihrem Alltag eingeschränkt was Mobilität und Zugang zu Bildung betrifft. Angesichts dieser Situation ist eine Unterstützung der jungen Bäuerinnen besonders relevant.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 6,14 Prozent.

Projektnummer2325-06/2019
MittelherkunftOEZA
Sektor Landwirtschaft
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Gender: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.