Gleichberechtigung fördern: Geschlechtergleichstellung im Bildungsbereich



Projektträger: Privatstiftung Hilfe mit Plan ÖsterreichLand: Burkina Faso Fördersumme: € 250.000,00Beginn: 01.01.2020Ende: 31.12.2022

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das gemeindebasierte Vorhaben zielt darauf ab, die Geschlechtergleichstellung im Bildungsbereich zu fördern, sodass das Recht auf Grundschulbildung gewährleistet ist und der Zugang zu qualitativ hochwertiger und integrativer Bildung für Mädchen und benachteiligte Kinder in 67 ländlichen Grundschulen in den Gemeinden Nako und Boussera in Burkina Faso verbessert wird.

Das Projekt trägt zur Erreichung folgender SDGs bei: 4.1, 4.5., 5.1, und 5.5.


Erwartete Ergebnisse


(1) Die lokalen Gemeinschaften haben ein besseres Verständnis für die schädlichen Auswirkungen soziokultureller Normen, die Mädchen daran hindern, die Schule zu besuchen.

(2) In 67 ländlichen Grundschulen der Gemeinden Boussera und Nako ist die Lernumgebung, insbesondere für Mädchen und benachteiligte Kinder, sicher, kindergerecht und kinderfreundlich.

(3) Die pädagogischen Methoden in den 67 Schulen der Gemeinden Boussera und Nako sind kinderzentriert und geschlechtersensibel.


Zielgruppe


Direkt von den Projektmaßnahmen profitieren werden: 4.000 sechs Jahre alte Kinder (mindestens 50% Mädchen); 9.000 GrundschülerInnen zwischen 6 und 14 Jahren, die an ländlichen Schulen eingeschrieben sind (50% Mädchen); 500 gefährdete SchülerInnen im Alter von 6-14 Jahren (mit Behinderung und bedürftig, 50% Mädchen); 200 GrundschullehrerInnen (40% Frauen); 15 BildungsexpertInnen der dekonzentrierten Dienste des Ministeriums für Bildung (mindestens 5 Frauen); 900 Mitglieder der Kinderschulregierungen (50% Mädchen); 1.200 Eltern-Lehrer-Vereinigungen und LeiterInnen von Schulverwaltungsausschüssen (300 Frauen); 30 Mitglieder der lokalen Regierung (Gemeinderat) (mindestens 5 Frauen); 1.500 soziale, traditionelle und religiöse FührerInnen (30% Frauen).

Indirekt werden darüber hinaus 1.500 Mitglieder von Eltern-LehrerInnen-Vereinigungen und Mitglieder der Schulverwaltungsausschüsse (300 Frauen); 280 Mitglieder der lokalen Regierung (mindestens 50 Frauen); sowie 10 DorfanimateurInnen (40% Frauen) sowie insgesamt 45.950 EinwohnerInnen (53% Frauen) der Zielgemeinden durch das Projekt erreicht.


Maßnahmen


Durch Sensibilisierungsmaßnahmen, Aufklärungsarbeit und Schulungen in den Bereichen Kinderrechte, Gender, Gleichstellung in der Bildung und schulbezogene geschlechtsspezifische Gewalt sowie Menstrualhygiene wird angestrebt, soziokulturelle Normen und Praktiken der Gemeindemitglieder, Eltern, Schulverwaltungen und Schulgremien zu ändern sowie eine kindgerechte und gendersensible Lernumgebung zu schaffen. Des Weiteren sollen Kapazitätsaufbau-Maßnahmen von LehrerInnen, die sich auf kinderzentrierte und geschlechtersensible pädagogische Ansätze konzentrieren, dazu beitragen, dass die Kinderbeteiligung im Schulalltag gestärkt wird und die Besonderheiten von Mädchen und Jungen im Unterricht berücksichtigt werden. So soll sichergestellt werden, dass Mädchen und Buben den gleichen Zugang zu Bildung erhalten. Durch Lobbyarbeit soll zudem für mehr Investitionen im Bildungsbereich bei der Regierung und lokalen Behörden plädiert werden und ein besonderer Fokus auf der Gleichstellung von Mädchen und Jungen liegen.


Hintergrundinformation


In Burkina Faso liegen die Anmelde- und Abschlussquoten für den Grundschulbesuch auf nationaler Ebene bei 88,5 Prozent und 60,3 Prozent, während die gleichen Quoten in der Gemeinde Nako bei 47,0 Prozent und 35,6 Prozent und in der Gemeinde Boussera bei 60,7 Prozent und 36,3 Prozent liegen. Diese beiden Gemeinden gehören zu den Ärmsten in Burkina Faso und wurden aufgrund ihrer anhaltend niedrigen Bildungsindikatoren von der Regierung als „Prioritäre Gemeinden für Bildung“ eingestuft. Die Ursachen begründen sich durch soziokulturelle Normen und Praktiken, eine mangelhafte und nicht sichere Lernumgebung sowie unzureichende pädagogische Qualifikationen und Erfahrungen von LehrerInnen.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 50 Prozent.

Projektnummer2319-06/2019
MittelherkunftOEZA
Sektor Grundbildung
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 2, Reproductive health: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.