Impact-Linked Fund for Gender-inclusive Fintech



Projektträger: DEZA (SDC) - Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Swiss Agency for Development and Cooperation)Land: Developing countries, unspecified Fördersumme: € 2.500.000,00Beginn: 15.04.2022Ende: 14.04.2028

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Projekts ist es, mithilfe des Gender Inclusive Fintech Fund (GIFF) den Zugang für Frauen (insbesondere Migrantinnen und andere verletzbare Gruppen) zu Finanzmittel zu verbessern. Der Fund arbeitet mit sogenannten FinTechs zusammen, das sind Finanzdienstleistungsunternehmen, die sich neuerer Technologien bedienen um den Zugang zu ihren Leistungen zu vereinfachen. So wird sichergestellt, dass es sich um erschwingliche und nützliche Produkte und Dienstleistungen handelt, die der Zielgruppe angeboten werden. Die Finanzierung durch den Fonds erfolgt nur, wenn die gewünschte Wirkung (impact) erzielt wurde, z.B. wenn bisher vom Markt ausgeschlossene Frauen erreicht wurden. Es handelt sich somit um „Impact-linked Financing“.


Erwartete Ergebnisse


- 30 % mehr Einkommen (durch mehr Einnahmen, Kostenersparnisse etc.) für bestehende und neue Kundinnen der FinTechs

- Zugang zu Finanzprodukten für mind. 88.000 Frauen (Neukundinnen der FinTechs, 25 % davon Migrantinnen)

Systemische Wirkungen:

- Höhere Anzahl an FinTechs, die marginalisierte Gruppen als KundInnen betrachten und ihre Produkte und Strategien entsprechend anpassen.

- Höhere Anzahl an Organisationen und Gebern, die Impact-Linked Finance nutzen

Outcomes:

- Anteil an Kundinnen der FinTechs am Ende der Projektperiode: 50 %

- Reduktion der Transaktionskosten (Remittances) für Frauen auf 5 %

- Erhöhung der Einnahmen von 25 FinTechs in absoluten und relativen Zahlen

- Hebelung von privatem Kapital im Verhältnis 1:3


Zielgruppe


Durch die Verbesserung der finanziellen Inklusion von Frauen trägt der GIFF zur Stärkung von Frauen bei und begünstigt in Folge eine Unterstützung für Familien, Kinder und Haushalte.

Der GIFF arbeitet über Finanzdienstleister ("FinTechs"), die sich in der frühen bis mittleren Wachstumsphase befinden und die in Subsahara-Afrika, der MENA-Region oder Asien tätig sind. Da traditionelle Geldgeber in diese Unternehmen seltener investieren, kann die Additionalität (Mehrwert) des Vorhabens gewährleistet und die ausgewählten FinTechs gezielt gefördert werden. Der GIFF richtet sich sowohl an bestehende geschlechtsspezifisch ausgerichtete, integrative FinTech-Unternehmen als auch an andere integrative FinTechs, um diese in der Fokussierung Geschlechter-gerechtigkeit zu unterstützen.

Partnerstruktur: Als Facility Manager sind Roots of Impact (RoI) und iGravity (iG) für die Umsetzung gesamtverantwortlich. Vier Investmentfonds wurden für die Kooperation vorausgewählt, ebenso drei sog. Ecosystem Enablers. Diese arbeiten mit den ausgewählten FinTechs zusammen. Deren Auswahl erfolgt nach den "2X Challenge"-Kriterien, z.B. das Unternehmen wird von einer Frau geführt oder es bietet Produkte/Dienstleistungen für Frauen an.


Maßnahmen


Mittels Impact-Linked Finance schafft der GIFF für FinTechs Anreize zur Verfolgung eines Gender-Fokus. Finanzielle Belohnungen werden an vorher festgelegte geschlechtsspezifische Transformationsergebnisse gekoppelt, wie etwa die finanzielle Gesundheit von Frauen. Die FinTechs gehen dabei von Beginn an auf die Perspektiven, Bedürfnisse und Voraussetzungen von (migrantischen) Frauen ein und schaffen so ein maßgeschneidertes Nutzererlebnis. Konkret sind die folgenden Maßnahmen geplant:

- Auswahl und Analyse der FinTechs nach den beschriebenen Kriterien

- Eintreten für relevante Finanzierungspraktiken und Datendisaggregation

- Abkommen mit Investment Fund Managers

- Strukturierung ergebnisorientierter Verträge mit "Ecosystem Enablers"

- Analyse und Vorbereitung erfolgreicher "Exits"

- Beiträge zu Workshops, Veranstaltungen und anderen Bewusstsein schaffenden Maßnahmen

- Beiträge zu Wissensaufbereitung, Fallstudien, Artikeln und Präsentationen für die/mit den FinTechs, sowie zum GIFF


Hintergrundinformation


Der GIFF wird in dieser Projektphase von der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit finanziert. Die ADA beteiligt sich mittels einer Delegierten Kooperation mit der DEZA. Für beide Agenturen ist Privatsektorentwicklung ein prioritäres Aktivitätenfeld. Das inkludiert auch die direkte Kooperation mit dem Privatsektor. Zusätzlich zu etablierten Ansätzen sollen auch innovative Finanzierungsinstrumente dazu genutzt werden, privates Geld zu hebeln und die Wirkung der Aktivitäten in Entwicklungsländern zu verstärken.

Projektnummer2735-00/2022
MittelherkunftOEZA
Sektor Banken und Finanzwesen
Tied
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.