Joint Action for Nutrition Outcome (JANO)



Projektträger: CARE Österreich, Verein für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre HilfeLand: Bangladesh Fördersumme: € 500.000,00Beginn: 01.09.2018Ende: 29.02.2024

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Gesamtziel ist die Senkung der Unterernährung von Kindern unter fünf Jahren und Förderung der gesunden Ernährung von schwangeren und stillenden Frauen und heranwachsenden Mädchen. Die Ernährung von Müttern und Kindern soll durch die Umsetzung von sektorübergreifenden Ansätzen und durch eine verstärkte Ernährungspolitik in den Bezirken Nilphamari und Rangpur im Nordwesten Bangladeschs verbessert werden.


Erwartete Ergebnisse


ER1: Durch ‚Community Support Groups‘ (CSGs) werden Frauen und Mädchen in Gemeinden befähigt, ernährungsbezogene Dienstleistungen einzufordern und zu nutzen.

ER2: Gut koordinierte und mit entsprechenden Mitteln ausgestattete subnationale und lokale Regierungsstrukturen erkennen die Bedürfnisse sozial benachteiligter und marginalisierter Bevölkerungsgruppen an und gehen verantwortungsvoll auf diese ein.

ER3: Steigerung der Produktivität und des Einkommens der Gemeinden durch ernährungsbezogene Wertschöpfungsketten und für Haushalte erschwinglichen Zugang zu nahrhaften Produkten und Dienstleistungen.

ER4: Regierungsstellen sind sowohl vertikal als auch horizontal durch effektive Informations- und Kommunikationstechnologieplattformen verbunden, die zu einer besseren Planung, Koordinierung, Überwachung und Rechenschaftspflicht führen.


Zielgruppe


Direkt:

10.557 Mitglieder von 621 Gruppen (so genannter „Community Support Groups“ / CSGs); 330 Grund- und Sekundarschulen;

410.620 Jugendliche (Mädchen und Burschen).

Lokale Behörden/Dienstleister: 75 Regierungskoordinierungsausschüsse für Ernährung auf Bezirks- und (Sub-)Distriktebene („Upazila“, „Union Parishad“); 207 Gesundheitsanbieter in den Gemeinden (Community Health Care Providers), 465 FamiliensozialhelferInnen (Family Welfare Assistants - FWA); 198 Gesundheitsassistentinnen (Health Assistants); 990 GesundheitshelferInnen der Regierung; 40 Agrarfachleute (Agriculture Extension Officers); 10 Viehfachleute (Livestock Officers); 7 Beamte für öffentliche Gesundheit und Ingenieurswesen (Public Health and Engineering Officers.

30 multinationale, nationale und lokale Privatunternehmen.

Endbegünstigte: Insgesamt 4,3 Millionen Menschen in den Bezirken Nilphamari und Rangpur, darunter 250.000 schwangere und stillende Frauen sowie verheiratete junge Mädchen und 215.000 Kinder unter 5 Jahren.


Maßnahmen


A1.1: 621 existierende Community Support Groups (CSGs) werden mit einer angemessenen Vertretung von Frauen und sozial benachteiligten Personen unter Verwendung der von CARE entwickelten Instrumente der „Local Political Economy“ und „Social Action Analysis“ aktiviert. Die Kapazitäten dieser Gruppen werden aufgebaut, um lokale Ernährungsaktionspläne zu beschleunigen und Dienstleister für spezifische Services, insbesondere im Bereich der Ernährung, verantwortlich zu machen.

A1.2: Themen zu Gesundheit, Hygiene und Ernährung werden in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen, um das Wissen und Verständnis der SchülerInnen zu vertiefen. In den Schulen werden Ernährungsclubs und Schulgärten eingeführt, um das Wissen der Schulkinder über klimafreundliche Landwirtschaft und bewährte Ernährungsformen zu erweitern. Die SchülerInnen bringen dieses Wissen dann in ihre eigenen Familien und Gemeinden zurück.

A2.1: Die Kapazitäten der MitarbeiterInnen von acht ausgewählten Ministerien und Abteilungen werden gestärkt, um den Zugang zu Nahrungsmitteln für Frauen, Mädchen und sozial benachteiligte Personen zu gewährleisten. Die Kapazitäten des Upazila Development Koordinationskomitees sowie der Bezirks- und Upazila Nutrition Koordinationskomitees werden ausgebaut, um eine von der Regierung geleitete Koordinierung auf subnationaler Ebene für Planung, Umsetzung, Management sowie Monitoring und Evaluation des multisektoralen Ernährungsprogramms sicherzustellen.

A2.2: Durch erprobte Governance Instrumente wie „Community Score Cards“ und „Social Audits“ werden Feedback Mechanismen für die BürgerInnen geschaffen, um die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern und Gemeinden zu stärken, wobei zivilgesellschaftliche Ernährungsforen (Civil Society Nutrition Forums) eine aktive Rolle spielen werden.

A3.1: Verbesserung der Koordination und des Wissensaustauschs zwischen staatlichen und privaten Beratungssystemen. Einführung klimaschonender und verbesserter Technologien für die ernährungsbezogene Entwicklung der Wertschöpfungskette durch aktives Engagement von Regierung und Privatsektor.

A3.2: Durchführung von Marktanalysen zur Identifizierung nährstoffreicher Nahrungsmittel (z.B. Weizen, Öl, Milchprodukte). Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Privatsektor und Gemeinden sowie lokalen Unternehmern, um den Markt für Nahrungsmittel und deren Verfügbarkeit auszuweiten.

A4.1: Stärkung der bestehenden Management Information System (MIS) Plattformen der Regierung zur Verbesserung des Informationsflusses, um eine bessere und zeitnahe Entscheidungsfindung sowohl horizontal als auch vertikal zwischen acht von dreizehn der ausgewählten Ministerien im Rahmen des nationalen Ernährungsrates von Bangladesch zu ermöglichen.

A4.2: Entwicklung von Mobiltelefon Apps, die es den ProjektteilnehmerInnen ermöglichen, bei Bedarf Zugang zu Informationen über Gesundheit, Ernährung, Wasser, sanitäre Grundversorgung und Hygiene (WASH), sowie Frühwarnung und klimaschonende Landwirtschaft zu erhalten.


Hintergrundinformation


Trotz vieler Verbesserungen ist die Nahrungsmittel- und Ernährungsunsicherheit für einen Großteil der Bevölkerung Bangladeschs nach wie vor hoch. Laut der ‚Multiple Indicator Cluster Study‘ für Bangladesch 2012-13 zählt Rangpur zu jenen Gegenden in Bangladesch, die am stärksten von Nahrungsmittel- und Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Obwohl das nationale Ernährungsprogramm fortschrittlich ist, sind die Kapazitäten der lokalen Behörden und Fachabteilungen für die lokale Planung und Koordination gering. Andererseits mangelt es der Bevölkerung an Wissen über die Ernährungsvielfalt von Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen, Schwangeren und stillenden Frauen, sowie über Gesundheit, Hygiene, Umweltschutz und klimaschonende Landwirtschaft. Dies wirkt sich direkt auf die hohen Unterernährungsraten in den Zielgebieten aus. Eine weitere zentrale Herausforderung auf lokaler Ebene ist die fehlende Verfügbarkeit zuverlässiger Daten und Informationen. Dies schränkt die Fähigkeit der relevanten Akteure ein, um Probleme bezüglich Ernährungssicherheit zu priorisieren, koordinieren und überwachen.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 4,30 Prozent.

Projektnummer2325-10/2018
MittelherkunftOEZA
Sektor Basisgesundheit
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Climate change adaptation: 1, Gender: 1, Reproductive health: 1, Democracy: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.