Nachhaltiger Lebensunterhalt für Kleinbauern in Nhamatanda



Projektträger: ADRA - Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ÖsterreichLand: Mozambique Fördersumme: € 280.000,00Beginn: 01.01.2021Ende: 31.12.2023

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Projektziel ist die Verbesserung der Ernährungssicherheit und Ernährung von verwundbaren Haushalten im Distrikt Nhamatanda (Sofala/ Mosambik).


Erwartete Ergebnisse


1: Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität und Reduzierung von Nach-Ernte Verlusten;

2: Diversifizierung des Einkommens von KleinbäuerInnen;

3: Reduzierung der konsumierten Wald-Biomasse und Abholzung;

4: Gestiegener Zugang von Frauen zu Input- und Output Märkten;

5: Bedürfnisse von Frauen werden in Foren der Entscheidungsfindung berücksichtigt.


Zielgruppe


Direkte Zielgruppe sind 2.000 KleinbäuerInnen, unter den Ärmsten und verwundbarsten Segmenten der Gesellschaft, wie Haushalte und Dorfgemeinschaften, die in marginalisierten Gegenden im Distrikt Nhamatanda in der Provinz Sofala leben. Von den 2.000 Begünstigten sind 1.200 (60%) Frauen, 400 (20%) Jugendliche und 200 (10%) Menschen mit Behinderung. Es wird erwartet, dass das Projekt indirekt rund 12.000 KleinbäuerInnen erreicht, die in 5 Communities des Nhamatanda Distrikts leben, unter ihnen rund 65% Frauen.


Maßnahmen


Organisieren von KleinbäuerInnen in inklusiven Gruppen; Trainings in Governance und Advocacy, konservierender Bodenbearbeitung, Bewässerung, Nach-Ernte-Management und Viehhaltung, Ernährung, Führung von Kleinunternehmen, Finance-Literacy; Verlinkung von KleinbäuerInnen zu Zulieferern und Märkten; Entwicklung von Community Preparedness/Disaster Mitigation und Contingency Plänen und Verlinkung des Community-based Natural Resource Management (CBRNM) zu INGC Data Winner Early Warning System (EWS); Coaching und Aufbau eines Community-Lernlabors; Aufbau von Business-Verbindungen für nicht-landwirtschaftliche Aktivitäten; Einrichtung von inklusiven Dorf-Spar und Kreditgruppen und deren Verlinkung zu Finanzinstitutionen; Gründung von Gender-sensiblem Community-based Natural Resource Management (CBRNM) und Durchführung von Bewusstseinskampagnen zum Schutz natürlicher Ressourcen und Wäldern; Ausbildung von KleinbäuerInnen in der Produktion von Energiesparöfen; Aufbau von Community-Baumschulen zur Wiederaufforstung; Mentoring von Frauen als Marktteilnehmer; Advocacy mit dem Landwirtschaftsministerium, um Gender-Gleichzeit zu fördern; Mobilisieren und Ausbildung von Frauen in Führungspositionen und Organisieren von Bewusstseinskampagnen innerhalb der Bauernverbände und Unionen, um mehr weibliche Mitglieder zu integrieren.


Hintergrundinformation


Nhamatanda ist einer der Distrikte im Land, die stark von Nahrungsunsicherheit betroffen sind. Laut einem Assessment des Technical Secretariat for Food Security and Nutrition (SETSAN) von Mai 2020, sind 55% der Bevölkerung (174.646 Menschen) von Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung betroffen. Es wird erwartet, dass der Covid-19 bedingte Preisanstieg für Nahrungsmittel Nahrungsunsicherheits-Schocks noch verstärken wird, ebenso die Ungleichheit unter verwundbaren Bevölkerungsgruppen im Distrikt. In der Projektregion lebt bereits 46,1% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Ursachen für die hohe Nahrungsunsicherheit in Nhamatanda sind niedrige landwirtschaftliche Produktion und Produktivität sowie hohe Verluste nach der Ernte. Sie werden verursacht von Faktoren wie traditioneller Farmarbeit (ohne Inputs) für Getreide. 80,65% der Zielgruppe haben keine Kenntnisse in guten landwirtschaftlichen Praktiken, nur 15,9% der Farmer wissen, wie man Schädlinge bekämpft. Es gibt hohe Nach-Ernte Verluste von rund 20%. Es gibt nur 18 landwirtschaftliche Berater, die 10.800 Kleinbauern betreuen, bei insgesamt über 42.000 Kleinbauern, die Hilfe benötigen.

Das Haushaltseinkommen ist niedrig und nicht diversifiziert – die hohe Nahrungsunsicherheit ist auch ein Resultat limitierter Einkommensalternativen für den Kauf von Lebensmitteln, in einem Kontext wo die landwirtschaftliche Produktion und Produktivität niedrig ist.

Ausgrenzung von Frauen beim Zugang zu Zulieferern und Absatzmärkten: Die verwundbarsten Haushalte in Nhamatanda werden von Frauen geleitet; sie können kein Land oder Vieh besitzen, was ihren Zugang zu Inputs und Märkten limitiert. ADRAs Needs Assessment im Juni 2020 zeigte, dass Menschen mit Behinderung meist von landwirtschaftlichen Aktivitäten ausgegrenzt sind, da auf sie angepasste Beratungsleistungen fehlen und diese teuer sind.



Das Projekt trägt zu SDG 1, 2, 13 und 15 sowie zur Umsetzung des Gender Action Plan II (GAP) bei.

Der ADA Kofinanzierungsanteil beträgt 77,56 Prozent.

Projektnummer2319-02/2021
MittelherkunftOEZA
Sektor Landwirtschaft
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Climate change mitigation: 1, Climate change adaptation: 1, Biodiversity: 1, Gender: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.