Rahmenprogramm Diakonie-Austria 2017-2019, Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Simbabwe und Lesotho



Projektträger: Diakonie - Austria gemeinnützige GmbHLand: South of Sahara, regional/multi-country Fördersumme: € 975.000,00Beginn: 01.01.2017Ende: 31.12.2019

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Programms ist es, Gemeinschaften sowie EntscheidungsträgerInnen in Simbabwe und Lesotho darin zu bestärken, sich für soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Die Kapazitäten der verschiedenen AkteurInnen werden dabei vor allem in den Bereichen ‚Gemeindenahe Rehabilitation‘ und ‚Disability Mainstreaming‘ gestärkt.

Das Rahmenprogramm der Diakonie Austria leistet einen Beitrag zur Umsetzung von SDG 10 “Reduktion von Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern”.


Erwartete Ergebnisse


1. Menschen mit Behinderungen und Schlüsselpersonen in den Programmgebieten sind sich der Rechte von Menschen mit Behinderungen bewusst und tragen zu deren Umsetzung bei.

2. Gemeinden und Schulen in den Programmgebieten sind dazu ermutigt, den Unterricht an ihren Schulen nach Prinzipien inklusiver Bildung zu gestalten.

3. Menschen mit Behinderungen in den Programmgebieten sind darin bestärkt, ihre eigenen Geschäftsideen umzusetzen bzw. Schritte in Richtung Zugang zum Arbeitsmarkt zu setzen.

4. In den Programmregionen werden inklusive, gendersensitive und für Menschen mit Behinderungen zugängliche Gesundheitsdienste einschließlich Zugang zu Behelfsmitteln gewährleistet. Die Gemeinden sind sich des Rechts von Menschen mit Behinderungen auf öffentliche inklusive Gesundheitsversorgung bewusst.


Zielgruppe


Das Programm wird in Simbabwe in 39 Dörfern in 8 Bezirken und in Lesotho in 14 Gemeinden in 5 Bezirken von den lokalen Partnerorganisationen umgesetzt. Die zentrale Zielgruppe des Programms sind 7.700 Menschen mit Behinderungen in den Programmgebieten. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Trainings auf der ausgeglichenen Beteiligung von Frauen und Männern sowie bei den Grundlagenstudien auf der Erhebung von Daten, die sowohl nach Behinderung als auch Geschlecht aufgeschlüsselt werden. Bei der Umsetzung des Programms ist die Einbeziehung aller Anspruchsgruppen und vor allem auch politischer EntscheidungsträgerInnen auf lokaler und staatlicher Ebene, sowie Angehörigen der Menschen mit Behinderungen essentiell. Daher sind auch diese 9.925 Personen direkte Begünstigte eines Teils der Aktivitäten.

Darüber hinaus werden über Medienberichte und öffentliche Lobbying- und Advocacy-Aktivitäten insgesamt etwa 400.000 Personen erreicht.


Maßnahmen


Zu Resultat 1:

• Training von Anspruchsgruppen und Lobbying zur Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel der Implementierung entsprechender staatlicher Gesetzgebung.

• Trainingsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen und von Mitgliedern von programmrelevanten Komitees zu Disability Mainstreaming und Inklusion.

• Bildung und Unterstützung von Selbstvertretergruppen.

• Entwicklung von Informations- und Bildungsmaterialien.

• Identifizierung von BotschafterInnen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

• Publikation relevanter Gesetzgebung in für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Formaten.

Zu Resultat 2:

• Aktivitäten zum Zugang von Kindern mit Behinderung zu Bildung: u.a. Gutachten durch Schulpsychologischen Dienst, Bezahlung von Schulgebühren.

• Aktivitäten zu Inklusiver Bildung: Trainings für Lehrkräfte und Mitglieder von programmrelevanten Komitees.

• Schulclubs zum Thema Behinderung – Training von Schulkindern und finanzielle Unterstützung der Clubs.

• Errichtung von Einheiten zur Förderung von Kindern mit Behinderungen an Schulen.

• Schulwettbewerbe, z.B. zu Themen mit Bezug auf Behinderung und inklusivem Sport.

Zu Resultat 3:

• Training von Menschen mit Behinderungen in unternehmerischen Qualifikationen und zur Herstellung von landwirtschaftlichen und Pflegeprodukten.

• Lobbying für ‚Disability Mainstreaming‘ bei einkommensschaffenden Entwicklungsprogrammen.

• Organisation eines revolvierenden Kreditprogramms für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige.

• Lobbying bei privaten und öffentlichen Arbeitgebern für die Anstellung sowie Stellenvermittlung für Menschen mit Behinderungen.

• Finanzierung von Gebühren für die Berufsausbildung von Menschen mit Behinderungen.

Zu Resultat 4:

• Training von Menschen mit Behinderungen, deren Angehörigen und Mitgliedern programmrelevanter Komitees zu Gesundheitsthemen, sowie zu Sexuellen und Reproduktiven Rechten.

• Lobbyingaktivitäten für die Bereitstellung von Behelfen durch das öffentliche Gesundheitssystem und inklusive Gesundheitsserviceeinrichtungen, sowie die Bereitstellung von Behelfen durch die Projektpartner.

• Training von Gesundheitspersonal.

• Gebärdensprachentraining.

• Einrichtung von orthopädischen Werkstätten und Training von deren Mitarbeitenden.

Begleitende Öffentlichkeits- und Medienarbeit zu allen Bereichen:

Aktivitäten auf Programmebene:

• Organisation einer Programmeingangsphase.

• Durchführung von Praktika von Mitarbeitenden der Partnerorganisationen, Workshops zum Wissensmanagement sowie Systematisierung der Ergebnisse.

• Vernetzungsaktivitäten und Kapazitätsentwicklung der Diakonie Austria.


Hintergrundinformation


Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass 15 % der Bevölkerung weltweit mit einer Beeinträchtigung leben. Damit sind Menschen mit Behinderungen die größte Minderheit der Welt und ihre Zahl ist unter anderem aufgrund von steigender Lebenswartung und der Zunahme von chronischen Krankheiten im Steigen begriffen. 80 % der Menschen mit Behinderungen leben nach Angaben des UN-Entwicklungsprogramms UNDP in Entwicklungsländern und obwohl diese Gruppe weit davon entfernt ist, homogen zu sein, schätzt die Weltbank, dass 20 % der Ärmsten der Welt Menschen mit Behinderungen sind, die von ihren Gemeinschaften als die am meisten Benachteiligten gesehen werden.

Menschen mit Behinderungen sind, was den Zugang zu Bildung, den Arbeitsmarkt und die Gesundheitsversorgung angeht, stark benachteiligt, ihre gesetzlich verbrieften Rechte werden nicht geschützt.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 79,14 Prozent.

Projektnummer1980-00/2017
MittelherkunftOEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Reproductive health: 1, Democracy: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.