Rahmenprogramm ÖRK 12/2015-11/2018: Sichere und resiliente Gemeinden im Südkaukasus II



Projektträger: ÖRK - Österreichisches Rotes KreuzLand: Central Asia, regional/multi-country Fördersumme: € 1.400.000,00Beginn: 01.12.2015Ende: 28.02.2019

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Programms ist es, die Resilienz von ländlichen und städtischen Gemeinden in Armenien, Georgien und Aserbaidschan gegenüber Katastrophen und Krisensituationen zu steigern und damit langfristig dazu beizutragen, die Lebensbedingungen der ansässigen Bevölkerung zu verbessern. Das Programm baut auf den Ergebnissen und Lessons Learned der dreijährigen ersten Programmphase (12/2012 – 11/2015) auf. Der Programmansatz basiert auf der Annahme, dass Strukturdefizite, Armut und eine besondere Verletzlichkeit gegenüber Naturgefahren eng miteinander verknüpft sind. In der Regel verursachen Katastrophenereignisse in strukturschwachen Regionen ungleich größere Zerstörungen mit zahlreichen Toten und Verletzten als in besser entwickelten Landesteilen. In ärmeren Gebieten haben wirtschaftliche Verluste oft größere negative Langzeitauswirkungen und die betroffenen Bereiche erholen sich nur langsam.

 


Erwartete Ergebnisse


Erwartete Ergebnisse:

1) Die Kapazitäten im Bereich Katastrophenvorsorge in 32 Gemeinden in Armenien, Georgien und Aserbaidschan sind verbessert.

2) Die Kooperation zwischen Gemeinden, Behörden, Institutionen, Privatfirmen, lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) und den drei nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-(RK/RH-)Gesellschaften ist verbessert, die Vertrauensbasis zwischen den relevanten Akteuren gestärkt und es bestehen nachhaltige Partnerschaften zur Katastrophenvorsorge auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.

3) Die drei RK/RH Nationalgesellschaften sind durch zielgerichtete Kapazitätsentwicklung dazu befähigt, Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge in besonders gefährdeten Gemeinden adäquat zu unterstützen.

4) Der Know-how- und Erfahrungsaustausch zwischen Behörden, staatlichen Notfalldiensten, Institutionen, NGOs und den RK/RH Gesellschaften aus allen drei Ländern des Südkaukasus wurde verstärkt.


Zielgruppe


Die Hauptzielgruppe des Programms bilden 24 ländliche und 8 städtische Gemeinden in den drei Ländern. Weitere konkrete Zielgruppen sind 600 freiwillige KatastrophenhelferInnen, 36.000 SchülerInnen, LehrerInnen, die lokale Verwaltung, Feuerwehr und Rettungsdienste, 350 Freiwillige und Angestellte der drei nationalen RK/RH Gesellschaften, 9 RK/RH Bezirksstellen, CSOs, Privatfirmen und 325 Vertreter relevanter staatlicher Institutionen. Ungefähr 230.000 Benefizienten werden durch das Programm direkt erreicht. In den drei Projektländern profitieren langfristig vier Regionen mit einer Gesamtbevölkerung von rund 670.000 Menschen durch den verbesserten Katastrophenschutz.

 


Maßnahmen


Zu den wichtigsten Maßnahmen und Arbeitspaketen gehören: Durchführung von Baseline, Risikoanalyse, Notfallplanung gemeinsam mit der ansässigen Bevölkerung; Ausbildung von Freiwilligen für den Katastropheneinsatz; Ausarbeitung von Familien-Notfallplänen, Bewusstseinsbildung und Schutzmaßnahmen in Schulen; Durchführung von Kleinprojekten zur Risikominderungen (wie z.B. Errichtung von Drainagen oder Bepflanzung von Uferbereichen) sowie Kleinprojekte zur Förderung sozio-ökonomischer Resilienz; Bewusstseinsbildung und anwaltschaftliche Arbeit in den Gemeinden, Bezirken und nationaler Ebene; Bewusstseinsbildung insbesondere im städtischen Bereich; Aufbau von multi-sektoralen Partnerschaften z.B. im Bereich der Klimafolgenanpassung; Koordination und Austausch durch die Mitarbeit in nationalen Katastrophenschutz-Plattformen; Ausbildung von Freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der RK/RH Gesellschaften zur Unterstützung von Vorsorgemaßnahmen in den Gemeinden; Durchführung von Workshops und die Einrichtung einer web-basierten Plattform zum Austausch von Best-Practice-Beispielen im Katastrophenschutz auf Gemeindeebene zwischen den drei Ländern; Know-how-Transfer und Vermittlung von innovativen Programmkomponenten hinsichtlich Klimawandelanpassung und Katstrophenschutz in städtischen Gemeinden.

 


Hintergrundinformation


Hintergrundinformation:

Der südliche Kaukasus ist eine von vielfältigen Krisen und Naturkatastrophen betroffene Region. Verheerende Erdbeben, Überschwemmungen, Hitzewellen und lange Trockenperioden bedrohen zunehmend die Lebensgrundlagen der Menschen und behindern die nachhaltige Entwicklung vieler Gebiete.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 80 Prozent.

Projektnummer1980-10/2015
MittelherkunftOEZA
Sektor Humanitäre Hilfe: Maßnahmen zu Vermeidung und Vorbeugung von Katastrophen
Tied248960
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Climate change adaptation: 1, Poverty: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.