Rechtsberatung für indigene Völker Brasiliens



Projektträger: HORIZONT3000 - Österreichische Organisation für EntwicklungszusammenarbeitLand: Brazil Fördersumme: € 55.500,00Beginn: 01.01.2009Ende: 30.06.2012

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Die etwa 734.000 IndianerInnen Brasiliens gehören 241 verschiedenen indigenen Völkern an. Ihre Lebensbedingungen sind in vielen Fällen prekär und ihre Rechte sind nicht umgesetzt, obwohl ihnen in der Verfassung von 1988 umfassende Rechte zugesichert wurden (darunter das Recht auf ihr angestammtes Land und kulturelle Eigenständigkeit). Seit 2006 gibt es mit der Schaffung einer nationalen Kommission für Indigene Politik (CNPI) erstmals die Möglichkeit, dass Vertreter der indigenen Völker verstärkt in die Ausarbeitung und Umsetzung von staatlichen Programmen und Maßnahmen einbezogen werden, die sich auf sie beziehen.

Oberziele des Projekts sind:

- Garantie der indigenen Rechte durch den brasilianischen Staat

- Autonomes Auftreten der indigenen Völker Brasiliens


Das Projektziel ist die Stärkung der politischen Partizipation der indigenen Völker in allen Bereichen, die sie betreffen. Dafür werden vor allem folgende Aktivitäten gesetzt:

- indigene Führungspersonen und Gemeinschaften werden in indigenen Rechten aus- und fortgebildet, die VertreterInnen in der nationalen Kommission für Indigene Politik werden bei ihrer Tätigkeit ständig beraten und begleitet.

- ständige Verteidigung indigener Rechte vor allem in verschiedenen Fällen von Landrechten und Konfliktsituationen durch spezialisierte Rechtsanwälte, sowie Beratung der indigenen Gemeinschaften in diesen Fällen

- Erstellung von Gutachten und verschiedenen Materialien durch die spezialisierten Rechtsanwälte

- Aktivitäten aus Mediation und Konfliktlösung bei einzelnen Landkonflikten

Die direkte Zielgruppe sind etwa 4000 indigene Führungspersonen von 130 Völkern, 420 von ihnen werden zu indigenen Rechten und zur Teilnahme an der nationalen Kommission für Indigene Politik intensiv ausgebildet. Durch die Verteidigung indigener Rechte in verschiedenen Fällen von Landrechten und Konfliktsituationen könnten an die 50.000 Personen erreicht werden.

Indirekt werden alle 734.000 IndianerInnen Brasiliens begünstigt.

Projektnummer2325-03/2009
MittelherkunftOEZA
Sektor Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
Tied
Modalität
Marker
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.