Solidarität in der Gemeinschaft



Projektträger: Diakonie ACT Austria GmbH (Spaltung von Diakonie Austria Gmbh)Land: Moldova Fördersumme: € 142.400,00Beginn: 01.01.2017Ende: 31.12.2019

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Menschen mit intellektuellen Behinderungen und ihre Familien werden in ihrer Selbstbestimmung gestärkt und erreichen erhöhte Sichtbarkeit und Aufnahme in ihrer lokalen Gemeinschaft (Bezirk Buiucani in Chisinau).


Erwartete Ergebnisse


Resultat 1: Menschen mit intellektuellen Behinderungen und ihre Eltern, BetreuerInnen und Familien sind gestärkt und haben neue Fertigkeiten und Kompetenzen erlernt.

Resultat 2: Sozial benachteiligte ältere Menschen aus der Nachbarschaft (Buiucani in Chisinau) sind weniger isoliert und haben Zugang zu Dienstleistungen und regelmäßigen Mahlzeiten.

Resultat 3: Die Partnerorganisation Hope and Health verfügt über zusätzliche größere organisatorische Kapazitäten und finanzielle Nachhaltigkeit.

Resultat 4: Ein Netzwerk von Spezialistinnen und Spezialisten sowie Selbstvertretungsorganisationen, die mit und für Menschen mit intellektuellen Behinderungen arbeiten, hat sich gebildet und eine Strategie zu anwaltschaftlicher Arbeit und Lobbying in Bezug auf Sozialleistungen und gemeinschaftliche Unterstützung für Menschen mit intellektuellen Behinderungen ausgearbeitet und umgesetzt.


Zielgruppe


Die Hauptzielgruppe umfasst:

• Bis zu 15 weibliche und männliche Erwachsene (im Alter von 18 - 30) mit intellektuellen bzw. körperlichen Behinderungen werden durch einen internationalen Austausch zwischen der Republik Moldau, Rumänien und der Pridnestrowischen Moldauischen Republik (PMR / Transnistrien) ermächtigt.

• Bis zu 15 weibliche und männliche Erwachsene mit intellektuellen bzw. körperlichen Behinderungen werden in der Gemeinschaft (in einer Sozialküche) arbeiten. Bis zu 20 ältere Menschen in der Nachbarschaft werden dadurch unterstützt.

• Bis zu 30 Familien haben Rechtsberatung / Unterstützung erhalten und bis zu 240 Personen haben an Schulungen teilgenommen (insgesamt 360 Personen).

• 16 MitarbeiterInnen von Hope and Health und Freiwillige haben zusätzliche einschlägige Kenntnisse erworben.

• Mindestens 5 zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) / Selbstvertretungsorganisationen aus der Republik Moldau sind Teil eines aktiven Netzwerks zur anwaltschaftlicher Arbeit und Lobbying.

Bei allen Projektaktivitäten wird eine gender-gerechte Beteiligung angestrebt bzw. werden besonders gefährdete ältere Frauen oder von Frauen geführte Haushalte bevorzugt.

Die indirekte Zielgruppe umfasst:

• Bis zu 100 Klientinnen und Klienten von Hope and Health, die das Zentrum nicht regelmäßig besuchen, sowie deren Familien (etwa 400 Personen).

• Die Klientinnen und Klienten der anderen beteiligten Organisationen (ca. 80 Personen) werden von den erhöhten Kapazitäten und Wissenstransfer profitieren.

• Die lokale Gemeinschaft von Buiucani als Ganzes wird profitieren.

• Die Lobby in der Republik Moldau (insbesondere im Hinblick auf Menschen mit intellektuellen Behinderungen) wird inspiriert und ermächtigt.

• Zivilgesellschaft in Chisinau und Moldawien als Ganzes.


Maßnahmen


• Zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) / Selbstvertretungsorganisationen, die mit und für Menschen mit intellektuellen Behinderungen in der Republik Moldau arbeiten, werden kontaktiert.

• Netzwerk aus interessierten Organisationen trifft sich regelmäßig / Ziele und Prioritäten werden identifiziert.

• Ausarbeitung und Implementierung einer Strategie zu anwaltschaftlicher Arbeit und Lobbying in Bezug auf Sozialleistungen und gemeinschaftliche Unterstützung für Menschen mit intellektuellen Behinderungen.

• Wirkungsanalyse wird ausgeführt.

• Antrag auf staatliche Akkreditierung für Sozialleistungen wird ausgearbeitet. Sozialleistungen von Hope and Health werden an den vorgegebenen Standards des Staates angepasst.

• Antrag auf Privatisierung der Hope and Health Gebäude wird ausgearbeitet.

• Barrierefreie Renovierungsarbeiten in der Küche (Vergrößerung), Meetingräume, Seifenwerkstatt, sowie Erneuerungsarbeiten an Sanitäreinrichtungen, Strom und Heizung werden vollzogen.

• Qualifiziertes Personal wird angestellt und verschiedenen Trainings (Project Cycle Management, Social Media bzw. Gender-Bewusstsein) durchgeführt.

• Seifenwerkstatt wird eingerichtet, Recherche (Design / Outlets usw.), ausgewählte Klientinnen und Klienten trainiert, Outlets für die Produkte gefunden.

• Klientinnen und Klienten erlernen Kochen und Hauswirtschaftsfertigkeiten durch tägliches Training (Sozialküche).

• In der Sozialküche soll Essen auf Rädern für besonders bedürftige ältere Menschen aus der Nachbarschaft zubereitet werden.

• Die im Projekt ausgebildeten Menschen mit intellektuellen Behinderungen werden die Mahlzeiten zustellen, kleine Aufgaben im Haushalt erledigen, sowie kleine Besorgungen nach Bedarf erledigen.

• Ausgangsdaten werden gesammelt und analysiert.

• Peer-Austausch von insgesamt 15 Klientinnen und Klienten aus der Republik Moldau (Hope and Health), der PMR (OSORC - Base Center for Rehabilitation and Consultation in Tiraspol) und Rumänien (Fundatia Crestina Diakonia Sfantu Gheorghe).

• Schulungen und Workshops, sowie Rechtsberatung für Familien von Klientinnen und Klienten von Hope and Health in Chisinau.


Hintergrundinformation


Menschen mit intellektuellen Behinderungen gehören zu den am stärksten marginalisierten und ausgeschlossenen Personen in der Republik Moldau. Trotz einiger Verbesserungen in den letzten Jahren, vor allem um der Institutionalisierung und Sachwalterschaft ein Ende zu setzen, ist die soziale Unterstützung für Menschen mit Behinderungen und deren Familien immer noch nicht ausreichend vorhanden. Viele Betroffene fühlen sich dadurch ohnmächtig und machtlos gegenüber dem System. Menschen mit intellektuellen Behinderungen werden als passive Empfängerinnen und Empfänger von Almosen betrachtet.

Projektnummer8108-01/2017
MittelherkunftOEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied4000
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Democracy: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.