Strategische Partnerschaft SOS-Kinderdorf 2019 - 2023; Familienstärkung - sozioökonomisches Empowerment unter besonderer Berücksichtigung ökologisch nachhaltiger Wirtschaft; Uganda, Äthiopien



Projektträger: SOS-KinderdorfLand: South of Sahara, regional/multi-country Fördersumme: € 1.800.000,00Beginn: 01.01.2019Ende: 31.12.2021

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Projekt hat das Ziel, die soziale und wirtschaftliche Teilhabe von 2.800 Kindern und 400 Jugendlichen sowie deren Familien, insbesondere in ökologisch nachhaltigen Bereichen, zu stärken.


Erwartete Ergebnisse


1) 1.350 benachteiligte Familien haben ihre Fähigkeiten verbessert, Einkommen durch ökologisch nachhaltige (“grüne”) sowie andere wirtschaftliche Tätigkeiten zu schaffen; der Fokus liegt auf der Verbesserung der sozioökonomischen Teilhabe von Frauen und Mädchen.

2) 300 besonders benachteiligte Familien, Kinder und Einzelpersonen haben ihren Zugang zu sozialen Sicherungsprogrammen und Unterstützung für einkommensschaffende Aktivitäten, mit Fokus auf ökologisch nachhaltiges Wirtschaften, verbessert.

3) 400 Jugendliche haben marktrelevante Fähigkeiten erworben und verfügen über bessere Chancen, ein Einkommen zu erwirtschaften – insbesondere durch ökologisch nachhaltige Aktivitäten.

4) Gemeindestrukturen in 14 Gemeinden haben ihre Kapazitäten gestärkt, qualitätsvolle Maßnahmen zur Betreuung und zum Schutz von Kindern zu setzen, mit Fokus auf Umweltschutz und der Schaffung von Möglichkeiten für ökologisch nachhaltige Wirtschafts- und Gemeindeinitiativen.

5) 520 benachteiligte und marginalisierte Gemeindemitglieder, insbesondere Frauen und Mädchen mit und ohne Behinderung, können stärker an lokalen Entscheidungsprozessen teilnehmen und haben besseren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen.

6) SOS Kinderdorf-Teams und Partnerorganisationen haben ihre Lernprozesse und ihr Wissensmanagement verbessert.


Zielgruppe


2.800 Kinder, 400 Jugendliche, 1.650 benachteiligte/besonders benachteiligte Familien und 12 Projektpartner profitieren direkt von den Projektmaßnahmen; 118.000 Gemeindemitglieder werden indirekt erreicht.


Maßnahmen


Anfangsphase (Inception Phase):

Durchführung themenrelevanter Studien, Assessments und Analysen; Erstellen konkreter Aktionspläne; Entwicklung und Einführung eines Innovationstopfs (Innovation Incubator) für spätere konkrete Maßnahmen im Bereich ökologisch nachhaltiger Wirtschaft (Green Economy).

Implementierungsphase:

Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen für Eltern und Betreuungspersonen (z.B. im Bereich unternehmerische Fertigkeiten); Durchführung von Trainings zum Thema Einkommensschaffung, verlinkt mit Green Economy; Stärkung der (bestehenden) Sparvereine und -gruppen; Stärkung der elterlichen Kompetenzen;

Förderung des Zugangs besonders benachteiligter Familien zu Sozialdienstleistungen u.ä.; Stärkung der Kapazitäten der lokalen Partnerorganisationen; Unterstützung der staatlichen Akteure (Communities) bei der Entwicklung von Initiativen zu Sozialschutz,

gemeindenaher Rehabilitation u.ä.; Führen eines Politikdialogs auf regionaler und nationaler Ebene (nur Uganda);

Kapazitätsentwicklungs- und berufsbildende Maßnahmen (verlinkt mit Green Economy) für Jugendliche; Bewusstseinsmaßnahmen zum Thema Sexuelle und Reproduktive Gesundheit und Rechte; Entwicklung und Einführung eines Praktikumsprogramms;

Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen für staatlichen Akteure (Communities) im Bereich ökologisch nachhaltiger Wirtschaft (Green Economy); Ausschreibung und Durchführung eines Wettbewerbs zu ökologisch nachhaltigen Gemeindeinitiativen; Bewusstseinsbildenden Maßnahmen u.a. zu den Themen qualitätsvolle Kinderbetreuung, Geschlechtergleichstellung; Netzwerkaktivitäten;

gezielte Fördermaßnahmen für Mädchen und Frauen hinsichtlich Teilnahme an Entscheidungsprozessen auf unterschiedlichen Ebenen etc.; Durchführung von Trainings für weitere benachteiligte Gruppen (Menschen/Kinder mit Behinderung, HIV-infizierte Personen, ältere Menschen…);

Organisation und Durchführung von Treffen der beiden lokalen Partnerteams zwecks Lernen und Wissensaustausch zu den programmerelevanten Themen.


Hintergrundinformation


Trotz einiger Fortschritte bezüglich der Bekämpfung von Armut bleiben die sozioökonomischen Herausforderungen und Ungleichheiten in Äthiopien und Uganda groß. Kinder und Jugendliche leiden besonders unter unzureichendem Zugang zu Nahrung, Bildung und Gesundheitsdiensten und fehlenden Berufsausbildungsmöglichkeiten. Wenn Familien in prekären Umständen leben, sind die Risiken für Kinder und Jugendliche besonders hoch; Vernachlässigung, Schulabbruch, Kinderarbeit, Teenagerschwangerschaften, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Migration sind nur einige der möglichen Folgen. Menschen mit Behinderung und Ältere, alleinerziehende Mütter und Väter, Menschen mit HIV/AIDs, Flüchtlinge, und andere marginalisierte Gruppen sind besonders häufig von der Teilhabe an Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und haben Schwierigkeiten, ihr Grundbedürfnisse zu decken; soziale Sicherungssysteme sind nur unzureichend ausgebaut. Frauen und Mädchen sind von struktureller Benachteiligung bezüglich des Zugangs zu Einkommen, öffentlichen Dienstleistungen sowie Entscheidungsprozessen betroffen. Benachteiligte und marginalisierte Gruppen leiden besonders unter den Folgen von Umweltverschmutzung und nicht nachhaltigen Wirtschaftens.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 80 Prozent der Gesamtkosten.

Projektnummer1980-00/2019
MittelherkunftOEZA
Sektor Andere soziale Infrastruktur und Leistungen
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Gender: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.