Strong CSOs for Active Youth in Tajikistan (ProYouth)



Projektträger: HWI - HILFSWERK INTERNATIONAL (ehemals: Hilfswerk Austria)Land: Tajikistan Fördersumme: € 17.800,00Beginn: 01.04.2021Ende: 30.09.2023

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Ziel des Projekts ist es, zivilgesellschaftliche Akteure (Civil Society Organisations/ CSOs und informelle zivilgesellschaftliche Gruppen) in 24 Gemeinden (Jamoats) in 8 Distrikten in den Regionen Sughd und Khatlon sowie in Duschanbe zu befähigen, die Partizipation von Jugendlichen zu fördern und die soziale und wirtschaftliche Selbstentwicklung junger Menschen und ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen nachhaltig zu verbessern. Der Fokus liegt auf ländlichen und gefährdeten jungen Frauen und Männern.


Erwartete Ergebnisse


Output 1: Ausgewählte CSOs und Youth Contact Groups (YCG) haben ihre Expertise in der Förderung eines günstigen Umfelds für die Beteiligung von Jugendlichen am sozialen und wirtschaftlichen Leben gestärkt.

Output 2: Ausgewählte CSOs und YCG teilen Wissen und Best-Practice in neu eingerichteten/reaktivierten Online- und Live-Plattformen/Wissenshubs.

Output 3: Effektive Multi-Stakeholder-Ansätze und -Plattformen zwischen Politikern und EntscheidungsträgerInnen, CSOs (inkl. YCG) und dem privaten Sektor sind etabliert, um Mechanismen zu entwickeln, die die Rechenschaftspflicht der lokalen Regierung sicherstellen und einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der jugendpolitischen Strategie und anderer politischer Dokumente in Tadschikistan leisten.

Output 4: Gestärkte und kooperierende CSOs führen soziale und geschäftsorientierte Aktivitäten im Gemeinwesen durch, mit dem Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement von Jugendlichen anzuregen und unternehmerische Möglichkeiten für Jugendliche zu fördern.

Output 5: Systematisierte, angepasste und dokumentierte Projektergebnisse zu Jugendbeteiligung und Unternehmertum sichern den Wissensaustausch und die langfristige Wirkung.


Zielgruppe


-Mindestens 20 zivilgesellschaftliche Organisationen (CSOs) und/oder Grassroot Oganisationen, die auf Unterstützungsprogramme für junge Frauen und Männer spezialisiert sind;

-mindestens 24 Youth Community Groups (YCG), welche in der Regel ca. je 10 junge Gemeindemitglieder umfassen, die aktiv und bereit sind, sich an lokalen Entscheidungsprozessen zu beteiligen und die soziale Teilnahme und das Unternehmertum in ihren Gemeinden zu erhöhen;

-mindestens 100 VertreterInnen nationaler und lokaler Behörden, die für Jugend- und Geschlechterpolitik zuständig sind;

-mindestens 100 Mitglieder der YCG, die bereit sind, als Freiwillige in ihren Gemeinden aktiv zu werden und eine Mentoren-Rolle zu übernehmen.

Endbegünstigte:

-Mindestens 2.000 junge Menschen im Alter von 18-30 Jahren (mindestens 80 in jeder Zielgemeinde, davon mindestens 50% Frauen), die mit sozialen und/oder wirtschaftlichen Hindernissen konfrontiert sind;

-Familien der jungen Menschen;

-die lokale Bevölkerung der Zielgemeinden (ca. 500.000 Personen).

 


Maßnahmen


Durchführung von Informationsveranstaltungen, Fokusgruppendiskussionen, Jugend-gruppendiskussionen und Einzelinterviews;

Durchführung von Trainings für CSOs & YCG (strategische Planung & Finanzkompetenz; Unternehmertum; Gleichberechtigung der Geschlechter);

Durchführung von Training of Trainers-Kursen für Mentoren (Leadership, Verhandlung und Networking);

Gründung einer Jugend-Online-Wissenshub & Netzwerkplattform mit maßgeschneiderten Lernwerkzeugen;

Durchführung von Webinaren für zivilgesellschaftliche Akteure, Jugendliche und relevante Stakeholder;

Durchführung von Online-Austausch-Treffen zwischen den CSOs und YCG;

Durchführung von Diskussionen (zu Empowerment junger Frauen auf Bezirksebene) und von regionalen und nationalen Runden-Tischen (für CSOs und lokale und nationale Behörden);

Organisation eines Treffens mit der Scientific Entrepreneurial Platform (SEP);

Einrichtung eines Jugend-Think-Tanks;

Durchführung von Arbeitssitzungen zur Ausarbeitung von Aktionsplänen für Jugendveranstaltungen in den Zielgemeinden;

Durchführung von businessorientierten und sozialen Jugendveranstaltungen;

Durchführung eines nationalen Jugendforums;

Erarbeitung von / Anpassung bestehender Toolkits und Handbücher (für Trainings für CSOs, YCG, lokale Behörden und Jugendliche; für Gleichberechtigung der Geschlechter; für jugendorientierte Gemeinschaftsveranstaltungen);

Systematisieren und Dokumentieren der Projektergebnisse zu Jugendbeteiligung und Unternehmertum.


Hintergrundinformation


Der EU-Bericht „Roadmap Support Facility for Engagement with Civil Society 2018-2020“ zeigt, dass schwache Kapazitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen (CSOs), ungenügendes Engagement im politischen Dialog sowie mangelnde Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Regierungen die Entwicklung der Zivilgesellschaft in der Republik Tadschikistan (RT) behindern. Tadschikische CSOs haben mit einer unzureichenden Gesetzgebung und einem Rückgang der Finanzierung durch die Gebergemeinschaft zu kämpfen. Aufgrund schwacher demokratischer Traditionen und des Fehlens einer allgemeinen zivilgesellschaftlichen Kultur verstehen viele politische EntscheidungsträgerInnen auf lokaler Ebene die Rolle und Unterstützung der Zivilgesellschaft nicht.

Nur 9% aller CSOs arbeiten mit Jugendlichen und Kindern (rund 20% mit Frauen), obwohl junge Menschen mehr als 50% der RT-Bevölkerung ausmachen, wobei die Mehrheit in ländlichen Gebieten lebt. Die Armut ist in ländlichen Gebieten am höchsten, wo etwa 2/3 der Bevölkerung arm sind und Subsistenzwirtschaft vorherrscht. Jugendliche in ländlichen und am stärksten gefährdeten Regionen stehen vor großen Herausforde¬rungen beim Zugang zu Beschäftigung und Ausbildung. Dadurch sind sie einem höheren Risiko ausgesetzt, in illegale Aktivitäten und/oder Radikalisierung verwickelt zu werden. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Allgemeinen hoch (laut ILO 2019 - 20,82%). Die Quoten in abgelegenen Gebieten sind gestiegen.

Junge Menschen aus abgelegenen Gebieten und insbesondere junge Frauen sind häufiger als ihre AltersgenossInnen von mehrdimensionaler Benachteiligung betroffen; zusätzlich sehen sich junge Frauen mit spezifischen Bildungs- und Arbeitsmarktbarrieren konfrontiert. Die aktive Teilnahme von Frauen am wirtschaftlichen und sozialen Leben ist schwach; nur 20,8% der Frauen sind unternehmerisch tätig. Die COVID-19-Pandemie hatte besonders auf Frauen und Jugendliche zusätzliche negative Auswirkungen (sinkende Einkommen, erhöhte Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen und Frauen).

Obwohl junge Menschen über gesellschaftliche Probleme besorgt sind, ist das zivilgesellschaftliche Engagement, insbesondere in ländlichen Gebieten, nach wie vor sehr gering.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 4 Prozent.

Projektnummer2325-08/2021
MittelherkunftOEZA
Sektor Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Democracy: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.