Verbesserte Wasser-, Sanitärversorgung und Siedlungshygiene für syrische Flüchtlinge und die Aufnahmegemeinde im Libanon, Baalbek



Projektträger: ÖRK - Österreichisches Rotes KreuzLand: Lebanon Fördersumme: € 750.000,00Beginn: 01.10.2019Ende: 30.09.2021

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Projektziel ist ein Beitrag zu erhöhter Resilienz von Flüchtlingen und Aufnahme-gemeinden durch gerechten Zugang zu angemessener Wasser-, Sanitärversorgung und Siedlungshygiene im Baalbek-Distrikt im Libanon. Mit der Aufstockung in Höhe EUR 250.000 werden unter anderem zusätzliche Maßnahmen in Reaktion auf Covid-19 ermöglicht. (Beitrag zu SDG 6, GAP II Zielsetzungen 10, 13, 16).


Erwartete Ergebnisse


1) Verbesserter gleichberechtigter Zugang zu sauberem Wasser für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Buben für syrische Flüchtlinge bzw. Aufnahmegemeinden auf institutioneller und individueller Ebene

2) Verbesserter gleichberechtigter Zugang für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Buben für syrische Flüchtlinge bzw. Aufnahmegemeinden zu angemessenen und gendergerechten Sanitäreinrichtungen auf institutioneller und individueller Ebene

3) Gestiegenes Wissen sowie erhöhtes Hygiene- und Umweltbewusstsein unter Frauen und Männern sowie Mädchen und Buben in den Zielgemeinden


Zielgruppe


Mit diesem Projekt werden 6.400 Menschen in den Dörfern Qsarnaba, Haouch Er Rafqa, Temnine Et Tahta, Misraya und Beit Chama im Distrikt Baalbek direkt erreicht. Das Projekt richtet sich vorrangig an zehn Schulen und zwei Gesundheitszentren, zu denen sowohl libanesische Aufnahmegemeinden als auch syrische FlüchtlingsschülerInnen und -patientInnen Zugang haben. Über diese Einrichtungen erhalten die Zielgruppen Zugang zu sauberem Trinkwasser, adäquaten Sanitäreinrichtungen und Hygieneschulungen.


Maßnahmen


Bedarfserhebung bzw. Leistungsermittlung bestehender Wasserquellen, Rehabilitation und Verbesserung der Wasserversorgung in Schulen und Basisgesundheitszentren, Verbesserung des Gemeindewassermanagements bzw. des -wassernetzes, Installation von Wassertanks für Haushalte in informellen Zeltsiedlungen, Bedarfsanalyse bei bestehenden sanitären Einrichtungen in Institutionen, Errichtung angemessener Latrinen für Haushalte in Zeltsiedlungen, Standortverbesserungsmaßnahmen zur Senkung des Risikos von Überflutungen, Hygienebewusstseinsbildung (auch hinsichtlich Covid-19) auf Gemeindeebene und in Schulen, großflächige Reinigungsaktionen, Ausdehnung der Bargeldzuwendungen für Hygieneprodukte für zugezogene Familien, Verteilung von Materialien zur Verbesserung des Abfallmanagements, Einrichtung von WASH-Komitees auf Gemeindeebene, Einrichtung von WASH und Umweltschutzclubs in Schulen.


Hintergrundinformation


In den ca. 70-80 km nordöstlich von Beirut gelegenen Gemeinden Haouch Er Rafqa, Beit Chama, Misraya, Temnine Et Tahta und Qsarnaba im Bezirk Baalbek leben syrische Flüchtlinge in informellen Zeltlagern auf Privatgründen der libanesischen Aufnahmegemeinde. Aufgrund einer immer restriktiver gehandhabten Flüchtlingspolitik, die von einer immer schärferen Rhetorik gegen den Verbleib syrischer Flüchtlinge im Libanon begleitet ist, werden Abfallwirtschaft und Wasserversorgung für entlegene Gemeinden von den betroffenen Gemeindeverwaltungen grundsätzlich nicht bereitgestellt. Für eine Verbesserung der Lebensumstände der Flüchtlinge sowie ärmsten und verwundbarsten Teile der libanesischen Gesellschaft, die den Druck auf sämtliche Ressourcen am stärksten spüren, sorgen lediglich Akteure der Zivilgesellschaft wie das Libanesische Rote Kreuz.


Aufbauend auf den Maßnahmen des Vorgängerprojekts in Haouch Er Rafqa, in dem für Flüchtlinge und die bedürftige Aufnahmegemeinde der Zugang zu sauberem Trinkwasser auf individueller Ebene verbessert wurde, soll in Phase II verstärkt auf institutioneller Ebene - d.h. in Schulen und Gesundheitszentren - an der Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen gearbeitet werden. Dieser Zugang berücksichtigt die Erfahrungen aus der ersten Phase.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt nach Aufstockung des Projekts 93,05 Prozent.

Förderung im Rahmen des ZGI Calls „Migration & Entwicklung“ (Phase 2).

 

Projektnummer2826-00/2019
MittelherkunftOEZA
Sektor Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 2, Climate change adaptation: 1, Gender: 1, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.