Verbesserung der Lebensbedingungen von südsudanesische Flüchtlingen und Dorfgemeinschaften in der Region West Nile, Uganda, Phase II



Projektträger: HORIZONT3000 - Österreichische Organisation für EntwicklungszusammenarbeitLand: Uganda Fördersumme: € 500.000,00Beginn: 01.01.2020Ende: 31.12.2022

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Projekt zielt auf einen gesicherten Lebensunterhalt der Flüchtlinge und lokalen Dorfgemeinschaften ab und trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung in den Umsiedlungsgebieten von Rhino und Yumbe in der Region West Nile in Uganda bei.


Erwartete Ergebnisse


Erwartete Resultate:

1) Der Ernährungsstatus von 1.125 Haushalten (67% weiblich geführt) ist verbessert.

2) Das landwirtschaftliche Einkommen von 750 Haushalten (67% der weiblichen Haushalte) ist gesteigert.

3) Das Durchschnittseinkommen von Frauen ist durch einkommensschaffende Maßnahmen erhöht.

4) Das friedliche Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und lokalen Dorfgemeinschaften und der Schutz natürlicher Ressourcen sind gefördert.


Zielgruppe


Im Projekt werden 1.085 Haushalte (das entspricht rund 7.500 Personen bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 7 Personen, davon 4.500 Frauen und 3.000 Männer) in den Bezirken Yumbe und Arua in den Resettlement Areas Rhino und Bidi Bidi als direkte Zielgruppe erreicht. Diese Haushalte umfassen je zur Hälfte Flüchtlingshaushalte, denen meist Frauen vorstehen, und lokale Haushalte.

 


Maßnahmen


Maßnahmen erfolgen in folgenden Bereichen:

Weiterführung von 30 Farmer Field Schools, Ausbildung von Multiplikatoren, Anlegen von Pflanzungen als Anschauungsbeispiele, Abgabe von Saatgut und Werkzeug, Ausbildung im Gemüseanbau, Weiterverarbeitung und Verkauf, Vernetzung mit Händlern;

Bereitstellung von trockenheitstolerantem und schnellreifem Saatgut / Pflanzmaterial und landwirtschaftlichen Geräten;

Durchführung einer Marktstudie;

Einführung von Village Savings and Loans Associations (VSLAs);

Jugendlichen - und hier insbesondere Frauen und Mädchen - werden weitere auf dem lokalen Markt relevante Schulungspakete für berufliche Fertigkeiten angeboten, die technische Schulungen, unternehmerische Fähigkeiten und Praktika umfassen;

Betreuung von Spargruppen, Ausbildung von KleinbäuerInnen in einfachen Methoden der Vermarktung und Unternehmensführung;

Vermittlung von Praktikumsplätzen bei Handwerksbetrieben an ausgewählte Jugendliche, Abgabe von Start-Up Kits, laufende Beratung der JungunternehmerInnen bei der Entwicklung und Umsetzung von einkommensschaffenden Maßnahmen;

Sensibilisierung der Flüchtlinge über Umweltverschmutzung und Abholzung, Ausgabe von Baumsetzlingen, Ausbildung in der Herstellung von Briketts, Abgabe von energiesparenden Öfen, Begleitung von lokalen Umweltkomitees, Eindämmen grassierender Buschbrennereien;

Vernetzung und inhaltlicher Austausch mit SOS Kinderdorf.

 


Hintergrundinformation


Im Sommer 2016 flüchteten rund 800.000 sudsudanesische Flüchtlinge nach Norduganda. Ein Großteil der Flüchtlinge hat sich mittlerweile in den weitläufigen Flüchtlingscamps angesiedelt und versucht durch Landwirtschaft und informellen Handel zu überleben. Die internationalen Geber und ugandischen Behörden setzen nun auf Entwicklung der technischen und sozialen Infrastruktur. Ziel dabei ist, dass sowohl die lokalen Dorfgemeinschaften als auch die Flüchtlinge gleichermaßen davon profitieren.


Das vorliegende Projekt baut auf eine Vorgängerphase auf, wobei die Zielgruppe erweitert und die bisherigen positiven Veränderungen im Bereich Ernährungssicherheit, landwirtschaftliche Produktion und Einkommensschaffung konsolidiert werden. Die etablierten Farmer Field Schools sollen weiterbetrieben werden, von den einkommensschaffende Maßnahmen sollen diesmal besonders Mädchen und Frauen profitieren.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 89,92 Prozent.

Förderung im Rahmen des ZGI Calls „Migration & Entwicklung“ (Phase 2).

Projektnummer2826-00/2020
MittelherkunftOEZA
Sektor Landwirtschaft
Tied
ModalitätProject-type interventions
Marker Environment: 1, Climate change adaptation: 1, Biodiversity: 1, Desertification: 1, Gender: 1, Poverty: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.