Bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen oder Epidemien können innerhalb kurzer Zeit humanitäre Krisen auslösen und das Leben tausender Menschen gefährden. Gerade im Krisenfall reichen die Kapazitäten von Staaten und der lokalen Zivilbevölkerung oft nicht aus, eine akute Notlage zu lindern. Hier ist internationale Unterstützung gefragt: Länder, die – wie Österreich – genügend Ressourcen haben, können hier aufgerufen werden, zu helfen.

Diese Hilfe erfolgt subsidiär: Unterstützung wird nur in den Bereichen geleistet, die der betroffene Staat selbst nicht abdecken kann. Die Hilfe orientiert sich am humanitären Bedarf der betroffenen Menschen sowie an den Prinzipien Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.

Hilfsorganisationen sind in humanitären Krisen rasch zur Stelle und mobilisieren große Geldsummen über Spendenaktionen. Sie arbeiten aber auch mit öffentlichen Mitteln. Österreich als Staat leistet humanitäre Hilfe also nicht direkt, sondern fördert humanitäre Hilfsprojekte und -programme von qualifizierten österreichischen und internationalen Hilfsorganisationen.

Qualifizierter Partner

Um diese Förderungen kümmert sich neben Ministerien und Bundesländern auch die Austrian Development Agency (ADA). Die ADA kooperiert eng mit Partnern, die einen soliden Erfahrungshintergrund in humanitärer Hilfe haben, und stellt diesen öffentliche Gelder für Hilfsprogramme zu Verfügung. Nur mit professionellen Partnern wie humanitären Organisationen der Vereinten Nationen (z.B. UNHCR oder UNICEF), Organisationen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sowie qualifizierten österreichischen zivilgesellschaftlichen Organisationen) kann sichergestellt werden, dass den Menschen in einer akuten Krise bestmöglich geholfen wird und die öffentlichen Gelder effizient und bedarfsorientiert eingesetzt werden.

Förderungen von Humanitären Maßnahmen

Im Fall einer humanitären Krise vergibt die ADA Förderungen in Reaktion auf Hilfsersuchen ("Appeals") von internationalen Organisationen oder an akkreditierte österreichische Hilfsorganisationen auf Basis sogenannter "Calls for Proposals".

Österreichische zivilgesellschaftliche Organisationen können zur Beurteilung ihrer Qualifikation einen Antrag auf Akkreditierung an die ADA richten. Dieses Akkreditierungsverfahren gilt ausschließlich für Förderungen der humanitären Hilfe und in Reaktion auf eine humanitäre Krisen- oder Katastrophensituation.

Derzeit sind zehn österreichische Hilfsorganisationen bei der ADA akkreditiert, um öffentliche Hilfsgelder umzusetzen: