Verteidigung indigener Rechte in Brasilien



Contract partner: HORIZONT3000 - Österreichische Organisation für EntwicklungszusammenarbeitCountry: Brasilien Funding amount: € 150.000,00Project start: 01.01.2021End: 30.06.2025

Short Description:

Overall goal


Projektziel ist die Überwindung von Gewalt und die Gewährleistung der verfassungsmäßigen Rechte der indigenen Völker Brasiliens durch rechtliche, politische und mediale Advocacy- und Lobbying-Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene. Oberziel ist die Ausweitung von Verteidigung, Förderung und Schutz der Menschenrechte der indigenen Völker Brasiliens (Beitrag zu SDG 16).


Expected results


Resultat 1: Die ursprünglichen und exklusiven Rechte des traditionell von indigenen Völkern bewohnten Landes werden in der brasilianischen Verfassung beibehalten und umgesetzt (Verfassung, Artikel 231).

Resultat 2: Das Grundrecht auf Zugang zur Justiz für indigene Völker, Gemeinschaften und Organisationen in Brasilien ist umgesetzt (Verfassung, Artikel 232).


Target group / Beneficiaries


Direkte Zielgruppe sind 5.500 Indigene, die 120 indigene Völker aus allen Regionen des Landes vertreten, wobei ein Schwerpunkt der Ausbildungsaktivitäten auf der Nord-/ Amazonasregion liegt. Diese 5.500 Personen (3.000 Männer und 2.500 Frauen) sind die führenden VertreterInnen ihrer jeweiligen lokalen Gemeinschaften und VertreterInnen ihrer Völker in lokalen, regionalen und nationalen indigenen Organisationen.

Indirekte Zielgruppe sind die 305 indigenen Völker des Landes, die eine Bevölkerung von ca. 900.000 Menschen ausmachen. Eine weitere Zielgruppe sind etwa 10.000 Nicht-Indigene, die über Nachrichten und Medienkampagnen erreicht werden.

 


Activities


Die geplanten Maßnahmen umfassen:

Fachliche Ausbildung von indigenen Führungspersonen in den Bereichen indigenes Recht und Kommunikation; Organisation regelmäßiger nationaler und regionaler Versammlungen und Treffen indigener Völker und Organisationen, Frauen- und Jugendgruppen; politische, rechtliche und Kommunikations-Beratung und logistische Unterstützung für indigene Delegationen anlässlich von Anhörungen in Brasilia mit Vertretern der öffentlichen Körperschaften und bei Lobbying-Aktivitäten; Unterstützung von politischen Aktionen indigener Völker und Organisationen beim Nationalkongress, der Bundesregierung und der brasilianischen Justiz sowie bei den multilateralen Menschenrechtsorganisationen der UNO und der OAS (Organisation Amerikanischer Staaten); Erstellung und Verbreitung eines jährlichen Berichts über Gewalt gegen indigene Völker in Brasilien, sowie Vernetzung mit verschiedenen Akteuren der Zivilgesellschaft in Brasilien; Workshops über das Recht auf freie Konsultation (ILO-Konvention 169) mit mindestens 25 indigenen Völkern, insbesondere im brasilianischen Amazonasgebiet; Beratung von mindestens 10 indigenen Völkern bei der Ausarbeitung von Konsultationsprotokollen und 2 spezialisierte AnwältInnen werden zentrale Fälle von Gerichtsverfahren zur Verteidigung von indigenen Führungspersonen, Organisationen, Gemeinschaften und indigenen Völkern verfolgen. Zudem soll durch Mobilisierung der Unterstützung brasilianischer und anderer einflussreicher Juristen, des Nationalen Rates für Menschenrechte (CNDH), der Brasilianischen Anwaltskammer (OAB), der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und anderer relevanter Akteure, das Recht der indigenen Völker erreicht werden, direkt an Gerichtsverfahren beteiligt zu sein, die sich mit ihren Rechten in Brasilien befassen. Des Weiteren werden Presseaussendungen und Materialien erstellt, die sowohl national als auch international über die Menschenrechtssituation der indigenen Völker Brasiliens informieren.


Context


Die etwa 900.000 indigenen Menschen Brasiliens gehören 305 verschiedenen indigenen Völkern an. Ihre Lebensbedingungen sind in vielen Fällen prekär und ihre Rechte sind nicht umgesetzt, obwohl ihnen in der Verfassung von 1988 umfassende Rechte zugesichert wurden, darunter das Recht auf ihr angestammtes Land und kulturelle Eigenständigkeit sowie den Zugang zu Recht und Justiz. Die indigene Bevölkerung Brasiliens hat vor allem mit folgenden Problemen zu kämpfen: Ihre verfassungsmäßigen Rechte werden vielfach missachtet und nicht auf allen Ebenen umgesetzt. Ihre Menschenrechte werden wenig geachtet, immer wieder kommt es bei (Land-)Konflikten zu Bedrohungen, Gewalttaten und bis zu Morden an Indigenen. Ihr ursprüngliches Land ist zu einem Gutteil nicht demarkiert oder bei weitem nicht groß genug, oft beanspruchen andere Personen, Firmen oder der Staat dieses Land. Die UNO und Amnesty International stellten fest, dass es im Jahr 2019 enorme Rückschläge bei den Menschenrechten und Umweltrechten in Brasilien gab, insbesondere für indigene Völker.

Daher ist es aktuell besonders wichtig, die Kapazitäten der indigenen Führungspersonen zu stärken, damit sie ihre Rechte und Interessen besser verteidigen können, und eine größere brasilienweite und internationale Unterstützung für die Verteidigung dieser Rechte zu erhalten.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 12,57 Prozent.

project number2325-03/2021
source of fundingOEZA
sector Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
tied
modalityProject-type interventions
marker Democracy: 2, Poverty: 2
  • Policy marker: are used to identify, assess and facilitate the monitoring of activities in support of policy objectives concerning gender equality, aid to environment, participatory development/good governance, trade development and reproductive, maternal, newborn and child health. Activities targeting the objectives of the Rio Conventions include the identification of biodiversity, climate change mitigation, climate change adaptation, and desertification.
    • 1= policy is a significant objective of the activity
    • 2= policy is the principal objective of the activity
  • Donor/ source of funding: The ADA is not only implementing projects and programmes of the Austrian Development Cooperation , but also projects funded from other sources and donors such as
    • AKF - Foreign Disaster Fund of the Austrian federal government
    • BMLFUW - Federal Ministry for Agriculture, Forestry, Environment and Water
    • EU - Funds of the European Commission
    • Others - various other donors are listed in ADA’s annual business report.
  • Type of Aid – Aid modalities: classifies transfers from the donor to the first recipient of funds such as budget support, core contributions and pooled programmes and funds to CSOs and multilateral organisations, project-type interventions, experts and other technical assistance, scholarships and student costs in donor countries, debt relief, administrative costs and other in-donor expenditures.
  • Purpose/ sector code: classifies the specific area of the recipient’s economic or social structure, funded by a bilateral contribution.
  • Tied/Untied: Untied aid is defined as loans and grants whose proceeds are fully and freely available to finance procurement from all OECD countries and substantially all developing countries. Transactions are considered tied unless the donor has, at the time of the aid offer, clearly specified a range of countries eligible for procurement which meets the tests for “untied” aid.